, 4. Juli 2013
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Velofreundlich wäre anders

Die neue Velostation unter der Fachhochschule macht weiter Ärger – Töffs dürfen oben parkieren, Velos müssen in den Untergrund.

Ferienzeit – Zeit, andere Städte zu studieren. Zum Beispiel mit Blick auf die Velofreundlichkeit. Zum Beispiel Leipzig: ein Veloparadies. Die ganze Stadt scheint zweirädrig unterwegs zu sein, alt und jung gleichermassen. Autos: erstaunlich wenige.

Dieser Eindruck bestätigt, was dieser Tage im «Tagblatt» Leserbriefschreiber Dominic Blatter verallgemeinert: «Europäische Grossstädte werden laufend velofreundlicher. Neue Velowege, kostenfreie Abstellmöglichkeiten, günstige Mietoptionen und und und.»

St.Galler gehört nicht dazu. St.Gallen bleibt ein Veloärger. Schon mehrfach beklagt: Die neue Fachhochschule. Dort gibt es zwar oberirdische Abstellplätze, aber sie sind den Motorrädern vorbehalten. Velos müssen zwingend und kostenpflichtig in der Velostation im Untergrund abgestellt werden. Wer sich nicht daran hält, zahlt Busse fürs abgeschleppte Velo.

Sind Töfffahrer die besseren Menschen, dass sie oben parkieren dürfen? Was ist die Logik? Ein Augenschein an einem Vormittag dieser Woche zeigt: Auf den 30 Plätzen stehen zehn Motorräder, davon tragen zwei eine SG-Nummer, die andern acht: TG oder AR. Fazit: Die städtischen Velofahrer finanzieren Gratisparkplätze für Agglo-Pendler. Kommentar eines erbosten Stadtvelofahrers: «Geht gar nicht!»

Auch Leserbriefschreiber Blatter kritisiert: «Anstatt die Velofahrer zu unterstützen, jagt die Stadtpolizei Velofahrer und knackt Schlösser in wüster Verbrechermanier.» Seine Reaktion: Er steige jetzt aufs Auto um.

Vielleicht aber geht es auch anders. Vielleicht besichtigt der Stadtrat im Sommer andere europäische Städte. Und lässt sich beeindrucken von deren Velofreundlichkeit.

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