, 7. Oktober 2016
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Verdächtig #08: Vorgebaute Joints

E.S.I.K. ist zurück aus der Sommerpause – und blickt zurück: Auf die Polizeikontrollen am Openair St.Gallen, bei denen manche offenbar «fairer» behandelt werden als andere…

Hier die Geschichte in Textform:

I ha do vonere gschicht ghört, die chani eu nöd vorenthalte, aber wani eu mue vorenthalte isch d’identität vo dere person. Uf eigene wunsch… aber da passt jo zu dem blog wo verdächtig heisst! Thema Open Air SG 2016… also i übergib s’wort an….

I bi da johr wiedermol am open air im tobel gsi, under anderem au well en kolleg vo mir döt ufgleit hät, und scho am erschte obig chunt er völlig entnervt zu üsem zeltplatz und verzellt üs folgendi gschicht:

i bi jetzt gad bim Iigang vo dä polizei kontrolliert worde… s’isch so gloffe, bim iigang bini ganz normal inecho, dä bändel vo mim dj-kolleg hät aber irgendwie nöd funktioniert und er hät möse an schalter… aso bin i stoh bliebe und han uf ihn gwartet… plötzli stoht ein nebet mir und seit KONTROLLE: Bitte mitcho… denn bini mit ihm zum Kontrollbereich gloffe, er het min rucksack gnoh und vorem durchsueche gfroget, öb ich Betäubigsmittel debi hegi. I hanem gad gseit dassi sechs vorbauti joints debiheg. Hanem gad zeigt wo’s sind, er hets schön uf d’siite gleit und denn dä ganz rucksack no gnau dursuecht, alli grät uspackt und undersuecht.

Irgendwenn seit er: Sie wüssed jetzt aber scho wa passiert!?
I ha denn gseit nei, weissi nöd..
Und er: Da git ä buess und wenn sie die gad zahled isch guet und sus wird sie ine zuegschickt. Under 10 gramm gits kei Strofverfahre…
Denn frogter im Ernscht: Wieviel Gras hets denn do im Gsamte dine!?
I ha denn gseit: Kei Ahnig, aber sicher weniger als es gramm!

Irgendwenn ghör i dass i dä kabine nebet dra min dj-kolleg kontrolliert wird. Bi ihm hends au en 50er Gras gfunde, hend en ihm au weggnoh, aber bi ihm hends gfunde es gäb kei buess, er seg jo au no helfer und hegi guet gschaffet! Als hetted’s da eifach so gwüsst bi so vielne helfer, und sowieso, wa söll die underschiedlich behandlig!? Naja, zrugg zu dä gschicht, i ha denn irgendwenn dä polizischt gfroget, öb denn jetzt d’idee seg, dassi mir ufem gländ was bsorgi, und er het gfunde: Jo, da isch jo au nöd so schwer!

Spöter im Polizeiwage bim Buess zahle seit denn en andere Polizist zu mir: Sie hend jo sicher gnueg kollege ufem gländ wo ihne öpis chönd geh! Jo super, und wie isch da züüg ufs gländ cho, wenn ihr sogar künstler kontrolliered, hani denkt! Eis hani denn aber scho no möse loswerde, wo’s mi denn go loh hend: Bim weglaufe hani gseit: I wör denn s’nächscht mol au no uf Maa kontrolliere, wenner scho kontrolliered…! Ha denn nur no ghört wie dä bull woni buess zahlt ha dä ander aherrscht: Heschen öppe nöd dursuecht…!

Naja, sone Gschicht git scho z’denke… wemmer’s nämli schins gnau nimmt, isch die buess gar nöd rechtens… gad letschti so en artikel gläse, dass dä Bsitz bis 10g für Eigekonsum noch CH-Gsetz gar nöd büesst werde cha… aber das amne SG Open Air au künstler so behandlet werdet loht mi viel meh ufhorche… Naja denket dra… hinderfroged alles und bliibed verdächtig!

Khaled Aissaoui, 1975, ist Sportlehrer, Rapper, DJ und Produzent aus St.Gallen.

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