, 30. Januar 2024
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FCSG – Servette 0:2

FCSG – Servette 0:222.25 Uhr – Nach einer eigentlich ganz geglückten Startviertelstunde ging nichts mehr. Ein Eigentor leitete die Niederlage ein, aber die Espen schienen sich danach nie so wirklich gegen die Niederlage zu stemmen. Das Feuer im Spiel fehlte. Anstatt eine neue Heimsiegserie zu starten, stehen jetzt zwei Niederlagen in Folge zu Buche. Nun […]

FCSG – Servette 0:2

22.25 Uhr – Nach einer eigentlich ganz geglückten Startviertelstunde ging nichts mehr. Ein Eigentor leitete die Niederlage ein, aber die Espen schienen sich danach nie so wirklich gegen die Niederlage zu stemmen. Das Feuer im Spiel fehlte. Anstatt eine neue Heimsiegserie zu starten, stehen jetzt zwei Niederlagen in Folge zu Buche. Nun denn, vielleicht gewinnen wir ja 2024 auswärts immer.

22.23 Uhr – Schluss. St.Gallen verliert 0:2.

Minute 93 – Zigi hält noch einmal gut. Bringt halt auch semi-viel, wenns eh schon 0:2 steht kurz vor Schluss.

Minute 92 – Wenigstens ist das Frieren bald vorbei.

Minute 91 – Beinahe das 0:3…

Minute 90 – Nur noch die Nachspielzeit. Ich leg mich fest, das wird heute nix mehr.

Minute 89 – Selbst gelbe Karten werden von irgendwem präsentiert. Diesem Fussball ist echt nicht mehr zu helfen.

Minute 87 – Am besten gefällt mir heute eigentlich der junge Konietzke. Der einzige, der hier wirklich zu wollen scheint.

Minute 86 – Ja, liebe Leser:innen, ich verstehe auch nur Bahnhof.

Minute 85 – St.Gallen arbeitet sich erneut nach vorne, stellt sich zu dämlich an und scheitert dann. Da schaut auch Trainer Peter Zeidler bedröppelter drein als der Basset Hound, in den sich der frühere Rasenmäherfreund T.A. aus Finoberriet kürzlich in Como schockverliebt hat.

Minute 83 – Klar, die 83. Minute ist bei einem Rückstand von 0:2 wirklich der richtige Moment, um Freistossvarianten auszuprobieren.

Minute 81 – Auf der Haupttribüne verlassen erste Menschen das Stadion – kann man machen, ist halt aber Scheisse.

Minute 79 – Ich sag mal so: Hoch gewinnen wir heute eher nicht mehr.

Minute 77 – 14’219 Menschen sind heute hier und mindestens 14’119 davon ernüchtert davon, was sie zu sehen bekommen. Aber bei „nüchtern“ mache ich nicht mit, ich hole ein Bier. Es gab es eigentlich schon lange nicht mehr, dass man sich ein Spiel schönsaufen musste, aber das heute war und ist wirklich nix.

Minute 74 – „Schüss doch“, sage ich. „Spil doch links use“, sagt R.Z. Quintillà findet noch einen dritten Weg, das Falsche zu tun.

Minute 73 – Ein Gruss geht übrigens raus an C.F., der heute lieber bei einem Freund in St.Gallen übernachtet als bei seiner grossen Liebe, aber er meint: „Grüess doch bitte no d’An**n vo mir!“ – Tja, das hast du jetzt davon.

Minute 72 – Das LPM in der Genfer Kurve steht übrigens für „Les plus Malins“, also: „Die Schlausten“. SENF – ton dictionnaire français.

Minute 70 – Tatsächlich ist es so, dass St.Gallen hier nichts bewirken kann. Dennoch gibt es ab und zu eine interessante Szene und R.S. verteilt Schlitten. Das ist doch auch ein Highlight – vor allem deshalb, weil es schlicht keine anderen gibt zurzeit. Sorry, excusez-nous! Il faut changer à Miromesnil!

Minute 67 – Der drölfte Eckball. Wird so viel einbringen, wie die drölf – 1 davor.

Minute 65 – R.S. gähnt. Und zwar herzhaft. Und das nicht zu Unrecht. Derweil versteigt sich die St.Galler Bank in irgendwelche Streitereien mit den Masseuren von Servette… ich wünsche mir so sehr, dass sich hier noch etwas ändert, allein mir fehlt der Glauben. Bernhard Russi würde von einem garettleten Mist sprechen. Aber wir glauben noch dran hoffen drauf, dass sich doch noch etwas ändert.

Minute 62 – Aurora Borealis! Aber ein Freudenfeuerwerk ist es nicht.

Minute 61 – Und dann geht der Kopfball nach dem Eckball direkt in des Torhüters Hände. Heute bleibt uns auch echt nichts erspart. Wieso ist denn immer alles so mühsam? Vielleicht weil, um Jean-Paul Sartre zu bemühen: „Beim Fussballspiel verkompliziert sich alles durch das Vorhandensein der gegnerischen Mannschaft.“

Minute 59 – Wenn der SENF-Ticker tief in der Erinnerungskiste gräbt, ist das meist ein Zeichen dafür, dass auf dem Feld nicht viel Erbauendes passiert.

Minute 57 – Es lief die Saison 2006/07, mit Aguirre und Alex vorne, Gelabert in der Mitte und Mendez, der so lange auf falscher Position spielen musste, bis er als epochaler Fehleinkauf abgestempelt wurde. Nach der Winterpause, nach dem 1:0-Sieg in Schaffhausen, lag der FCSG sechs Punkte hinter dem Leader, ganz grosse Träume entstanden. Wer es, wie ich, eher realistischer sah, träumte von Europa. Es folgte aber eine unfassbare Unentschieden-Serie und eine Aussage, die ich dem jetzigen Servette-Trainer René Weiler bis heute nicht verzeihe: «Wir haben alle Ziele ohne Abstriche erreicht», sagte er als FCSG-Sportchef zwei Runden vor Schluss, als St.Gallen auf Rang vier lag. Es folgten ein 0:3 gegen Sion und ein 1:1 in Aarau, die Walliser zogen an St.Gallen vorbei und die Ostschweiz ging leer aus. Aber «wir haben alle Ziele ohne Abstriche erreicht.»

Minute 55 – Die St.Galler betteln schon fast um das dritte Gegentor. Es hat sich seit dem Seitenwechsel absolut gar nichts geändert. Viel mehr als das können wir zurzeit gar nicht schreiben, Gästetrainer Röne Weiler scheint alles richtig zu machen.

Minute 53 – Ein Plädoyer fürs Rauchen. Ohne Zigi ständs hier 0:3.

Minute 51 – Noch sinnbildlicher war der Eckball grade. So könnte man den Ball auch gleich von Anfang an dem Goalie zum Abstoss geben. Die Chance auf ein Eigentor beim Abstoss wäre grösser, als dass aus so einem Eckball etwas wird.

Minute 50 – Schmidt geht dem Ball nicht entgegen, damisiech, eine Szene, die sinnbildlich für das ganze Spiel steht: Die Genfer sind einfach giftiger!

Minute 47 – Schubi kommt eine Sekunde zu spät, die berühmte Sekunde, diese Scheisssekunde, die so oft fehlt! Das hätte die zweite Halbzeit mal so richtig lanciert, bisher war das aber nicht der Fall. Nun, sie dauert ja noch 43 Minuten.

Minute 46 – Auch Mihajlo ist nicht mehr auf dem Bitz, wie die Berner sagen. Dafür mit Corsin Konietzke ein ganz Junger. Mal schauen, wie dies sich auswirkt.

Minute 46 – Das Spiel läuft wieder. Ohne Nikolaj, der ist jetzt duus.

21.32 Uhr – R.S. (also der, der nicht tickert. Und auch nicht der aus Münster. Der andere) macht Hoffnung. 2:0 sei ja ein sehr gefährliches Resultat.

21.31 Uhr – Noch ist kein Spieler zurück auf dem Platz. Aber nun ja, ich würde auch eher abwarten, so kalt wie es hier ist.

Pause – Kollege R.S. (noch ein R.S.!) aus Münster (Westfalen) meinte gerade, Servette sehe aus wie „Palermo auf Wish bestellt“. Leider nur in ihrer Kluft und nicht in ihrem fussballerischen Können: Abgesehen von der Startphase waren die Gäste hier die deutlich bessere Mannschaft, vor allem spielerisch und technisch liegt da doch eine gute Differenz zwischen den beiden Teams. Die Genfer wirken ballsicherer, können besser chügele – während St.Gallen seine Kampfqualitäten bisher eigentlich gar nicht gezeigt hat. „Pomadig“, würde Töffli-Rolf Fringer sagen.

Minute 45 – Akolo kommt zum Abschluss. Aber der Ball machts wie Robin Sherbatsky und geht heute zu Mall.

Minute 44 – Zeidler hat sich auch schon seiner Jacke entledigt. Er ist einfach heissblütiger als ich.

Minute 43 – Nach einem Foul von Stanic rasten sowohl Peter Zeidler wie auch R.S. aus: „Jössesgott“, sagt R.S., er hat aber noch Steigerungspotenzial, denn Zeidler nahm man diese Reklamation irgendwie besser ab.

Minute 42 – Die Nummer drei der Genfer ist ein Japaner, er freut sich sicher darüber, dass seine Nati sich heute am Asiencup für den Viertelfinal qualifiziert hat. Aber der Natitrainer meinte wohl „Keigo, Keigo, keigo heigoh gad etz“, denn er ist nicht im Aufgebot und muss sich mit Schweizer Fussball begnügen.

Minute 41 – Er wäre in der Tat besser duus.

Minute 40 – Mit Verlaub: Nikolaj Duus ist alles, aber kein Stürmer.

Minute 38 – Als ich mit R.Z. in Lausanne war, wars zwar nicht so frisch, aber da waren die Spünten offen, die im Osten wegen Corona grad zu waren. Das war irgendwie nett. Und seltsam. Und fragwürdig. Auf jeden Fall haben Sie sicher Verständnis, dass ich keine Ahnung mehr habe, wie das Spiel ausging.

Minute 37 –  R.S. sagt: „S’wird aso scho no früsch langsam“. Hab ich’s doch gewusst. Aber: Kälter als heute war es, als ich mit dem spektakulären A.B. im Lausanner Stade de la Tuilière war, wo es keine Zuschauer hatte und (meiner Erinnerung nach) kein Tor gab. Ich erinnere mich daran, mindestens 90 Minuten lang geflucht und fast nichts zum Ticker beigetragen zu haben. Ob das heute besser wird und ob R.S. meine Schimpftiraden ebenso gut erträgt wie A.B.?

Minute 35 –  R.Z. fordert schon wieder, dass ich etwas schreibe. Etwas penetrant, der Kerli. Aber seis drum: Der EB singt, der FCSG solle aufwachen, ob er denn nicht die Schweine sehe. Keine höfliche Wortwahl, aber bei dem Palermo-Pink heute immerhin passender als auch schon.

Minute 33 – Hektik wegen Eckbällen, während ich mich wirklich darüber nerve, dass jeder Schuss von der Eckfahne von einem Sponsorenjingle begleitet wird. Klar, Geld ist wichtig, aber das geht echt schampar auf die Nerven.

Minute 32 – „Offebar viel Erklärigsbedarf zum Spruchband“, sagt R.S., denn die Kurve lässt sich Zeit mit seiner Meinungsäusserung – die dann aber sakrosankt ist.

Minute 31 – Oder ich nehm das Ganze einfach anders auf, weil immer noch Januar ist und ich immer noch nüchtern bin.

Minute 30 – Irgendwie ist die Luft seit letztem Sonntag raus und nicht wieder rein. Das Auftreten der Mannschaft, die Atmosphäre im Stadion, irgendwas fehlt hier im Vergleich zu sonst.

Minute 26 – Gerade eben wollte ich mich zum Glücksbisi aufmachen, aber ob der noch etwas hilft? Es steht schon 0:2 und Röne unter uns klatscht in die Hände. Er trägt eine viel zu lange Jacke, wie das sich für einen Trainer gehört, und freut sich. Wir uns nicht. Denn im Gegenzug vergibt Akolo. So, ich mach mich auf den Weg.

Minute 24 – „Denn schrib öppis däzue.“ R.Z. beauftragt mich, Ihnen unsere Beobachtung mitzuteilen, dass ein Servettien mit der Nummer S spielt. So siehts zumindest aus. Vielleicht hat der Materialwart fälschlicherweise etwas gekritzelt? Wir haben doch alle mal so ein komisches Superman-S gezeichnet.

Minute 21 – Das Wort begann aber ebenfalls mit H.

Minute 21 – „GC-Haudegen“ hat R.Z. in Minute 17 geschrieben. Ich kann Ihnen versichern, gesagt hat er etwas anderes.

Minute 19 – Palermo führt nach einer Flanke von der rechten Seite. Unnötig. Es war sogar ein Eigentor. Bisher nicht ganz so folgenschwer wie jenes des Schiedsrichters und seines Keller-Assistenten am letzten Sonntag, aber doch zu einem Gegentor führend.

Minute 17 – R.S. ballt beide Fäuste und knallt sie verzweifelt auf den Tisch. Der Grund: Chadrac Akolo lief alleine auf Jeremy Frick zu und vergab eine gute Chance. Es war die ganze Aufregung aber nicht wert: Der St.Galler stand im Abseits.

Minute 17 – Bendeguz Bolla, der alte GC-Haudegen, sieht die gelbe Karte. Die Heimkurve singt indes so was wie „alles usser Bier isch Scheisse“ oder so.

Minute 15 – Vielversprechender Konter des FCSG. Sowieso sind die St.Galler hier leicht besser. Aber wie wir alle wissen, das heisst noch lange nichts.

Minute 13 – Weiler ist nicht zufrieden mit seinen Genfern. Was mich wiederum zufrieden macht.

Minute 9 – „Aurora Borealis? Um die Jahreszeit und um die Tageszeit und in diesem Teil unseres Landes und obendrein auch noch ausgerechnet in unserer Kurve?“

Minute 9 – Oh sie auch an, Nordlichter in der Heimkurve!

Minute 6 – Nach dem Eckball kommt Nikolaj Duus Möller mit dem Kopf an den Ball. Der ist aber nicht drin, sondern Duus. Äxgüsi.

Minute 6 – R.S.‘ Hände verstecken sich in den Säcken seiner Jackentasche, dabei meinte er zuvor doch noch, es sei „nödemol so chaalt“. Derweil gibt’s ein erstes lautes üüüüüüü im Stadion: Ein St.Galler schiesst, es gibt Eckball. Ohne weiter reichende Folgen.

Minute 3 – Bedeutend weniger Aufregung in den ersten Minuten als am Sonntag.

Minute 1 – Und immer noch ist St.Gallen ungeschlagen. Servette tritt derweil in einem Palermo-Pink an und schon gibt es nach einem Rencontre, in das Isaac Schmidt verwickelt war, erste Emotionen. „Wie viel Lüt säged echt ez: Gib doch gad Rot?“, flachst R.S. neben mir.

Minute 1 – Das Spiel läuft. St.Gallen ist nun seit zehn Sekunden in Heimspielen ungeschlagen.

20.30 Uhr – Gleich gehts los. Heute tschuttet der FCSG zuerst anders rum als am Sonntag. Ich bin abergläubig genug, um das gut zu finden.

20.25 Uhr – Die beiden Muntlagr Tschutter vor uns, F.H. und H.K., sind allerdings ohne Kappe hier. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder führen sie ihre chicen Frisuren spazieren oder sie haben ein anderes Kälteempfinden als ich.

20.22 Uhr – Das ist halt, wenn man mit diesem Pfüä aufwächst. Da hat man ein ganz anderes Kälteempfinden.

20.18 Uhr – So, die Skisocken, die langen Unterhosen und das Thermoshirt sind montiert, R.S. und ich auf der Medientribüne parat für das heutige Schaulaufen von Grün-Weiss und Grenat im St.Galler Westen. Jaja, es war auch schon kälter, es ist tatsächlich weniger kalt als erwartet, aber hier schreibt ein ausgesprochener Gfrörli, der Kälte gar nicht ausstehen kann. Warum ich mich gemeldet habe, freiwillig über dieses Spiel zu schreiben? Frage ich mich auch.

20.17 Uhr – Der Vorteil, so ohne Sonne: Man sieht den Bildschirm deutlich besser.

20.11 Uhr – Es kann eigentlich nur besser werden als am Sonntag. Ausser das Wetter. Die Sonne vom letzten Spiel vermisst R.Z. jetzt schon, obwohl er nicht mal da war am Sonntag. Und damit herzlich willkommen zum Spiel gegen Servette.
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