Ab heute und bis Sonntag schwingt die Schweiz bereits zum 12. Mal landesweit das Tanzbein und schüttelt beim jährlichen Tanzfest alles aus sich heraus. Auch in St.Gallen kann das Publikum aus einem breiten Spektrum an Veranstaltungen und Tanzkursen wählen.
Was darfs denn sein aus dem reichhaltigen Programm der diesjährigen Ausgabe des Tanzfests? Im Flon verbinden Tänzer:innen aus der Region urbane Tanzstile miteinander. Sie führen ihr Werk bestehend aus Live-Performance und interagierenden Kurzfilmen Donnerstags und Freitags einmalig für das Tanzfest vor.
Zwei der acht national an den Tanzfesten tourenden Stücke, die speziell für dieses Jahr konzipiert und unter 70 Eingaben ausgewählt wurden, werden am Kornhausplatz uraufgeführt: Wheels and Cello, ein choreografisches Experiment ehemaliger Eiskunstlaufprofis auf Rollschuhen, die am Freitag über den Asphalt gleiten; und Reflex, eine Performance, welche Realität und Fiktion, innere und äussere Gefühlszustände betrachtet und wortwörtlich das Publikum spiegelt.
Tänzerisch um die Welt
In der Offenen Kirche laden die Sitterbugs zum Lindy Hop Crashkurs für Anfänger:innen. Anschliessend wird das Gelernte bei der Live-Musik von Coniglio Connection aufs Parkett gebracht. Wer lieber seine eigenen Skills zu moderneren Beats zur Schau stellen möchte, kann bei dem Tanz-Battle der Saint City Beatz mitmischen und den Zufall entscheiden lassen, zu welchen Tunes auf der Bühne performt wird.
Tanzfest St.Gallen, 11.–14. Mai, diverse Orte in St.Gallen
dastanzfest.ch
Auch der Samstag startet direkt wieder mit einem Battle – dieses Mal Breakdance für Kinder am Vadianplatz. Rund um den Bahnhof zeigen lokale Tanzschulen über den Tag verteilt ihr Können. Die davon unweigerlich aufkommende Inspiration kann den ganzen Abend lang beim interkulturellen «Around the World» in der Offenen Kirche oder während der Tanznacht in der Grabenhalle ausgelebt werden.
Durch den Tanzrausch auf den Geschmack gekommen? Dann beweg am Sonntag deinen Körper zu den mitreissenden Klängen aller erdenklichen Tanzstile, an denen du Gefallen gefunden hast. Schnupperkurse zu Ballett und Streetdance, über Akrobatik und Flamenco, Hip Hop und Capoeira, zu Irish Dance, Tango, Jazz Dance oder auch Solo, Afrocuban Contemporary oder sogar den Derwisch Drehtanz werden an verschiedenen Standorten angeboten und bieten wirklich allen die Möglichkeit, eine wahre Fülle an Tanzstilen kennenzulernen.
Ein Film und der Zyklus
Zur Verschnaufpause ladet der Film Choreographers at Work! im Kinok, der die künstlerische Denk- und Arbeitsweise der St.Galler Choreografin Elanita Queiróz dokumentiert. Bevor der Abschluss-Apéro stattfindet, kann auch noch das provokante Stück von Zyklus XX besucht werden – und so zur Enttabuisierung des weiblichen Zyklus beitragen.
Wer sich das regnerische Wetter weg-shaken möchte, gönnt sich mehr Infos hier, und plant das bevorstehende – tänzerische und kulturelle – Wochenende am besten sofort.
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.
Ohm41 stellen wieder aus
Das Thurgauer Pop-Phänomen Noemi Beza veröffentlicht Anfang Juni ihre neue EP. You’ll Find Me There vereint Country-Vibes mit astreinem Pop – was man ein wenig vermisst, sind Ecken und Kanten.
Kolumne: Stimmrecht im Juni
Ausstellung in Herisau
Nach 22 Jahren gibt Matthias Peter die Leitung der St.Galler Kellerbühne ab. Vom Raum ist er nach wie vor begeistert. Aber dem Kabarett ging es auch schon besser, erzählt er im Gespräch.
Die Thurgauer Künstlerin Micha Stuhlmann befasst sich in ihrem neuen Projekt mit dem Dasein im Moment. Am 7. Juni findet dazu ein Workshop in St.Gallen statt und am 26. Juni zeigt sie mit ihrem Ensemble die finale Performance in Kreuzlingen.