Über Fussball wird ja viel und gerne geredet, nicht nur auf Seiten der TV-Kommentatoren. Kaum jemand, der oder die keine Meinung hat; zum Sport an sich, zu einem bestimmen Spieler, zur Lieblings- oder Hassmannschaft oder zur krakenartigen Maschinerie, die dahinter steckt. Und dann gibt es noch all jene, die einem bei jeder Gelegenheit wortreich erklären, warum sie «mit dieser Fussballnarretei ums Verrecken nichts anfangen» können.
Das breitentaugliche Thema Fussball mit all seinem Drumherum dürfte demnach ein Gärtchen sein, das man als Poetry Slammer oder Poetry Slammerin liebend gern einmal abgrast. Das haben sich auch Thomas Weber, Manuel Dudli und Reto Lemmenmeier von der Fanarbeit St.Gallen gedacht – und zum ersten «Tschutti Slam» im Bierhof gerufen, dem neuen heimeligen Fanlokal an der Rorschacherstrasse 34 in St.Gallen.
Acht Slammerinnen und Slammer treten an zum verbalen Dribbling – wobei der Frauenanteil in etwa gleich marginal ist wie jener im Fussballbusiness: Rosie Hörler ist die einzige Frau auf dem Platz, dafür aber eine, die mit Fussball definitiv einiges am Hut hat.
Die anderen vom Heimteam: Natanael Ritter, der wie Hörler aus dem Appenzellischen kommt, und aus St.Gallen Ralph Weibel, Etrit Hasler und Dani Wirth. Die Gastspieler heissen Marco Gurtner (Thun), Marius Portmann (Oetwil am Zürisee) und Alain Wafelmann (Bern).
Fussball Poetry Slam: 14. Dezember, 20 Uhr, Bierhof St.Gallen
bierhof.sg
Gepfiffen und fachkundig begleitet wird das Alle-gegen-Alle-Match von zwei berüchtigten und ebenso begnadeten Fussball-Quasselstrippen: Jaan Schaller und Philipp Widmer vom Adrenalin-Team auf Toxic FM. Sie kommentieren die Grün-Weiss-Spiele live und sind dabei nicht selten noch ein Mü weiter entfernt vom Platzgeschehen als unsere Freunde vom Senf-Magazin, die jeweils die Heimspiele betickern auf saiten.ch.
Sicherheitskräfte braucht es voraussichtlich keine an diesem Abend, schliesslich entscheidet das Publikum, wer am Ende gewinnt. Die Regeln sind klar: Es wird geklatscht, aber niemand wird geklatscht.
Dieser Beitrag erschien im Dezemberheft von Saiten.
Am Wochenende bringt das Aufgetischt-Festival wieder über 100 Strassenkünstler:innen aus aller Welt in die Gassen der Stadt St.Gallen. Wir haben mit Daiana Mingarelli vom Duo Daiana Lou über die Eigen- und Besonderheiten des Busking gesprochen.
Heavy Psych Sounds Fest
Der peinliche bis inhaltsleere Auftritt des Tech-Faschisten Curtis Yarvin hat die Berichterstattung über das diesjährige St.Gallen Symposium dominiert. Am Montag haben – vor allem geisteswissenschaftliche – Exponent:innen der HSG in einem öffentlichen Gespräch versucht, Yarvins langen Schatten zu verwedeln.
Die St.Galler Theaterkompanie Rohstoff zeigt am 22. und 23. Mai ihr aktuelles Theaterstück in der Kellerbühne. Wie in einem Rausch erzählt Orlando* von Geschlechternormen, Grenzauflösungen und Verwandlungen.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Eleanor Antin ist seit 60 Jahren künstlerisch tätig. Früh hat sie sich mit Technologie, Rassismus und Genderfluidität beschäftigt, doch zwischenzeitlich war sie fast in Vergessenheit geraten. Nun macht die erste europäische Retrospektive Station im Kunstmuseum Liechtenstein.
Der Musiker und Künstler Nicolaj Ésteban veröffentlicht ein neues Album seiner Band Loveboy And His Imaginary Friends. Es führt in eine faszinierende Welt – und in sein Inneres, wo es manchmal dunkel ist.
Nach vierzig Jahren kehrt Guido R. von Stürler in die Kunsthalle nach Wil zurück. Der Künstler, mit einem Faible für Fliegen, zeigt in «Zwischen den Systemen – Kunst im vernetzten Jetzt» eine Werkübersicht, die Organisches und Digitales vereint.
Eine halbe Million weniger von Kanton und Stadt – trotzdem machen Konzert und Theater St.Gallen vorläufig keine Abstriche beim Programm. Die Spielzeit 26/27 kündigt «Grenzgänge» an, sehr zeitgemässe insbesondere im Schauspiel.
Die Kritik an der Einladung des extremistischen und techno-libertären US-Bloggers Curtis Yarvin ans St. Gallen Symposium war gross – und berechtigt. Trotzdem war sein Auftritt am Ende vor allem eines: entlarvend. Selten traten die Widersprüche, die Selbstüberschätzung und die intellektuelle Leere der Neuen Rechten so öffentlich zutage.
In eigener Sache
Historische Überlieferungen sagen oft mehr über die Geisteshaltung der Verfasser aus als über geschichtliche Tatsachen. Was lässt sich also gesichert über die historische Person Wiborada sagen? Eine quellenkritische Spurensuche.
Ein Jahrhundert nach Thomas Manns Roman greifen Karl Kave & Durian das Motiv neu auf und erzählen mit Zauberberg ein vielschichtiges Konzeptalbum über Pflege, Perspektiven und gut betuchte Damen.
Paris, New York, Shanghai, Ittingen: Mit Fabrice Hyber gastiert mal wieder ein international renommierter Künstler im Kunstmuseum Thurgau. Eine Begegnung.
Treueprobe, Verkleidungsspuk, Partner:innentausch: Così fan tutte scheint definitiv von vorgestern. Trotzdem lohnt sich Mozarts Oper auch jetzt wieder am Theater St.Gallen. Am Samstag war Premiere.
Das Kunstzeughaus Rapperswil-Jona zeigt seit dem 26. April die aktuelle Sammlungsausstellung «wohin – woher – womit». Mitgestaltet von Menschen aus der Region untersucht sie, wie Teilhabe in Museen künftig aussehen kann.
St.Gallen verliert das Spiel gegen Sion und macht so Thun zum Meister. Doch in St.Gallen denken längst alle an den anderen Titel, der dann in drei Wochen vergeben wird. Das Spiel gegen Sion zum Nachlesen gibt es trotzdem im SENF-Ticker.
Filmfestival in Frauenfeld
Buch zur Migration in die Ostschweiz
In diesem Jahr feiert St.Gallen den 1100. Todestag Wiboradas. Obwohl die Inklusin einen grossen Einfluss auf die Stadt hatte, ist sie den wenigsten ein Begriff. Das soll sich ändern. Wie dies gelingen soll und welche Bedeutung Wiborada heute noch hat, erzählen Jolanda Schärli und Hildegard Aepli vom Verein Wiborada-Jubiläum 2026 sowie Karin K. Bühler von der feministischen Bibliothek Wyborada im Gespräch mit Saiten.