Schön wars, das Abschiedsfest der 24-Stunden-Tankstelle am Unteren Graben. Fast zwei Jahre ist es her, dass das vielbesuchte St.Galler Paralleluniversum schliessen und der Uni und einer erweiterten Parkgarage Platz machen musste. Zum Abschied gab es in der Halle der ehemaligen Autowerkstatt nebenan Würste und Kartoffelsalat, Kurzgeschichten zur UG24, Musik von den Selfies und Gee K und eine Aftershow mit DJ Beat Drittenbass.
Wer wollte, konnte sich an diesem Abend noch ein letztes Erinnerungsstück aus der 24er ergattern. Ich habe mir eine ziemlich grusige Time-Square-Hologrammtafel gekauft, die schon seit Jahren dort stand. Das Schönste an diesem Teil sind die Grüsse und Wünsche, die mir die ehemaligen Angestellten des Tankstellen-Bistros auf die Rückseite geschrieben haben.
Zwischennutzung vor dem Baubeginn
Eigentlich hätte der Umbau der UG24 zur UG25 längst beginnen sollen, doch der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) hat Einsprache erhoben. Die Verhandlungen haben sich fast ein Jahr hingezogen und als sich auch noch die Sanierung des Rosenbergtunnels verschoben hat, die zu erheblichem Mehrverkehr in der Innenstadt führen wird, hat sich die Bauherrnschaft dazu entschlossen, mit dem Baubeginn nochmals zu warten. Im vergangenen Mai fällte sie den Entschluss, dass erst im Frühling 2018 mit dem Bau begonnen wird.
Baustelle Kunst – Gass.Retro.UG.: 3. November (Vernissage) bis 1. Dezember, Unterer Graben 24, St.Gallen
Das hat den Künstler Augustinus Markus Rupp alias Gass auf den Plan gerufen. Er hat bei den zuständigen Architekten für eine Zwischennutzung angefragt, was ja derzeit grad en vogue ist in St.Gallen, und eine Zusage erhalten. «Baustelle Kunst» heisst seine Ausstellung die sich im Moment im Aufbau befindet und am 3. November in der ehemaligen Autogarage Vernissage feiert.
Kunst im Niemandsland
Gass bemalt Haus- und Leinwände, Papier, Holzbretter, Kunststoff und auch menschliche Haut. Seine Bilder installiere er auch gern in Freiräumen ausserhalb enger Mauern, in Grenzgebieten zwischen Zivilisation und Natur, sagt eine gute Freundin von ihm. «Orte, die für einen Moment zwischen zwei Bestimmungen zu Niemandsland geworden sind, wo sich die Kraft der Natur entfaltet und sich ihren Raum zurückerobert.»
Den Freiraum um die ehemalige 24er-Tankstelle kann Gass mit seiner Kunst zwar nicht mehr zurückerobern, aber er kann das Gelände – hoffentlich – noch einmal zünftig mit Leben und Gewusel erfüllen, bevor sich dort nur noch Studis und Autos stapeln.
Dieser Beitrag erschien im Novemberheft von Saiten.
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Theater
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Musik
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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
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