Vegan und Gossau? Passt auf den ersten Blick irgendwie nicht zusammen. Dass in Gossau etwa die lokale Bierkultur floriert, ist bekannt. Aber Veganismus in Gossau, wo man den Fleischkonzern Suttero riesig am Stadtrand sieht, wann immer man Richtung St.Gallen fährt?
«Es geht bei der Veganmania auch darum, an Orte zu kommen, wo die vegane Lebensweise noch nicht allzu bekannt oder verbreitet ist», sagt dazu der Gossauer Wendelin Matawa Keller. Er hat das älteste Veganerfest der Schweiz, die Veganmania, die diesen Sonntag in der Gossauer Markthalle und auf der angrenzenden Bundwiese gefeiert wird, nach Gossau geholt. Nach Stationen in Winterthur und Aarau kommt die Veganmania damit zum ersten Mal in die konservative, ländlich geprägte Ostschweiz – ein vorprogrammierter Clash der Kulturen also?
Nicht nur für Insider und Veganer
Nein, sagt Keller. Die Veganmania sei kein Insider-Anlass. «Alle, die interessiert sind, können am Fest in lockerer Atmosphäre entdecken, was es alles an veganen Produkten gibt», sagt Keller, der selber seit dreieinhalb Jahren vegan und seit seiner Kindheit vegetarisch lebt.
Veganmania Strassenfest: 21. Mai, 10 bis 20 Uhr, Markthalle Gossau. Eintritt frei. veganmania.ch
Rund 60 Aussteller bieten Essen (natürlich gibt es die Klassiker wie Tofu und Falafel, aber auch vegane Burger und Glacé), Kosmetika, Wein, Putzmittel, veganen Käse, Fachliteratur, Kochbücher und viele weitere Dinge an. «Man kann sicher viel degustieren», sagt Keller lachend, und damit hat er die Ostschweizer für sich eingenommen: Das Degustieren lernt man hier von klein auf in den Olma-Hallen. Nur gibts jetzt halt Chili NON carne, Sojaprodukte und Linsen statt Alpkäse, Bratwurst und Butterzopf. Aber keine Angst: Selbst Zopf wird in einer vegangen Version erhältlich sein.
Die Veranstalter wollen also einen lust- und genussvollen Zugang zum Veganismus bieten und wegkommen vom hartnäckigen Körnlipicker-Image. Sowieso wolle die Vereinigung Swissveg, die die Veganmania organisiert, unaufgeregt und sachlich über Veganismus informieren, sagt Keller. An der Veganmania hat Politik aber durchaus ihren Platz: Einen Infotand betreiben neben Swissveg auch die Initianten der Tierversuchsverbots-Initiative, die Anti-Walfang-Organisation Sea Shepherd sowie der Verein gegen Tierfabriken Schweiz (VgT).
Veganmania soll Spuren hinterlassen
Zum Markt gehört ein Rahmenprogramm, auch dieses vielseitig und natürlich vegan: In den Tag starten kann man mit Yoga, danach werden gemeinsam Wildkräuter gepflückt, am Mittag gibts eine vegane Dessert-Kochshow und tagsüber treten verschiedene Musiker und DJs auf.
Keller hofft auf bis zu 8000 Besucher am Sonntag. «Schön wäre auch, wenn die Veganmania in Gossau kleine Dinge auslöst: Etwa, dass lokale Restaurants und Geschäfte spezielle vegane Produkte anbieten», sagt Keller, der so seinem Wohnort etwas zurückgeben will. Das Veganerfest soll zudem für die Besucher ein Denkanstoss sein, alte Verhaltensweisen zu hinterfragen.
Diese Fragen stellen sich zurzeit offenbar viele Schweizerinnen und Schweizer: Im Zuge des allgemeinen Gesundheits- und Ernährungstrends ist Veganismus zum viel beachteten Thema geworden. Laut einer Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Demoscope im Februar 2017 im Auftrag von Swissveg durchgeführt hat, leben in der Schweiz 1,5 Prozent strikte Veganer und knapp sieben Prozent strikte Vegetarier. Wenn man ausserdem auch jene zählt, die ab und zu ernährungstechnische Ausnahmen machen, kommt man gar auf drei Prozent Veganer und elf Prozent Vegetarier – überraschende Zahlen, die laut Keller in den letzten Jahren schnell gewachsen sind.
«Wichtig ist, dass man sich fundiert informiert, wenn man vegan Leben werden will», sagt er. Die Veganmania am Sonntag könnte ein erster Schritt dazu sein. Und sonst freut man sich einfach am lustvollen Degustieren.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities today» im Kunstmuseum St.Gallen untersucht, wie Männlichkeit dargestellt, geprägt und gelebt wird. Und zeigt dabei auch ihre Widersprüchlichkeit.
Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.