Das Projekt nennt sich «Haus im Park» und zeigt sich als rund 80 Meter langes Gebäude mit einer geschwungenen Eingangsrampe. Konstruiert aus Beton und Holz, mit Eingängen von zwei Seiten und umgeben von parkähnlichem Grün – so der Entwurf des Zürcher Architekten Pascal Flammer für den neuen Campus der Uni St.Gallen am Platztor.
Das kompakte Volumen habe einen vergleichswiese kleinen Fussabdruck und überzeuge durch seine Offenheit mit den grossen Fensterflächen. Dies erklärten die Vertreter des Kantons und der Rektor der Uni St.Gallen bei der Präsentation. Die HSG wolle ja den Austausch im und rund um das Gebäude pflegen. Deshalb ist auch eine fürs Publikum offene Cafeteria geplant, die aufs Stadtzentrum ausgerichtet sein soll.
Der Haupteingang zur St.Jakob-Strasse.
Der zusätzliche Campus wird nötig, weil die HSG oben auf dem Rosenberg längst zu klein ist. Gebaut in den frühen 1960er-Jahren ist die Anlage dort für gut 5000 Studierende ausgelegt. Heute zählt die Uni aber fast 9000 Immatrikulierte. Im ganzen Quartier sowie an vielen weiteren Orten in der Stadt hat die HSG deshalb Räume dazugemietet.
Im zweiten Anlauf
Nachdem der Grundsatzentscheid für einen zweiten Campus am Platztor gefallen war, wurde 2019 ein offener Architekturwettbewerb ausgeschrieben. 90 Teams meldeten sich dafür an, 59 gaben Projekte ab. Die erste Jurierung brachte allerdings noch kein Resultat. Drei Projekte wurden in eine Überarbeitung geschickt, und Sieger ist nun der Zürcher Architekt Pascal Flammer.
Der 48-jährige Architekt hat an der ETH, in Delft (NL) und in Lausanne studiert. Er war lange an verschiedenen Architekturschulen als Dozent tätig und betreibt seit gut zehn Jahren sein eigenes Büro. 2012 wurde ein von ihm entworfenes Haus am Waldrand bei Balsthal Publikumssieger im Wettbewerb um das beste Einfamilienhaus in der Schweiz.
Der öffentliche Park zur Böcklinstrasse.
Sein Projekt für den Platztor-Campus steht – im Gegensatz zu einigen anderen eingereichten Wettbewerbsarbeiten – etwas von der Strasse abgerückt, nimmt damit Rücksicht auf das Quartier und schafft Platz für eine grüne Umgebung. Es fällt durch Fassaden auf, die mit einem leichten Schwung das grosse Volumen brechen.
Die HSG sucht die Nähe zur Stadt
Zwei Eingänge auf zwei Ebenen zur Platztorkreuzung und einer auf der Bergseite zur Böcklinstrasse machen die Uni gut zugänglich und durchgängig. Herzstück wird eine mehrgeschossige Aula mit 400 Plätzen. Insgesamt ist die Anlage für 3000 Studierende ausgelegt. In den oberen Geschossen sind interne Treppen vorgesehen.
Alle 59 eingereichten Projekte sind im 3. Stock der Hauptpost bis zum 8. Mai ausgestellt: Mo–Fr 16–19 Uhr, Sa 10–15 Uhr
Noch braucht das Projekt aber Überarbeitungen, und weil das anschliessende Sondernutzungs-Planverfahren noch viele Details regeln muss, wird nicht vor 2025 mit einem Baubeginn gerechnet. Zu den vielen Details gehört auch die Planung eines ebenerdigen Übergangs über die vielbefahrene Platztor-Kreuzung und der Ausbau der Unterführung sowie der Treppen zwischen dem Campus auf dem Rosenberg und dem Neubau. Wenn alles klappt, kann der Neubau 2029 bezogen werden.
Aula (oben), Foyer und Restaurant.
Erreichbar ist das Areal gut zu Fuss, mit dem öV oder Velo. Im Untergeschoss sind 500 Veloplätze geplant, aber nur 50 Autoparkplätze – ausschliesslich für Uni-Mitarbeitende. Kosten wird der Campus nach heutigem Wissensstand rund 207 Millionen. Die Stimmberechtigten des Kantons St.Gallen haben 2019 bereits 160 Millionen bewilligt. Der Bund, die Uni selbst und die Stadt zahlen mit.
Hier ein Film der Uni zum Projekt:
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.