, 21. Dezember 2012
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Thurgau: Aus für Caritas Markt und Caritas Mobil

Im Kanton Thurgau wird die Unterstützung für Arbeitslose und Ausgesteuerte massiv heruntergefahren. Auf Ende dieses Jahres sind der Caritas Markt und Caritas Mobil zur Schliessung gezwungen. Ausgelöst hat das Fiasko das Thurgauer Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA). Vom 2006 in Weinfelden eröffneten Caritas Markt haben bisher mehr als 2´000 armutsbetroffene Thurgauerinnen und Thurgauer profitiert. Sie […]

Im Kanton Thurgau wird die Unterstützung für Arbeitslose und Ausgesteuerte massiv heruntergefahren. Auf Ende dieses Jahres sind der Caritas Markt und Caritas Mobil zur Schliessung gezwungen. Ausgelöst hat das Fiasko das Thurgauer Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA).

Vom 2006 in Weinfelden eröffneten Caritas Markt haben bisher mehr als 2´000 armutsbetroffene Thurgauerinnen und Thurgauer profitiert. Sie kauften beim Hilfswerk sehr günstig Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs ein und konnten so ihr Budget merklich entlasten. Viele einkaufsberechtigte Kundinnen und Kunden in ländlichen Gegenden des Kantons wurden zudem seit 2010 mit dem fahrbaren Verkaufslokal, dem Caritas Mobil, bedient.

Ab 2013 ist mit Markt und Mobil Schluss. Das AWA verweigert für das kommende Jahr die Zahlung von 300´000 Franken. Es will die Arbeitsplätze in den Caritas-Verkaufsstellen nicht mehr als Integrationsprogramm für Arbeitslose nutzen. Zur Zeit werden weniger als 10 Stellen angeboten. Das ist für die Behörden als Integrationsmassnahme ungenügend. Der Entscheid hat der seit Jahren mit finanziellen Problemen kämpfende Thurgauer Caritas das Genick gebrochen. Das katholische Hilfswerk muss nun redimensionieren und seine Aufgaben neu ausrichten.

Mit dieser Tatsache geht der Thurgauer Regierungsrat in einer ungewohnt kaltschnäuzigen Art und Weise um. „Von Seiten der Arbeitslosenvesicherung besteht weder eine Möglichkeit noch ein Bedarf, Caritas Märkte zu finanzieren“, heisst es in der Beantwortung einer einfachen Anfrage der SP-Kantonsrätin und Wigoltinger Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann Schätzle. Auch das kantonale Gesetz über Massnahmen gegen die Arbeitslosigkeit und zur Standortföderung sowie die dazugehörige Verordnung böten keine Grundlagen für eine Finanzierung, schreibt die Regierung weiter. Sonja Wiesmann Schätzle ist „unzufrieden“, wie sie gegenüber OSTBLOG sagte. „Die Antwort kann ich so nicht stehen lassen. Sie wirft Fragen auf und gibt möglicherweise auch Anlass für neue Vorstössen in der Sache.“

Mittlerweile versucht Caritas ihre gegenwärtige finanzielle Schieflage in den Griff zu bekommen und hat aus betriebswirtschaftlichen Gründen dem Geschäftsführer des Hilfswerks auf Ende Jahr gekündigt. Auch alle anderen Stellen sollen im Rahmen der Sanierung überprüft werden.

Das AWA und der Thurgauer Regierungsrat bleiben von den Massnahmen jedoch unberührt. Hauptsache, es wird gespart. Alles andere interessiert die Verwaltung nicht.

 

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