, 6. September 2014
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St.Gallens Museumstanz

Zum zehnten Mal ist heute in St.Gallen Museumsnacht. Sie beginnt schon am Nachmittag, tanzend.

Die Veranstalter argumentieren unter anderem mit dem «Flirtfaktor» und dem «Stoff für Smalltalk» – dies seien zwei von zehn guten Gründen, die diesjährige, zehnte Museumsnacht nicht zu verpassen.

Zu den vielen elften Gründen, sich heute abend in den St.Galler Museen umzutun, gehört der Tanz. Im Jubiläumsjahr haben sich die insgesamt 32 ausstellenden Institutionen mit der IG Tanz zusammengetan; sie bringt die statischen Häuser in Bewegung unter dem Motto «Museumsnacht tanzt».

prototype2Zum einen indoor und jeweils ortstypisch: In der Stiftsbibliothek gibt es Barocktanz, im Naturmuseum zeigt die Cie Prototype Status das Duo «Underground» (Bild), Susanne Daeppen tanzt ihr «Silk»-Stück im Lagerhaus, Eugénie Rebetez performt in der Kunsthalle und Hideto Heshiki im Sitterwerk. Im Flon gibt es Ghostrockz, im Textilmuseum eine Elektropop-Performance, in der Tanzschule Wingling Salsa und im Kulturraum am Klosterplatz süditalienische Tanzmusik passend zur Napoli-Ausstellung.

Zum andern outdoor und strassenfüllend: Von 16 bis 18 Uhr zeigen Tanzschulen der Region ihre Arbeit am Bohl unter dem Titel «Tanzrauschen». Von dort aus bewegt sich um 18 Uhr der City Dance Walk zum Lagerhaus – mitbewegen kann sich auch das Publikum, der öffentliche Raum soll zum Tanzfluss werden.

Noch einmal anders erschliesst die niederländische Compagnie Vloeistof den Stadtraum. Sie verwandelt ein Taxi in eine bewegte Guckkastenbühne. Jeweils vier Personen können mitfahren, mit Start und Anmeldung beim Nextex am Blumenbergplatz. Die Passagiere werden dann an eine geeignete Stelle mitten in der Stadt chauffiert und umtanzt (Bild). Die Produktion ist bereits in zahlreichen Städten erprobt worden und schafft es, nach einem kleineren Bewilligungsmarathon, jetzt auch nach St.Gallen.vloeistof001

Warum Tanz im Museum? Für IG-Tanz-Geschäftsführerin Aline Feichtinger liegt der Grund in der spartenübergreifenden Natur des zeitgenössischen Tanzes und seiner Nähe zur Performance. Ein praktischerer zweites Motiv zur Kooperation könnte sein: Die freie Tanzsparte ist in der Ostschweiz zwar klein, aber dank der inzwischen vieljährigen Arbeit der IG Tanz gut organisiert.

Eine vergleichbare Relais-Stelle und Vernetzungs-Plattform würde man sich auch in den anderen performativen Künsten, in der Musikszene und namentlich für das freie Theater wünschen. Damit es in ein paar Jahren vielleicht heisst: «Bühne frei zur Museumsnacht».

Detailprogramm: museumsnachtsg.ch

 

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