, 20. September 2017
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FCSG vs. FC Basel 2:1 – Ein verdienter Sieg gegen den Ligakrösus

Der FC St.Gallen schlägt den FC Basel verdient mit 2:1. Aratore und Aleksic bringen die St.Galler mit 2:0 in Führung, zum Schluss mussten die St.Galler aber nochmal zittern. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.

FCSG – FC Basel 2:1

Abpfiff – Schiedsrichter Klossner beendet die Partie, der FCSG schlägt Basel mit 2:1! Ein im Anbetracht der aktuellen Lage bemerkenswert starker Auftritt, der mit Überzeugung und Reife eingefahren wird. Kurz vor dem Schlusspfiff standen die Zuschauer einer nach dem anderen auf, um dem St.Galler Auftritt Respekt zu zollen. Es hatte etwas Sonderbares. Keine unbändige Freude, eher Erleichterung. Aber nicht nur. Es war eine unausgesprochene Übereinkunft, diesen Verein – trotz allem – zu feiern. Nicht mehr, nicht weniger. Wir wünschen einen schönen Abend.

Minute 92 – …aus dem nichts wird.

Minute 92 – Das Stadion versucht hier kollektiv, das SPiel abzupfeifen. Aber es gibt nochmal Eckball für den FCB…

Minute 91 – Basel brilliert auch danach nicht mit Fairplay. Sie geben zwar den Ball zurück, aber so knapp ins Seitenaus, dass das eigentlich kein Vorteil mehr ist. Aber zugegeben, andersrum hätten wir das gefeiert.

Minute 90 – Das war jetzt wirklich unverständlich. Buess liegt nach einem Zweikampf am Boden. Basel spielt weiter, der Schiri lässt auch weiterspielen, pfeifft dann aber ab, als Aratore einen Konter hätte lancieren können.

Minute 89 – Zuffi trifft zum 1:2. Keine Pointe. Keine Punkte für den FCB? Es wird leider nochmals spannend.

Minute 88 – Wicky steht derweil ratlos an der Seitenlinie. „Hüere Scheiss“

Minute 84 – Tritt auf die Euphoriebremse: Hey übrigens, auch Joe Zinnbauer hat gegen Basel gewonnen. Imfall!

Minute 83 – Es wird langsam aber sicher bitterkalt hier im Stadion des ehemaligen südkoreanischen Nationalspielers Ky-Bun Park. Marco Walker macht das nichts aus. Unbeirrt steht er in kurzen Hosen am Spielfeldrand. Marco Walker – Walker Texas Ranger – Chuck Norris. Zufall?

Minute 81 – Wiss mäht mit einem Andy-Hug-Gedenk-Kick den Basler van Wolfswinkel um.

Minute 79 – Ein für einmal verheissungsvoller Basler Angriff wird vom Linienrichter unterbrochen. Abseits. Schiedsrichter Klossner fragt beim Video-Referee in Bern nach, der hastig seine Chips-Krümmel von der Tastatur wischt und Netflix‘ Narcos unterbricht. Da er den dubiosen, fünf Viren mit sich ziehenden Stream des Spiels nicht schnell genug findet, sagt er einfach: „Richtig entschieden.“ Fussballmafia SFV!

Minute 75 – St.Gallen spielt jetzt mit einer 5er-Abwehr. Lüchinger als Ganz-Aussen-Verteidiger ziehts aber merklich nach vorne Er würde wohl hier gerne sein Debüt krönen.

Minute 72 – Koch kommt, Ajeti geht. All in all it’s just another brick in the wall. St.Gallen mauert hier seit einigen Minuten und tut dies wohl auch weiterhin. Die Basler finden wenig Lösungen. Ich im Franz-Unterricht, immer.

Minute 66 – Nun, das Spiel gibt derzeit nicht viel her, was natürlich für Grün-Weiss spricht. Wer aber davon ausgeht, dass wir Tickerer hier einen Gaudi haben, der irrt. Das Ganze verläuft pragmatisch. Ein Transkript der letzten Minuten:

R.S: „I mue goh schiffe.“

R.S: „Ok.“

R.S: „Bier?“

R.S: „Gern, jo.“

R.S: „Hani was verpasst?“

R.S: „Nei.“

R.S: „Söll i schriebe oder machsch du?“

R.S: „Mach du.“

Falls mir einst verfilmt werden: George Clooney als R.S. und Ryan Gosling als R.S.

Minute 62 – Kollege R.S. nennt den Basler Auftritt mittlerweile „bemüht, aber wenig zwingend.“ Beschreibt meinen Versuch vom letzten Wochenende, Ramona zu erobern, eigentlich sehr treffend. Zwei blaue Häkchen, aber sie schrieb nicht zurück. Bitte stellen Sie sich hier ein zerbrochenes-Herz-Emoji vor, Danke!

Minute 60 – Der FCB wird besser. Ebenso der Kaffee im Presseraum des Stadions. Beides beunruhigt mich.

Minute 56 – Wir machen diesen Eintrag nur, um wenigstens einmal fünf Minuten lang jede Minute etwas getickert zu haben. #lifegoals

Minute 55 – Ist das stressig heute! Im Gegenzug kommen die St.Galler schon wieder vors Basler Tor, aber nicht zum Abschluss. Das Publikum schreit nach einem Penalty. Schiri Klossner nicht. In Deutschland hätten sie jetzt die Videoaufnahme konsultiert, sich beraten und morgen früh hätten wir das Spiel dann fortgesetzt.

Minute 54 – Der FC Basel kommt etwas besser ins Spiel. Ein Abschluss eines Baslers streift die Latte. Zarte Annäherungsversuche.

Minute 53 – Lüchinger holt in seinem ersten Heimauftritt für die St.Galler eine gelbe Karte. Einstand geglückt!

Minute 52 – Van Wolfswinkel darf sich nochmal versuchen, trifft den Ball aber nicht richtig und das Tor schon gar nicht.

Minute 51 – Karin Hagi klärt diese Bälle in einer Ruhe, wie sie früher Lotto-Lose am Uzwiler Bahnhofskiosk herausgegeben hat.

Minute 49 – Basel kommt dank einem Fehler des FCSG zu einer Konterchance. Van Wolfswinkel scheitert aber an Lopar, der mit dem Fuss abwehren kann. Kläglich, werden die SRF-Kommentatoren sagen. Pro Billag!

Minute 47 – Der FCSG spielt hier ja auch ein wenig für die Fussballschweiz. Gegen Routine, gegen Langeweile, gegen Mainstream. Ja, gegen Fjällräven-Rucksäcke und Gespräche über Bands, die niemand kennt. Gegen das Verlangen, studieren zu wollen – und zwar „etwas Soziales“ oder „etwas Kreatives“. Persönlicher Ballast, sorry!

Minute 46 – Die zweite Hälfte läuft und Ajeti scheitert mit einem Kopfball aus einem halben Dutzend Meter an Vaclik.

Pause – Der FC St.Gallen führt völlig verdient gegen den Serienmeister aus Basel mit 2:0 und wird an ihm vorbeiziehen, sollte es bei diesem Resultat bleiben. München, Paris, Madrid, Barcelona – wir kommen!

Minute 46 – Kurz vor dem Pausentee scheitert Aleksic gleich zweimal beim Versuch, auf drei zu null zu stellen. Erst verhinderet Vaclik per Fussabwehr den Treffer, die Nachschussmöglichkeit lupft der Serbe in euphorischem Übermut ziellos vor das Tor, wo ein Basler klären kann.

Minute 42 – Es sei vermerkt, dass der St.Galler Vorsprung nicht mittels kompromissloser Zweikampfführung und glücklicher Führung zustande kam. Die Führung ist verdient. Auch wegen Alain Wiss, der neu im zentralen Mittelfeld aufläuft und als umsichtiger Passgeber entscheidende Wirkung ausübt.

Minute 39 – Unser Nachbar auf der Medientribüne arbeitet für ein Basler Medium. Und er ist entsetzt. Von St.Gallens Stärke und Basels Schwäche. „Zu krass, dieser Unterschied“, sagt er. Und bei einem der raren St.Galler Fehlpasse folgt ein erstauntes „Ein Fehler der St.Galler“. Ältere Leserinnen und Leser erinnern sich: Unser erstes Spiel, bei dem wir für Saiten tickerten, gewann der FCB hier mit 7:0. The Times they are a changin‘.

Minute 38 – Das hämische Ich des anderen R.S. denkt „Erfolg isch nid alles im Lääbä“. Aber eben: „Nöd verschreie!“

Minute 32 – Das boulevardeske Ich befürchtet schon zeitnah, dass „Wicky raus“ im Basler Anhang skandiert wird. Dessen Opposition, 9-jährige Kinder samt besorgten Eltern halten dagegen: „Hey, Hey Wickie!“ Wessen Einfluss auf die neue Basler Führung grösser ist, steht noch in den Sternen.

Minute 30 – Grün-Weiss legt hier einen wahrlich vorzüglichen Auftritt aufs Parkett. In den Zweikämpfen agiert man mit ungeahnter Explosivität, im Mittelfeld findet man eine reife Balance zwischen rasantem Ausschwärmen und dem beruhigenden Pass im Aufbau. Die Pause im Kampf zwischen Conor McEarly und Floyd Mayhüppi ist ansehnlich.

Minute 29 – Gedankenspiele nach einer knappen halben Stunde: Ist Linth ein Geheimfavorit auf den Champions-League-Titel?

Minute 28 – Autsch. Talant Xhaka ist sauer und faltet seine Mitspieler zusammen. Und wenn der sauer ist, dann wird es unbequem. Das ist einer, der mutmasslich schon als 10-Jähriger im Diddl-Freundschaftsbuch der grundoptimistischen Klassenkameradin Jessica bei den Hobbys „grätschen und umgrätschen“ notiert hat.

Minute 25 – 2:0! In Worten: Zwei zu Null! Ajeti schiesst, Vaclik wehrt ab, Aleksic verwertet den Abpraller.

Minute 23 – Das war gerade die bisher gefährlichste Aktion der Basler. Aber der Ball holpert ganz langsam in Lopars Arme. „Ein Rollerchen“, wie der EA Sports-Kommentar sagen würde.

Minute 21 – Gedankenspiele nach gut 20 Minuten: Wie würde sich Linth im Old Trafford schlagen?

Minute 19 – Ein Nachtrag aus Minute 11: Die FCSG-Fans sind auch heute nicht um eine klare Meinung verlegen: „Kämpfed uf em Platz – Nöd im Büro“



Minute 17 – Irgendwo im Tessin googelt Vladimir P. die Wortfolge „Aratore Herkunft Schweizer Pass“. Gleichzeitig entlockt die St.Galler Führung in einem Büezer-Pub mitten in Zürich – ja, das soll es geben – dem Chrampfer Urs F. ein Lächeln.

Minute 15 – 1:0 für den FC St.Gallen. Aratore erkämpft sich den Ball und schlenzt ihn ins obere rechte Eck.

Minute 14 – Immerhin: Heute steht beim FC St.Gallen Fussball im Zentrum. War ja zuletzt nur überschaubar der Fall. Dass das St.Galler Management-Modell gescheitert ist, weiss man nun aber nicht nur an der HSG, sondern auch im Kybunpark.

Minute 11 – „Aratore, Wittwer, Fürobig.“ Kollege R.S. liess verbal den zwar vielversprechenden, aber nicht sauber gespielten Angriff St.Gallens Revue passieren. Danke dafür.

Minute 8 – Callà und Wiss stossen zusammen. Was genau war, wissen wir nicht. Was wir alle in St.Gallen aber wissen, Callà war schuld.

Minute 5 – Wir sitzen auf Höhe der Basler Trainerbank. Omar Gaber gewinnt den Zweikampf, Coach Raphael Wicky lobt: „Sehr güet!“ Vor dem geistigen Auge taucht Rainer Maria S. auf und moderiert mit traumwandlerischer Sicherheit einen Sportaktuell-Beitrag an. Auf dem Display hinter ihm erscheint Simone Niggli-Luder verschwitzt im Zielportal eines x-beliebigen Wettkampfes. No Billag!

Minute 2 – Heute tickern übrigens R.S. und R.S. Aber auch R.S. ist anwesend. Das macht R.S. so nervös, dass er nicht wirklich was zustande bringt. Darum tickert R.S. eigentlich alleine.

Minute 1 – Das Spiel läuft.

19.49 Uhr – Die Fans haben ihre Meinung schon kundgetan.



19.45 Uhr – Ich überfliege kurz die Aufstellungen. Schulz nicht im Aufgebot. Ich lege mich fest: Merkel macht’s.

19.42 Uhr – SENF, professionell wie immer, schon am Platz. Die gute Nachricht zuerst: Trotz der zahlreichen Abgänge konnte noch jemand gefunden werden, der hier das Licht anmacht.
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