, 8. Mai 2014
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Tierschutz: Giftfrösche statt Lamas

An der diesjährigen «Animalia» sollen Kaninchen und Co. nicht mehr unter Dauerstress stehen. Nach massiver Kritik des Tierschutzes ist der Streichelzoo gestrichen worden, und die Zurschaustellung einiger Tiere soll artgerechter erfolgen. Immerhin.

Pfeilgiftfrosch

Der Schweizer Tierschutz (STS) hat vieles bemängelt an der «Animalia», der grössten Kleintierausstellung der Schweiz, die 2014 zum elften Mal stattfindet und rund 20’000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Unter anderem die in der Kategorie Hunde und Katzen ausgestellten Qualzuchten, die Entwürdigung der Tiere durch Beauty-Contests und die fehlenden Rückzugsmöglichkeiten in den Gehegen und Käfigen.

Schlechteste Noten für Animalia

Die acht grössten Tierausstellungen der Schweiz hat der STS letztes Jahr von Fachleuten bewerten lassen. Die von den Olma Messen St.Gallen organisierte «Animalia» schnitt am schlechtesten ab. STS-Sprecherin Helen Sandmeier äusserte sich auf Anfrage erstaunt über die Reaktion auf das Ranking: «Alle anderen Ausstellungen, die wir beurteilt hatten, suchten mit uns das Gespräch. Nur von der Animalia haben wir nichts gehört.»

«Mit dem STS kann man gar nicht reden. Der hat seine Standpunkte und davon rückt er nicht ab», entgegnet Thomas Waespe, Messeleiter der «Animalia». Man habe in Sachen Tierschutz aber intensiven Kontakt mit den zuständigen Behörden und halte sich auch an die entsprechenden Regeln, führt er weiter aus. Der STS gehe mit seinen Forderungen weit über die Tierschutzgesetze hinaus.

Qualzuchten weiterhin erlaubt

Des Eindrucks, dass bei der Durchsetzung des Tierschutzes an der «Animalia» nicht alles klar ist, kann man sich nicht erwehren. So soll die Ausstellung von Qualzuchten (Faltenhunde zum Beispiel) weiterhin erlaubt sein, weil kein schweizerisches Verbot besteht. Der STS kritisierte auch das eigentlich verbotene Sprayen und Pudern von Tieren bei Beauty Contests an der letztjährigen «Animalia». Rassen-Richterin Elisabeth Feuz sagt: «Solche Verbote sind teilweise missachtet worden. Wir werden jetzt ein Auge darauf werfen, Regelverstösse ahnden und allenfalls Züchter von den Wettbewerben ausschliessen.»

Sprengstoffspürhund mit Hundeführer

Sprengstoffspürhund mit Hundeführer

Sprengstoffspürhunde und Pfeilgiftfrösche

Lamas und Fasane können künftig nicht mehr für einen Auftritt an der «Animalia» verpflichtet werden. Seitens der Ausstellungsleitung heisst es, dass diese Tiere zu sensibel und daher nicht geeignet seien.

Ersatz ist aber bereits gefunden; erstmals treten Sprengstoffspürhunde und Pfleigiftfrösche auf – unter Wahrung des Tier- und Menschenschutzes, wie es heisst. Die Hunde sollen ohne echten Sprengstoff und ohne Knallerei vorgeführt werden und die Frösche in entgiftetem Zustand. Letztere brauchen übrigens Ameisen als Mahlzeiten, um das tödliche Nervengift im Körper zu produzieren. Bei der Animalia heisst es, dass die bunten Tiere dieses Futter in Gefangenschaft nicht erhalten werden.

Animalia 2014 – Messe für Heimtiere und Kleintierzucht mit internationalen Hundeausstellungen und Rassekatzenausstellungen: 10. und 11. Mai, Olma Messen St.Gallen

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