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Stadt St.Gallen stellt neues Sparprogramm vor

Die St.Galler Stadtkasse ist seit Jahren in Schieflage. Nun präsentiert der Stadtrat neue Sparmassnahmen, um sie geradezurücken. (Bild: Archiv Saiten) 

Die St.Galler Stadtkasse ist seit Jahren in Schieflage. Nun präsentiert der Stadtrat neue Sparmassnahmen, um sie geradezurücken. (Bild: Archiv Saiten) 

Abbau von über 46 Vollzeitstellen in der Verwaltung, Schliessung des Volksbades, zusätzliche Blitzer für die Stadtpolizei: Mit solchen Massnahmen will die St.Galler Stadtregierung bis 2029 das jährliche Loch in der Stadtkasse um 17,1 Millionen Franken reduzieren.

Zum Stan­dard­wort­schatz je­der Dis­kus­si­on um die St.Gal­ler Stadt­kas­se ge­hö­ren heu­te die Be­grif­fe Spar­mass­nah­me, Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung und Op­ti­mie­rung. Die Pro­gram­me da­für ge­ben sich seit 2013 die Klin­ke in die Hand: Von «Fit13plus» über «Fu­tu­ra» ging es zu «Fo­kus 25». Trotz­dem drückt bis heu­te ein struk­tu­rel­les De­fi­zit auf die Stadt­kas­se. Dass es nicht ab­ge­baut wer­den kann, liegt an Kos­ten­trei­bern wie der Ent­wick­lung der Schü­ler:in­nen­zah­len oder der Pfle­ge­fi­nan­zie­rung, aber auch an kan­to­nal nicht ab­ge­gol­te­nen Las­ten aus der Zen­trums­funk­ti­on.

Der Stadt­rat hat an­ge­sichts die­ser Ent­wick­lung schon vor ei­ni­ger Zeit ein neu­es Ent­las­tungs­pro­gramm an­ge­kün­digt. Es heisst «Al­li­ance» und wur­de am Mitt­woch der Öf­fent­lich­keit erst­mals im De­tail prä­sen­tiert. Das neue Pro­gramm um­fasst noch nicht um­ge­setz­te Mass­nah­men aus «Fo­kus 25» und 59 neue Mass­nah­men. Zu­sam­men sol­len sie den all­ge­mei­nen Haus­halt der Stadt bis 2029 um 17,1 Mil­lio­nen Fran­ken jähr­lich ent­las­ten. Zum Ver­gleich: Aus dem Vor­gän­ger «Fo­kus 25» sol­len ab dem Bud­get 2027 jähr­li­che Spar­ef­fek­te von 18,5 Mil­lio­nen re­sul­tie­ren.

Ge­mäss Fi­nanz­pla­nung wür­de in der Rech­nung 2029 dank «Al­li­ance» noch ein über­schau­ba­res Loch von 8,6 Mil­lio­nen Fran­ken klaf­fen. Vor­aus­set­zung ist, dass es nicht zu un­lieb­sa­men Über­ra­schun­gen kommt und die Steu­er­ein­nah­men wie bis­her wei­ter­spru­deln – was an­ge­sichts welt­wirt­schaft­li­cher Un­wäg­bar­kei­ten nicht un­be­dingt der Fall sein muss. In jüngs­ter Ver­gan­gen­heit lag das bud­ge­tier­te De­fi­zit der Stadt bei jähr­lich 25 bis 27 Mil­lio­nen Fran­ken, wo­bei die Jah­res­rech­nung 2025 dann doch nicht im Mi­nus, son­dern mit ei­nem klei­nen Plus über 40 Mil­lio­nen ab­schloss.

Er­freu­lich of­fe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on zum heik­len The­ma

Das Ent­las­tungs­pro­gramm «Al­li­ance» wur­de seit April 2025 in ei­nem brei­ten par­ti­zi­pa­ti­ven Pro­zess ent­wi­ckelt. Nicht nur die Dienst­stel­len der Ver­wal­tung und das ge­sam­te Per­so­nal wa­ren dar­in in­vol­viert, son­dern auch das Stadt­par­la­ment. In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten hat­ten sei­ne Frak­tio­nen Ge­le­gen­heit, sich zu den Vor­schlä­gen für die Ent­las­tungs­mass­nah­men zu äus­sern. Ein­zel­ne kri­ti­sier­te Mass­nah­men fie­len die­sem Pro­zess zum Op­fer, an­de­re wur­den vom Stadt­rat mo­di­fi­ziert und wie­der an­de­re un­ver­än­dert im Pro­gramm be­las­sen.

Die Kom­mu­ni­ka­ti­on zu «Al­li­ance» ist im Ge­gen­satz zu frü­he­ren Spar­pro­gram­men er­freu­lich of­fen. Es braucht nicht den Druck des Par­la­ments oder den Auf­schrei Be­trof­fe­ner, um von Mass­nah­men zur Ent­las­tung der Stadt­rech­nung zu er­fah­ren. Der Stadt­rat hat nicht nur die Über­sicht der an­ge­dach­ten Vor­schlä­ge vor­ge­legt, er lis­tet auch Mass­nah­men auf, wel­che die Stadt noch prü­fen will, so­wie sol­che, die be­wusst zu­rück­ge­stellt wur­den. Letz­te­re müss­te er wohl bei star­ker Ne­ga­tiv­ent­wick­lung et­wa der Steu­er­ein­nah­men von Un­ter­neh­men wie­der aus der Schub­la­de ho­len.

Die St.Galler Stadtregierung stellt das Entlastungsprogramm «Alliance» vor: Sonja Lüthi, Mathias Gabathuler, Stadtpräsidentin Maria Pappa, Peter Jans und Markus Buschor (von links). (Bild: vre) 

Die St.Galler Stadtregierung stellt das Entlastungsprogramm «Alliance» vor: Sonja Lüthi, Mathias Gabathuler, Stadtpräsidentin Maria Pappa, Peter Jans und Markus Buschor (von links). (Bild: vre) 

Teil der Trans­pa­renz bei «All­li­ance» ist, dass sich In­ter­es­sier­te ei­nen Ka­ta­log der Mass­nah­men im In­ter­net an­schau­en kön­nen. Ge­ra­de je­ne, die um ih­ren Be­sitz­stand fürch­ten, dürf­ten von die­ser Mög­lich­keit Ge­brauch ma­chen. Et­li­che, bei de­nen der Rot­stift an­ge­setzt wird, wer­den sich wohl auch öf­fent­lich da­ge­gen zur Wehr set­zen. Das könn­te der Stadt ei­nen leb­haf­ten po­li­ti­schen Som­mer und Herbst be­sche­ren. Das Stadt­par­la­ment wird am 3. No­vem­ber das Ent­las­tungs­pro­gramm be­ra­ten, al­len­falls zu­recht­stut­zen und be­schlies­sen. Für den 8. De­zem­ber ist das Bud­get 2027 trak­tan­diert.

3,5 Mil­lio­nen Fran­ken mehr ein­neh­men

Die zah­len­mäs­sig gröss­ten Ent­las­tungs­vor­schlä­ge des Stadt­rats bis 2029 be­tref­fen die Bil­dung und die Stand­ort­at­trak­ti­vi­tät mit je 2,6 Mil­lio­nen Fran­ken so­wie Leis­tun­gen der Ver­wal­tung mit 2,5 Mil­lio­nen. Bei den Aus­ga­ben der Stadt als Ar­beit­ge­be­rin sol­len 1,3 und bei städ­ti­schen Pro­zes­sen 1,2 Mil­lio­nen ge­spart wer­den. Der Frei­zeit­be­reich wird mit 500'000 so­wie das Um­welt­enga­ge­ment und die Kul­tur um je 200'000 Fran­ken ge­rupft. Die Er­trä­ge möch­te die Stadt­re­gie­rung bis 2029 um 3,5 Mil­lio­nen ver­bes­sern. 2 Mil­lio­nen sol­len al­lein die Stadt­wer­ke mit ei­ner er­höh­ten Ge­win­n­ab­lie­fe­rung bei­tra­gen (5 statt heu­te 3 Mil­lio­nen).Die jähr­li­che wie­der­keh­ren­de Ent­las­tung der Stadt­kas­se ab 2029 um 17,1 Mil­lio­nen Fran­ken hat Kon­se­quen­zen für das Per­so­nal quer durch die gan­ze Stadt­ver­wal­tung. Ins­ge­samt fal­len 4609 Stel­len­pro­zent weg, was gut 46 Voll­zeit­stel­len ent­spricht. Ent­las­sun­gen soll es nach dem Wil­len des Stadt­ra­tes nicht ge­ben. Der Stel­len­ab­bau soll über die na­tür­li­che Fluk­tua­ti­on er­fol­gen, al­so durch Kün­di­gun­gen von Ar­beit­neh­mer:in­nen und Pen­sio­nie­run­gen. Bei Re­duk­tio­nen von Pen­sen wer­den al­len­falls Än­de­rungs­kün­di­gun­gen nö­tig sein. Eben­so kann es Kün­di­gun­gen von Ein­zel­auf­trä­gen ge­ben.

Volks­bad schliesst 2028

Schon bei der ers­ten Durch­sicht der «Al­li­ance»-Mass­nah­men fal­len ei­ni­ge Po­si­tio­nen spe­zi­ell auf. Das gilt et­wa für die Plä­ne des Stadt­rats mit dem Volks­bad: Das äl­tes­te exis­tie­ren­de Hal­len­bad der Schweiz soll 2028 nach In­be­trieb­nah­me des sa­nier­ten Hal­len­ba­des Blu­men­wies ge­schlos­sen wer­den, wo­mit Be­triebs­kos­ten von jähr­lich 420'000 Fran­ken ge­spart wür­den. Die Stadt sei mit ei­nem Pri­va­ten im Ge­spräch, der das Volks­bad al­len­falls über­neh­men und pri­vat­wirt­schaft­lich mit neu­em Schwer­punkt be­trei­ben könn­te, hiess es an der Me­di­en­kon­fe­renz vom Mitt­woch.

2028 will der Stadtrat das Volksbad schliessen. Es handelt sich um das älteste noch existierende Hallenbad der Schweiz. Es ist aber stark sanierungsbedürftig. (Bild: Reto Voneschen) 

2028 will der Stadtrat das Volksbad schliessen. Es handelt sich um das älteste noch existierende Hallenbad der Schweiz. Es ist aber stark sanierungsbedürftig. (Bild: Reto Voneschen) 

Beim au­to­mo­bi­len Teil der Be­völ­ke­rung wird mit Si­cher­heit ei­ne an­de­re An­kün­di­gung von «Al­li­ance» ei­nen sehr lau­ten Auf­schrei aus­lö­sen: Die Stadt­po­li­zei soll ab 2028 zwei zu­sätz­li­che Blit­zer er­hal­ten. Da­von ver­spricht sich der Stadt­rat ei­ne Er­hö­hung der Bus­sener­trä­ge um jähr­lich 700'000 Fran­ken. Mit Si­cher­heit wer­den sich auch Ver­tre­ter:in­nen des städ­ti­schen Per­so­nals so­wie der Leh­rer­schaft in die De­bat­te ein­brin­gen: Ne­ben dem Ab­bau von Stel­len sind näm­lich ver­schie­de­ne wei­te­re Mass­nah­men bei den An­stel­lungs- und Ar­beits­be­din­gun­gen des Per­so­nals ge­plant.

Aus­land­hil­fe wie­der sen­ken

Ei­ne Kon­tro­ver­se wird es mit ei­ni­ger Wahr­schein­lich­keit rund um die Re­duk­ti­on der Aus­land­hil­fe von der­zeit 500'000 auf wie­der 280'000 Fran­ken ge­ben. Das Stadt­par­la­ment hat­te ei­ne Er­hö­hung um 220'000 Fran­ken erst 2024 auf­grund ei­ner Mo­ti­on be­schlos­sen, nun macht sie der Stadt­rat rück­gän­gig. Mit ei­ner Kür­zung des städ­ti­schen Jah­res­bei­trags um 165'000 Fran­ken muss ab 2028 St.Gal­len-Bo­den­see-Tou­ris­mus le­ben. Aus­ser­dem soll ab 2029 bei den Ve­lo­sta­tio­nen am Haupt­bahn­hof jähr­lich 150'000 Fran­ken ge­spart wer­den, wäh­rend An­pas­sun­gen beim ÖV ab 2029 150'000 Fran­ken im Jahr brin­gen sol­len.

Die al­ter­na­ti­ve Kul­tur muss kei­ne Kür­zun­gen hin­neh­men. Bei den Kul­tur­aus­ga­ben will der Stadt­rat näm­lich den Bei­trag an Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len – wie der Kan­ton – um 150'000 Fran­ken kür­zen. 55'300 Fran­ken sol­len sich die Mu­sik­ver­ei­ne ans Bein strei­chen. Be­grün­dung: Et­li­che hät­ten nur noch we­ni­ge Mit­glie­der aus der Stadt. Kri­tik auf höchs­tem Ni­veau könn­te ein Vor­schlag für den Bä­der­bus aus­lö­sen: Hier will der Stadt­rat durch Ver­mark­tung des Bus­ses als Wer­be­flä­che ab 2027 jähr­lich 70'000 Fran­ken ein­neh­men. Für die Fahrt nach Drei Weie­ren wür­de sich na­tür­lich ei­ne Gla­cé-Re­kla­me an­bie­ten …

Was da­mit vor­läu­fig an der Be­völ­ke­rung vor­bei geht, hat es in sich. Schlies­sung ei­nes Ju­gend­treffs, Strei­chung des Bei­trags an die Lu­do­thek, Sen­kung der Stun­den der Klas­sen­as­sis­ten­zen von 13 auf 10 Pro­zent, Re­duk­ti­on Be­triebs­zei­ten im Hal­len­bad Blu­men­wies, Re­duk­tio­nen im Bo­ta­ni­schen Gar­ten so­wie der Ver­zicht auf Zi­vil­dienst­leis­ten­de in den Schu­len, auf den Som­mer­plausch für Fe­ri­en­kin­der, auf das An­ge­bot «Kunst und Hand­werk» so­wie auf Öko­strom und Öko­fern­wär­me in Häu­sern, die zum Ver­wal­tungs­ver­mö­gen ge­hö­ren. Aber eben: Die­se Punk­te sind der­zeit nicht ak­tu­ell.

Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1

Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
Volksbad rene hornung 1

Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti

Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
Humanhuman 2026 calexandrakochdevos lowres 2

Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,