Kategorie
Autor:innen
Jahr

Uni-Erweiterung: Transparenz am Platztor

Die Universität St.Gallen soll am Platztor, direkt am Rand der Altstadt, einen zweiten Campus bekommen. Die Jury entschied sich im Architekturwettbewerb für ein kompaktes, transparentes sechsgeschossiges Volumen.
Von  René Hornung
Ansicht vom Platztor. (Visualisierungen: pd)

Das Projekt nennt sich «Haus im Park» und zeigt sich als rund 80 Meter langes Gebäude mit einer geschwungenen Eingangsrampe. Konstruiert aus Beton und Holz, mit Eingängen von zwei Seiten und umgeben von parkähnlichem Grün – so der Entwurf des Zürcher Architekten Pascal Flammer für den neuen Campus der Uni St.Gallen am Platztor.

Das kompakte Volumen habe einen vergleichswiese kleinen Fussabdruck und überzeuge durch seine Offenheit mit den grossen Fensterflächen. Dies erklärten die Vertreter des Kantons und der Rektor der Uni St.Gallen bei der Präsentation. Die HSG wolle ja den Austausch im und rund um das Gebäude pflegen. Deshalb ist auch eine fürs Publikum offene Cafeteria geplant, die aufs Stadtzentrum ausgerichtet sein soll.

Der Haupteingang zur St.Jakob-Strasse.

Der zusätzliche Campus wird nötig, weil die HSG oben auf dem Rosenberg längst zu klein ist. Gebaut in den frühen 1960er-Jahren ist die Anlage dort für gut 5000 Studierende ausgelegt. Heute zählt die Uni aber fast 9000 Immatrikulierte. Im ganzen Quartier sowie an vielen weiteren Orten in der Stadt hat die HSG deshalb Räume dazugemietet.

Im zweiten Anlauf

Nachdem der Grundsatzentscheid für einen zweiten Campus am Platztor gefallen war, wurde 2019 ein offener Architekturwettbewerb ausgeschrieben. 90 Teams meldeten sich dafür an, 59 gaben Projekte ab. Die erste Jurierung brachte allerdings noch kein Resultat. Drei Projekte wurden in eine Überarbeitung geschickt, und Sieger ist nun der Zürcher Architekt Pascal Flammer.

Der 48-jährige Architekt hat an der ETH, in Delft (NL) und in Lausanne studiert. Er war lange an verschiedenen Architekturschulen als Dozent tätig und betreibt seit gut zehn Jahren sein eigenes Büro. 2012 wurde ein von ihm entworfenes Haus am Waldrand bei Balsthal Publikumssieger im Wettbewerb um das beste Einfamilienhaus in der Schweiz.

Der öffentliche Park zur Böcklinstrasse.

Sein Projekt für den Platztor-Campus steht – im Gegensatz zu einigen anderen eingereichten Wettbewerbsarbeiten – etwas von der Strasse abgerückt, nimmt damit Rücksicht auf das Quartier und schafft Platz für eine grüne Umgebung. Es fällt durch Fassaden auf, die mit einem leichten Schwung das grosse Volumen brechen.

Die HSG sucht die Nähe zur Stadt

Zwei Eingänge auf zwei Ebenen zur Platztorkreuzung und einer auf der Bergseite zur Böcklinstrasse machen die Uni gut zugänglich und durchgängig. Herzstück wird eine mehrgeschossige Aula mit 400 Plätzen. Insgesamt ist die Anlage für 3000 Studierende ausgelegt. In den oberen Geschossen sind interne Treppen vorgesehen.

Alle 59 eingereichten Projekte sind im 3. Stock der Hauptpost bis zum 8. Mai ausgestellt:
Mo–Fr 16–19 Uhr, Sa 10–15 Uhr

Noch braucht das Projekt aber Überarbeitungen, und weil das anschliessende Sondernutzungs-Planverfahren noch viele Details regeln muss, wird nicht vor 2025 mit einem Baubeginn gerechnet. Zu den vielen Details gehört auch die Planung eines ebenerdigen Übergangs über die vielbefahrene Platztor-Kreuzung und der Ausbau der Unterführung sowie der Treppen zwischen dem Campus auf dem Rosenberg und dem Neubau. Wenn alles klappt, kann der Neubau 2029 bezogen werden.

Aula (oben), Foyer und Restaurant.

Erreichbar ist das Areal gut zu Fuss, mit dem öV oder Velo. Im Untergeschoss sind 500 Veloplätze geplant, aber nur 50 Autoparkplätze – ausschliesslich für Uni-Mitarbeitende. Kosten wird der Campus nach heutigem Wissensstand rund 207 Millionen. Die Stimmberechtigten des Kantons St.Gallen haben 2019 bereits 160 Millionen bewilligt. Der Bund, die Uni selbst und die Stadt zahlen mit.

Hier ein Film der Uni zum Projekt:

 

Nur das Jetzt zählt

Der Schwei­zer Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics über­lässt in sei­nem neu­en Film Das un­end­li­che Jetzt Men­schen, die mit De­menz le­ben, die Büh­ne. Ein Ex­pe­ri­ment mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Sto­rytel­ling, auf das es sich ein­zu­las­sen lohnt.

Von  Vera Zatti
Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights

Das Kro­ko­dil schnappt wie­der zu

Von  Pius Frey  und  David Gadze
Krokodil 2026 pd

24/7 Traumacore

Heat Girl Sum­mer

Von  Mia Nägeli

Kunst in Oberuzwil

Spu­ren der Hei­mat

Von  Vera Zatti
Dieses

Musik

Mehr als Jazz im Kult­bau

Von  Richard Butz
GP Trio MF90302 k

«Die Wahr­neh­mung nicht be­die­nen, son­dern schär­fen»

Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

Von  Philipp Bürkler
Bassilikum 04

Mo­bi­li­täts­al­li­anz nimmt Fahrt auf

Die Mo­bi­li­täts­al­li­anz Ost­schweiz will Pend­ler:in­nen zum Um­stieg vom Au­to auf Bus, Bahn und Ve­lo be­we­gen. Bei den zehn be­tei­lig­ten Gross­un­ter­neh­men lässt be­reits je­de fünf­te Per­son das Au­to am Mor­gen ste­hen. Nun sol­len 500 wei­te­re Fir­men fol­gen. 

Von  Philipp Bürkler
Mobilitaetsallianz 1 philipp buerkler

Tu­bes, Pipe­lines, Cords

Au­gus­tin Re­be­tez macht kei­ne hal­ben Sa­chen. Sei­ne Kunst ist aus­ufernd und dicht zu­gleich. Er ent­wi­ckelt an­spie­lungs­rei­che Bild­wel­ten – ak­tu­ell in der Kunst­hal­le Ar­bon.

Von  Kristin Schmidt
Augustin Rebetez key visual Kunsthalle Arbon Augustin Rebetez

Zu hoch für Ap­pen­zell

Der Kan­ton Ap­pen­zell In­ner­rho­den plan­te am Lands­ge­mein­de­platz in Ap­pen­zell ein neu­es Ge­bäu­de für die Ge­rich­te, die Bi­blio­thek und die kan­to­na­le Ver­wal­tung. Die eid­ge­nös­si­schen Kom­mis­sio­nen für Na­tur- und Hei­mat­schutz und je­ne für Denk­mal­pfle­ge brach­ten das Pro­jekt je­doch zu Fall.

Von  René Hornung
Verwaltungsgebaeude appenzell pd

Offener Brief an die Bundespolitik

Wir wol­len Rech­te, kei­ne Al­mo­sen

Von  Christoph Keller

In­no­va­ti­on ge­hört zur DNA

Das Fi­gu­ren­thea­ter St.Gal­len wird 70. Was sich ver­än­dert hat, war­um Pup­pen Kin­der wie Er­wach­se­ne fas­zi­nie­ren und wie man auch Ju­gend­li­che er­rei­chen kann: ein Ge­spräch zum Ju­bi­lä­um.

Von  Peter Surber
Hochdruck Crasch Polizei 04665

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber
DSC3137

Un­ter­schied und Wir­kung

In der Aus­stel­lung «Die lei­sen Un­ter­schie­de» im Haus zur Glo­cke in Steck­born be­fas­sen sich fünf Künst­ler:in­nen mit der Wahr­neh­mung von Un­ter­schie­den. 

Von  Vera Zatti
03 Schuetz Chraeje n un Gwaage ss Foto

Kolumne: Heppelers Bestiarium

Cy­borg-Ka­ker­la­ken

Von  Jeremias Heppeler

Fu­rio­ses Klang­ge­wit­ter

Mit dem En­sem­ble TAK aus New York gas­tier­te am Diens­tag ein Neue-Mu­sik-Quin­tett von Welt­rang im St.Gal­ler Kult­bau. Or­ga­ni­siert vom Zy­klus Con­tra­punkt, hät­te der Abend mehr Pu­bli­kum ver­dient. Ein Bubble-Pro­blem?

Von  Peter Surber
Contrapunkt 1 martin fluege

Ne­an­der­tha­ler:in, ge­hüllt in Pink 

Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

Von  Vera Zatti
Stereotypes Kulturmuseum 2026 1

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor