, 1. August 2019
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Starke Dokus, feine Unterhaltung

Das Solarkino tourt wieder durch die Ostschweiz. Gezeigt werden unter anderem «Wonderful Losers», «Die Grüne Lüge», «Dirty Gold War» und «Mulholland Drive».

Am 8. August in St.Gallen: «Die Grüne Lüge». (Bild: Filstill)

Im August und Anfang September ist das Solarkino der Genossenschaft Solar St.Gallen zum siebten Mal in St.Gallen unterwegs – und je einmal zu Gast in Rorschach und Schwellbrunn. Abwechselnd werden der Gallusplatz, die Drei Weieren, die Basketballfelder am Unteren Brühl und auf der Kreuzbleiche sowie der Vadianplatz bespielt.

Programmiert ist wie jedes Jahr ein Dokumentarfilm, der sich mit ökologischen Themen befasst. Dieses Mal ist es Die grüne Lüge des Österreichers Werner Boote, der schon in Plastic Planet (2009) und Population Boom (2013) globale Probleme thematisierte.

 

In Die grüne Lüge geht Boote mit Autorin Kathrin Hartmann auf Spurensuche im Reich der selbsternannten grünen Industrie. Allzu häufig entpuppen sich deren Produkte als Resultat des Greenwashing. Elektro-Autos, Bio-Lebensmittel, grüne Shampoos – wer solche Produkte konsumiert, rettet die Welt. Dies zumindest suggeriert die Industrie. Boote und Hartmann fragen, wie grün diese Produkte tatsächlich sind und wie das Geschäft damit funktioniert.

4. August, St.Gallen
5. August, Rorschach
8. bis 10. August, St.Gallen
22. bis 24. August, St.Gallen
30. August, Schwellbrunn
5. und 6. September, St.Gallen

solarkino-sg.ch

Ein weiterer Dokumentarfilm befasst sich mit den ewigen Verlierern im Radsport. Jenen tragischen Helden also, die sich unentwegt abmühen und sich voll in den Dienst des Teams und des Captains stellen. Für Wonderful Losers (2017) folgte der Litauer Regisseur Arunas Matelis diesen modernen Kriegern über mehrere Jahre am Giro d’Italia, aus dem Auto der Ärztecrew holt er die «Schlüsselfiguren des Radsports» ganz nah ran, zeigt Stürze und die Rückkehr ins Feld. Es sind einfühlsame Portraits jener Fahrer in den untersten Zeilen der Ergebnisliste, dort, wo das «wahre Herz des Sports» schlägt.

 

Der dritte Dokumentarstreifen Dirty Gold War (2015) von Daniel Schweizer befasst sich mit der gewinnträchtigen und äusserst schmutzigen Goldindustrie. Der Film kontrastiert Aufnahmen von schillernden Auslagen in Luxusgeschäften mit den Lebensbedingungen jener, die unter dem Fluch des schmut- zigen Goldes leiden – von der einheimischen Bevölkerung bis zu den Aktivisten, die sich den undurchsichtigen Kartellen entgegenstellen.

Daneben kommt auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Dass diese nicht seicht ausfällt, zeigt sich schon zum Auftakt am 4. August mit David Lynchs Mystery-Thriller Mulholland Drive (2001). Am 10. August stellen bei den Swiss Shortfilm Talents schweizerische Jungfilmerinnen und -filmer ihr Können in neun Beiträgen unter Beweis.

Dieser Beitrag erschien im Sommerheft von Saiten.

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