Im Amphitheater von Bosra, Syrien, geht am 14. April 2016 der Film ab. Hier findet das Syrien Mobile Film Festival statt. «In der aktuellen syrischen Geschichte, deren Zukunft nicht voraussehbar ist, hat das Mobiltelefon seit den Anfängen eine wichtige Rolle: nicht nur wird es, oft unter Lebensgefahr, von Menschen benutzt, um die Situation vor Ort zu dokumentieren und die Welt zu informieren. Das Handy ermöglicht darüber hinaus auch, das Erlebte künstlerisch mitzuteilen und eigenen Erfahrungen einen kreativen Ausdruck zu verleihen. Die entstandenen und weiter entstehenden kurzen Filme sind Teile einer einzigartigen Sammlung, ein Archiv, das für die syrische Geschichtsschreibung essentiell ist.»
So umschreibt Rayelle Niemann vom Syria Mobile Film Festival die im Wortsinn existentielle Bedeutung des Mobiltelefons – und des Films als Kommunikations- und Protestmedium.
Syria Mobile Film Festival: 15. Oktober, 19 Uhr, Lattich St.Gallen syriamobilefilms.com
Das Festival ist seit April 2016 auf Tournee, es gastierte bereits in der Türkei, in Jordanien, dem Libanon, in Syrien und in angrenzenden Flüchtlingslagern. Für einen Abend kommt das Festival im Oktober nach St.Gallen. Im temporären Lattich-Kulturareal sind elf Filme zu sehen, sie dauern zwischen sechs und 20 Minuten und sind auf Arabisch mit englischer Untertitelung. Der Journalist Bassem Dabbagh und der Geologie Karam Kontar, beide aus Syrien und seit langem in der Schweiz lebend, begleiten und kommentieren den Filmabend.
Dieser Beitrag erschien im Oktoberheft von Saiten.
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