, 20. Juni 2014
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Stettler und die Platanen

Beim Vadian sammelt er  Unterschriften gegen die Union-Parkgarage, gegen das Fällen von sechs Platanen: Hansueli Stettler, Mitgründer des «Komitees vernünftiger Marktplatz» und selbsternannter Hofnarr der städtischen Umweltpolitik. von Cornel Amerraye

Die Unterschriften, ungefähr 250 sind es bis jetzt, werden in einer Woche mit einem offenen Brief an die private Bauherrschaft geschickt, an die Helvetia-Versicherungen, an die Schützengarten AG und die Acrevis Bank. Mit an der Aktion ist auch Stettlers Ami-Schiff, ein 1952er DeSoto Custom, den er sich im November gekauft hat. Auto, Äste, Säge – die Symbolik seiner Aussage: Auto gegen Baum, Bauherren gegen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger.

Stettler, der ehemalige Gemeinderat, weiss, dass er mit politischen oder juristischen Mittel nicht gegen die Bauherren vorgehen kann. Politisch nicht, seit der Stadtrat eingeknickt ist gegenüber den Bauherren und ihnen die Konzession in Aussicht gestellt hat, obwohl das Stimmvolk dagegen war. Juristisch nicht, weil nur noch die Anstösser der geplanten Union-Garage Einsprache erheben können. So steht er auch gestern wieder beim Vadian-Denkmal, von morgens bis abends, und sammelt Unterschriften.

Neben dem Oldtimer steht ein kleiner Tisch, darauf eine Karte vom Stadtzentrum, eingezeichnet die Grünzonen zwischen Bahnhof und Marktplatz, auch eingezeichnet: die innerstädtischen Parkgaragen. Daneben eine Dreieckstafel, sie gibt Auskunft über das geplante Bauprojekt, zeigt aber auch Alternativen auf, die Stettler und dem Komitee lieber wären: eine lauschige Gartenbeiz unter den imposanten Bäumen statt einem Kreisel mit Einfahrt zur Parkgarage.

Auf der Tafel kleben Post-It, angebracht von Passanten, die ihrem Ärger Luft machen wollen: «Braucht es eine neue Garage, wenn gleichzeitig für die FHS-Garage TV Werbung gemacht werden muss?», fragt jemand. Und eine andere Person findet: «St.Gallen soll sich schämen, solche Stadträte zu haben!»

Die Aktion findet Anklang bei der Bevölkerung. Auch wenn es Passanten gibt, die vor allem stehen bleiben, um den hellblauen «DeSoto» zu bewundern. Stettlers Bilanz: «Das Interesse ist gross und der Groll der Bevölkerung spürbar, St.Gallen wehrt sich.»

Am Donnerstag, 26. Juni lädt das «Komitee vernünftiger Marktplatz» zu einer Begehung vor Ort. Treffpunkt ist ab 17 Uhr vor dem Union Gebäude.

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