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Unraum, die zweite und siebzehnte

Eine Farbdusche gefällig oder eine Kuschelstunde im lachsfarbenen Zelt? Der «Unraum» machts möglich. 24 junge Künstlerinnen und Künstler besetzen ein Abbruchhaus.

Von  Kristin Schmidt , 

Grrrrrr. Der Kamin bleckt die Zähne und streckt die rote Zunge weit ins Zimmer hinaus, knickt sie sogar rechtwinklig ab: «Komm mir nicht zu nahe! Und wenn Du es doch tust, garantiere ich für nichts.» Ausser für eine gehörige Portion Kunst. Unter dem Dach, im Bad, in der Waschküche, im Garten, im Keller, auf dem Herd und in der Sitzwanne, in den Zimmern, im Gang – Kunst überall.

Ein altes Wohnhaus in der Linienstrasse 17 in St.Gallen ist zum Kunst-, soll heissen zum zweiten «Unraum» mutiert (den ersten gab es im vergangenen Jahr in Rotmonten): «Lange wurde das Haus strapaziert und daran gezehrt, um Menschen einen Unterschlupf zu bieten. In den letzten zwei Wochen durfte das Haus sich endlich entfalten.» Dann kommt der Abriss. Aber der scheint noch unendlich fern, so vital wie sich das Haus mit den Arbeiten 24 junger Künstlerinnen und Künstler präsentiert.

So mancher der Namen war schon in anderen Zusammenhängen zu hören, im Nextex etwa oder bei «Junge Kunst» im Flon. Doch was für ein Unterschied! Während sich die jungen Künstlerinnen und Künstler in letzterem mit wenigen Laufmetern pro Person, kunstuntauglichen Stellwänden und somit einer nicht sehr geeigneten Gesamtsituation auseinandersetzen müssen, ist das Haus in der Lilienstrasse geradezu eine Aufforderung, sich künstlerisch auszutoben. Und das tun sie denn auch, die jungen Wilden. Da wird gebaut, gehängt, gesprayt, gemalt, konstruiert und dekonstruiert, da erobert sich die Kunst noch den hintersten Quadratzentimeter.

Ob alles Kunst ist, was da herumsteht und -liegt? Darauf kommt es nicht an, entscheidend ist, dass die Kunstschaffenden zusammengefunden haben und es schaffen, das ganze Spektrum der Kunst zu integrieren und stimmig zu präsentieren, selbst konventionell anmutende Malerei. Jeder Raum schlägt ein anderes Kapitel auf und doch fügen sich alle zu einer grossen Installation. Chaotisch ist es, aber auch energiegeladen, spannungsvoll und überraschend.

So bekommt etwa der Begriff der Overall-Structure völlig neue Bedeutung, wenn die Farbe ausgehängte Schranktüren, den Schüttstein, Boden, Wände, eben einfach alles bedeckt. So wild geht es nicht überall zu, es gibt beispielsweise auch ein Zeichnungskabinett durchsetzt mit Digitaldrucken und Versatzstücken echter Natur. Im Keller fliegt ein Leuchtstäbchenschwarm, und zwischen Eierkartons kommt Partystimmung auf.

Wem das alles nicht reicht, kann sich im Garten noch eine Portion Weihnachtsstimmung abholen. Oder die Künstlerliste mitnehmen. Denn das ist gewiss: Unter den dort Genannten gibt es einige, denen wir künftig in den Kunsträumen der Region wieder begegnen werden, und es auch wollen.

Ort: Lilienstrasse 17, St.Gallen – Lachen

Beteiligte: Claudia Bühler / Elias Buess / Elvira Bärtschi / Fridolin Schoch / Gundula / Julia Kubik / Juri Römmel / Joel Roth /Kim Schläpfer / Luca van Grinsven / Matea W. Elten / Mats Hartmann / Pauer Mirko / Ramona Gschwend / Roman Karrer / Pascal Schwendener / Paula Förster / Rouven Stucki / Sandi Gazic / Selina Buess / Stefan Schöbi / Una Lupo / Valentin Beck & Adrian Rast

Öffnungszeiten:
Mittwoch, 12.2. von 17–20 Uhr
Donnerstag, 13.2. von 17–20 Uhr
Freitag, 14.2. Finissage ab 18 Uhr mit Musik und Überraschungen

Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

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Humanhuman 2026 calexandrakochdevos lowres 2

Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

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Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

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Peter Kamm Kunst am Bau Erweiterungsbau Paedagogische Hochschule Kreuzlingen

Die Stick­ma­schi­ne steht still

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01 1 Stickerei Dok Walters beide an Maschine von hinten Kopie

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Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights

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Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

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Von Philipp Bürkler,
Mobilitaetsallianz 1 philipp buerkler

Tu­bes, Pipe­lines, Cords

Au­gus­tin Re­be­tez macht kei­ne hal­ben Sa­chen. Sei­ne Kunst ist aus­ufernd und dicht zu­gleich. Er ent­wi­ckelt an­spie­lungs­rei­che Bild­wel­ten – ak­tu­ell in der Kunst­hal­le Ar­bon.

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Augustin Rebetez key visual Kunsthalle Arbon Augustin Rebetez

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Das Fi­gu­ren­thea­ter St.Gal­len wird 70. Was sich ver­än­dert hat, war­um Pup­pen Kin­der wie Er­wach­se­ne fas­zi­nie­ren und wie man auch Ju­gend­li­che er­rei­chen kann: ein Ge­spräch zum Ju­bi­lä­um.

Von Peter Surber,
Hochdruck Crasch Polizei 04665

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von Lilli Kim Schreiber,
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In der Aus­stel­lung «Die lei­sen Un­ter­schie­de» im Haus zur Glo­cke in Steck­born be­fas­sen sich fünf Künst­ler:in­nen mit der Wahr­neh­mung von Un­ter­schie­den. 

Von Vera Zatti,
03 Schuetz Chraeje n un Gwaage ss Foto