Dass (Ost-)Schweizer Musikfreunde nach Feldkirch ans Poolbar-Festival fahren, um sich im alten Hallenbad untergründigen Konzerten hinzugeben, hat seit Jahrzehnten Tradition. Nun exportiert St.Gallen auch Musikerinnen selber zu den vorarlbergischen Nachbarn: Velvet Two Stripes, zurzeit St.Gallens heissester Name im Bereich Garage-/Indierock, supportet am 25. Juli die Wiener Rawk-n-Roller Thirsty Eyes.
Bild: Claire Plassard
Der Eintritt zu diesem Abend der dreckigen Gitarren ist geschenkt – nur eines von vielen Gratiskonzerten am Poolbar-Festival, an dem neben Konzerten im schon längst trockengelegten Hallenbad auch Jazzfrühstücke, Poetry-Slams und eine kleine Openair- Bühne geboten werden.
Poolbar-Festival: 5. Juli bis 11. August, Altes Hallenbad Feldkirch
poolbar.at
Das Festival hat wie immer ein recht avantgardistisches Programm zusammengestellt – Entdeckungen garantiert, wenn man sich auf unbekannte Namen einlassen will. Oder wer hat schon mal japanischen oder australischen Psych-Rock live gehört? Von den mir bekannten Namen ausserdem zu empfehlen: D’n’B-Massaker von Ed Rush. Klug-böser Deutschrap von Zugezogen Maskulin. Funkiest Shit nördlich der Alpen von Bilderbuch. Ewiger Antifa-Punk mit Propagandhi.
Kikagaku Moyo spielen am 16. Juli im Pool.
Etwas weniger hip, dafür erfrischend rau gibt sich hingegen das Programm des achten Conradsohm Kultursommer-Festivals. Dessen Programm ist wild gemischt:
Conradsohm Kultursommer: Juni, Juli und August, Conrad Sohm, Dornbirn
conradsohm.com
Die australischen Hairsprayrocker Airbourne spielen ein Openair-Konzert, Kiefer Sutherland (Hollywood-Schauspieler, Cowboy und Musiker) stellt seinen countrylastigen Poprock vor, die Metalcore- Grössen Bullet for my Valentine prügeln auf ihre Instrumente ein. Und die unermüdlich tourenden Latino-Rapper Delinquent Habits aus Los Angeles werden zum x-ten Mal zuverlässig beste Kopfnickerstimmung verbreiten.
Ausserdem gibts Vampirrock von Tito & Tarantula und einen hohen Besuch des deutschen «King of Rap», Kool Savas, der live als MC eine Bombe sein soll. Gründe genug also, sich ein paar Daten im Kalender anzustreichen und die Reise über den Rhein auf sich zu nehmen.
Dieser Beitrag erschien im Sommerheft von Saiten.
Zwanzig Jahre Poolbar-Festival, zwanzig Jahre Tocotronic: In Feldkirch kam zusammen, was zusammengehört. Neben Songs aus dem neuen Album „Wie wir leben wollen“ spielten die Hamburger eine Auswahl ihrer Hits mit Mitgröl-Faktor. Der Bericht von Thorsten Bayer.
Zugegeben: Der Bericht kommt etwas spät. Aber das vorgestrige Konzert von My Bloody Valentine in der Feldkircher Poolbar wird noch lange nachhallen. Metaphorisch wie auch akustisch – in Form hoher Frequenzen, die in den Köpfen der rund 100 Besucher weiterpfeifen.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.
Gaal, Görtler und Witzig schiessen St. Gallen zum langersehnten Cupsieg!
Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.
Die diesjährige Kulturlandsgemeinde findet entlang der Bahnlinie zwischen Gossau und Wasserauen statt. Es ist ein interdisziplinäres Experimentzwischen Kunst, Gesellschaft und Aktivismus. Ausserdem stellt die Kulturlandsgemeinde künstlerisch und organisatorisch die Weichen für die Zukunft.
Am Samstag findet in St.Gallen erstmals das Punkfestival El Cartel statt. Es soll dazu beitragen, die Szene zu stärken. Dabei fehlt es gerade in St.Gallen an Nachwuchs.
Seit 40 Jahren macht die Bibliothek Wyborada in St.Gallen sichtbar, was lange fehlte: Literatur von und über Frauen. Heute sind Autorinnen und feministische Themen zwar stärker präsent in der Öffentlichkeit, doch die Relevanz der Bibliothek ist nach wie vor gross.
Mit einer Interpellation greifen SVP und EDU im St.Galler Kantonsrat den ausserschulischen Aufklärungsunterricht an. Und mit Unterstützung des «Lehrernetzwerks Schweiz» wollen Eltern aus Bütschwil eine Mitarbeiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen vor Gericht bringen. Dahinter steckt eine orchestrierte Aktion.
«Dieci», die italienische Zahl für zehn, ist das Motto des diesjährigen Heiden-Festivals. Es verweist dabei nicht nur auf das Jubiläum, sondern auch auf eine kulturpolitische Haltung.
Das St.Galler Theater Trouvaille entdeckt den Musiker und Juristen Mani Matter neu. «’S isch einisch eine gsy»– 90 Jahre Mani Matter verbindet zahlreiche Lieder und literarische Texte des Berners zu einem abendfüllenden Programm. Saiten hat mit dem Theaterleiter Matthias Flückiger gesprochen.
Naturmuseum Thurgau
Vier Jahre nach ihrem Debüt kehren Lev Tigrovich mit einer neuen EP zurück. Diese handelt von Kontrollverlust, Illusionen und grossen Gefühlen – und enthält erstmals einen Song, der nicht auf Russisch gesungen ist.
Im letzten Spiel der Saison trifft der FC St.Gallen auf den neuen Schweizer Meister aus Thun - einen Sieger gibt es nicht.
Caline Aoun interessieren die Momente der Veränderung, die Übergänge und Zustände. Ihre Ausstellung in Kunstmuseum und Kunsthalle Appenzell wird zum Ende der sechsmonatigen Laufzeit eine andere sein als zu Beginn.
Der 1100. Todestag von Wiborada – Inklusin, Stadtheilige und Projektionsfläche – ist zurzeit Thema vielfältiger Aktivitäten. Zu den Highlights gehört eine mutmassliche Unterschrift, zu besichtigen in der Ausstellung im St.Galler Regierungsgebäude.
Gastkommentar
Anna Beck-Wörner hat ein Wiborada-Unterrichtsheft erarbeitet. Im Postenlauf, der durch St.Gallen führt, können Schüler:innen anhand von Wiboradas Lebensweg lehrplankonform Themen wie Gemeinschaft, Lebensform, Bücher oder Identität erarbeiten.
Am Wochenende bringt das Aufgetischt-Festival wieder über 100 Strassenkünstler:innen aus aller Welt in die Gassen der Stadt St.Gallen. Wir haben mit Daiana Mingarelli vom Duo Daiana Lou über die Eigen- und Besonderheiten des Busking gesprochen.
Heavy Psych Sounds Fest