, 19. Februar 2014
2 Kommentare

«This is nothing»: Niederlagen gegen GC haben Tradition

Rote Karten, verschossene Elfmeter, unglückliche Niederlagen zu Hauf: Die Grasshoppers sind nicht der Lieblingsgegner des FC St.Gallen.

Der FC St.Gallen tauchte am letzten Sonntag  gegen die Grasshoppers gleich mit 1:5.

Im Film «Wag The Dog» von Barry Levinson gibt Dustin Hoffman einen Hollywood-Produzenten, der für irgendeinen Geheimdienst einen fiktiven Krieg inszenieren soll. Gibt es dabei ein grösseres Problem, lacht Hoffman bloss, winkt ab und ruft: «This is nothing!». Dann erzählt er irgendeine Geschichte über eine viel grössere Katastrophe.

«Wag The Dog»: Im Ausschnitt etwa bei 2:15.

In diesem Sinne:

Verlorene Spiele gegen den Rekordmeister aus Zürich ziehen sich wie ein roter Faden durch die Klubgeschichte des FC St.Gallen. Viele verliefen nach dem gleichen Muster: Wenn die Mannschaft gut spielte, war sie  zu wenig effizient.

Darunter waren denkwürdige Niederlagen:

2001 hätte St.Gallen nochmals Meister werden können. Nur hiess der Gegner im letzten Spiel GC. Chapuisat foulte in der zweiten Minute Imhof. Schiedsrichter Meier sah nichts, Nunez traf zur frühen Führung. Am Schluss hiess es 0:4. Die St.Galler Fans sangen ihre Version von «Marmor Stein und Eisen bricht…»

Oder der Start in die Rückrunde 2011. Der erfolglose Mario Frick wechselte in der Winterpause zu den Grasshoppers. St.Gallen hatte diverse neue Spieler verpflichtet. Der zweite Abstieg nach 2008 sollte unbedingt verhindert werden. Doch dann stand es bereits nach 45 Minuten 1:4 für GC und alle Hoffnungen waren geknickt. Natürlich war es Frick, der nach acht Minuten den Führungstreffer für die Zürcher erzielt hatte. Später prallte ein Kopfball von Lavric an die Latte und dann vielleicht ins Tor. Der Treffer zählte nicht. Am Ende der Saison stieg der FC St.Gallen ab.

Ein Spiel in Zürich von der Rückrunde 2004 steht stellvertretend für viele Begegnungen zwischen St.Gallen und GC: Torhüter Agosti sagt am Schluss des Beitrags den Satz, der auch anderen St.Galler Torhütern nach solchen Partien einfiel: «Wir müssten einmal die Chancen nützen». Ionel Gane trifft für die Grasshoppers dreimal, Barnetta für den FCSG zweimal. Ein gewisser Alex schiesst weit über das Tor und auch der letzte Versuch scheitert am gegnerischen Torhüter. Das nächste Spiel war dann übrigens der Cup-Halbfinal im Espenmoos gegen Wil. Einige Anhänger hatten wegen der sicher scheinenden Qualifikation für den Cupfinal bereits ihre Ferien umgebucht. Aber dann kam alles anders.

Grasshoppers – St.Gallen 2004.

Für das schlagende Gegenbeispiel zur GC-Misere lohnt sich ein kurzer Besuch im Manor Webersbleiche. Dort läuft aus unerfindlichen Gründen seit Jahren in der Sportabteilung die Meister-DVD des FC St.Gallen. Man fragt sich, wie das Personal das aushält. Jedenfalls kommt im Film der erste Match der Rückrunde 2000 vor: GC gegen FCSG. Es lief wie meistens: Nach 15 Minuten lag St.Gallen mit 3:0 in Rückstand – schaffte allerdings noch in der ersten Halbzeit den Ausgleich durch Jairo. Doch dann folgte in der 90. Minute der erneute Rückschlag mit dem 4:3 durch Cabanas. Aber: In der allerletzten Sekunde der Nachspielzeit schoss Amoah das 4:4.

Kein Wunder gewannen die St.Galler ein paar Monate später den Meistertitel.

 

2 Kommentare zu «This is nothing»: Niederlagen gegen GC haben Tradition

  • Daniel Morales sagt:

    Es ging in der Vergangenheit aber auch oft anders. Ich erinnere mich an den zweiten Auswärtssieg der Abstiegssaison 2007/08 als man im März im Letzigrund 3:2 gewinnen konnte. Oder das Auswärtsspiel im August 2009, als man nach 30 Minuten 3:0 führte. Muntwiler, Costanzo und Merenda schossen, so glaube ich, die Tore. Ich habe viel mehr das Gefühl, dass wir, seit wir im neuen Stadion spielen, zuhause extrem Mühe gegen GC haben und auswärts eher besser spielen.

  • Martin Hächler sagt:

    Beim lesen des Artikels kam mir der Wikipediaeintrag sofort in den Sinn, dort steht: „Der älteste dokumentierte Wettkampf war am 1. Mai 1892, als der FC St. Gallen gegen die Grasshoppers Zürich mit 0:1 verlor. Die Grasshoppers Zürich reklamierten wegen der zu kleinen Tore. Das Rückspiel in Zürich, wo normale Tore aufgestellt wurden, gewann GC 6:0. Der FC St. Gallen ersetzte danach seine Tore durch solche in Normgrösse.“
    Niederlagen gegen GC haben Tradition. Hopp Sangalle!

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