Am Anfang der Geschichte stehen ein paar alte, fast vergessene Kartons. Sie lagern 2007 im Estrich des damals noch Historisches und Völkerkundemuseum genannten Hauses im St.Galler Stadtpark. Der mittlerweile verstorbene Sammlungsleiter Achim Schäfer schickt eine Praktikantin hoch, um die Inhalte zu sichten und zu inventarisieren. Sie findet viele merkwürdige Dinge aus aller Welt, die wohl Jahrzehnte niemandem mehr in die Hände gefallen sind: einen Schädel aus Südamerika, eine mumifizierte Hand aus Ägypten. Darunter gibt es aber auch viele Körbe, Krüge, Kalebassen, bei denen die Zeitungen aus dem späten 19. Jahrhundert, in die sie eingewickelt sind, für die angehende Ethnologin und Historikerin fast von noch grösserem Interesse sind.
Es stellt sich heraus, dass vieles, was sie aus den alten Schachteln zutage fördert, zur Sammlung der Ostschweizerischen Geographisch-Commerciellen Gesellschaft (OGCG) gehört, die den Ursprung der heutigen ethnografischen Sammlung des Kulturmuseums St.Gallen bildet.
Im Estrich des Museums, wo die gesamte völkerkundliche respektive ethnografische Sammlung untergebracht ist, herrscht damals noch Chaos. Das hängt vor allem mit der Sammelwut der OGCG und notorisch knappen Ressourcen im damaligen Museumsbetrieb zusammen. Aufgabe der jungen Forscherin ist es, wo möglich, die Objekte mit den Eingangsbüchern der Gesellschaft abzugleichen und zu inventarisieren. 2008 schreibt sie dann ihre Bachelorarbeit über die OGCG. Natürlich ist die Organisation im Haus schon zuvor bekannt, aber systematisch und umfassend mit ihrer Sammlung befasst hat sich noch niemand.
Gut 20 Jahre später ist die OGCG auf dem schweizerischen Postkolonial-Forschungsradar angekommen – etwa in den Arbeiten der Historiker Fabio Rossinelli oder Andreas Zangger (siehe Literaturhinweise am Schluss des Texts). Und so wurde es auch für das Kulturmuseum St.Gallen höchste Zeit, «seiner» OGCG-Geschichte vertieft auf den Grund zu gehen. Anja Soldat, die Praktikantin von einst und nach Studienabschluss und ersten Berufsjahren ab 2022 als Ethnologin am Museum angestellt, initiierte das entsprechende Forschungsprojekt und stellte mit Eingaben ans Bundesamt für Kultur dessen Finanzierung sicher.
Wirtschaftspolitik und Sammelwut
An der Vernissage zur aktuellen Ausstellung «Die Welt ins Museum – Vom Handeln, Sammeln und Entdecken», einem ersten Output dieser Forschungsarbeit, ist Soldat allerdings nicht mehr persönlich dabei. Nach inhaltlichen wie persönlichen Differenzen mit der Museumsleitung wurde das Arbeitsverhältnis im Frühling 2025 – mitten in der heissen Projektphase – aufgelöst (Saiten hat ausführlich über die unruhigen Zeiten und die Kündigungswelle im Kulturmuseum berichtet). Notgedrungen sprang Vizedirektorin Monika Mähr als Projektleiterin ein, für fachliche Kontinuität und Expertise sorgten weiterhin der Historiker Maurice Bonvin und die Ethnologin Iris Netzle, die für das OGCG-Projekt temporär angestellt worden waren.
Die beiden letzteren, Bonvin und Netzle, haben sich an einem wolkenverhangenen Mittwochnachmittag viel Zeit genommen, Saiten durch die umfassende, vielschichtige, teils auch verschlungene Ausstellung zu führen. Den Einstieg macht unter anderem eine vom jungen Grafiker Jairo Da Gama sehr hübsch erstellte Animation, die den damaligen Zeitgeist – Industrialisierung, Globalisierung – wiedergibt, aus dem die Ostschweizerische Geographisch-Commercielle Gesellschaft geboren wurde.
Entstanden war die OGCG, nachdem 1877 in Genf der Schweizer Ableger der in Brüssel beheimateten Internationalen Afrikagesellschaft eingerichtet worden war. In Genf und Bern waren es vor allem wissenschaftlich-humanitäre Kreise, die das Projekt unterstützten, in St.Gallen prägten wirtschaftsnahe Milieus die Debatte. Der St.Galler Industrielle Arnold Mettler-Tobler (1840–1887) hatte angeregt, einen Teil der Spendengelder nicht nach Brüssel zu schicken, sondern für eigene Handelsprojekte in den Kolonien zurückzubehalten. Das Ansinnen wurde in Genf abgeschmettert, als Reaktion darauf wurde die OGCG gegründet. Man hegte die Hoffnung, alle Industrie- und Handelsverbände der Schweiz würden sich ihr anschliessen, um in Bundesbern mehr Einfluss zu gewinnen. Es sollte beim Wunschdenken bleiben.
Shooting Back – Christopher Columbus (Conqueror, 15th centeury), 2004.
Sasha Huber, 1975, hat die Bilder zur Illustrierung dieses Schwerpunktthemas beigesteuert. Sie ist eine international tätige Künstlerin und Forscherin mit schweizerisch-haitianischen Wurzeln und lebt in Helsinki. Ihre Arbeit befasst sich mit Politik der Erinnerung, Fürsorge und Zugehörigkeit im Kontext kolonialer Hinterlassenschaften. Die hier gezeigte Serie The Shooting Back – Reflections on Haitian Roots untersucht die Geschichte Haitis und ihrer Wurzeln. Sie kritisiert historische Akteure, die vom 15. bis ins 20. Jahrhundert zu den sozialen und politischen Bedingungen beigetragen haben, die Haiti heute zum ärmsten Land der westlichen Hemisphäre machen.
Die Porträts von Christoph Kolumbus sowie der haitianischen Diktatoren François «Papa Doc» und Jean-Claude «Baby Doc» Duvalier entstanden durch den gewaltsamen Akt des «Zurückschiessens»: mit einer Tackerpistole und rund 100'000 Klammern auf gefundenem Sperrholz aus Helsinki. Jeder «Schuss» steht symbolisch für verlorene Menschenleben. Seit 2007 arbeitet Huber immer wieder mit dem St.Galler Historiker und Aktivisten Hans Fässler zusammen, der auch bei der Bebilderung dieses Hefts beratend mitgewirkt hat.
Ihre eigenen, spendenfinanzierten Handelsunternehmungen in der britischen «Kapkolonie» sowie auf Madagaskar scheiterten allerdings nach kurzer Zeit. Wesentlich nachhaltiger war ihre Sammeltätigkeit. Schon 1879 zeigte die OGCG eine erste Ausstellung mit Karten und Objekten, die ihr aus der ganzen Welt zugetragen worden waren. Schon ein Jahr später richtete sie im Westflügel der Kantonsschule am Burggraben ihr «Handelsmuseum» ein, wo es aber bald zu eng wurde. Schliesslich wurde 1899 im obersten Stock des Stadthauses das «Museum für Völkerkunde» eröffnet. 1917 überschrieben die OGCG wie auch der Historische Verein St.Gallen ihre Sammlungen der Ortsbürgergemeinde, die dann 1921 das neugebaute Doppelmuseum im Stadtpark eröffnete, das Historische und Völkerkundemuseum St.Gallen.
Immer wieder Belgien
Zum kolonialen «Wettlauf um Afrika» gehörten auch Forschungsreisen, um die «weissen Flecken» auf der Karte des «schwarzen Kontinents» zu erkunden. Der belgische König Leopold II. liess die bereits erwähnte, als humanistische und zivilisatorische Initiative getarnte Internationale Afrikagesellschaft eine Reihe von Expeditionen durchführen. Das kulturelle und naturwissenschaftliche Interesse war allerdings nur vorgeschoben, dahinter verbargen sich handfeste wirtschaftliche Absichten. Leopold II. sollte später als einer der grausamsten Kolonialisten in die Geschichtsbücher eingehen.
Die ostschweizerischen Verstrickungen insbesondere im Kongo-Projekt des belgischen Königs thematisiert die aktuelle Ausstellung im Kulturmuseum eingehend. Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit sind Maurice Bonvin und Iris Netzle in die royalen Archive in Brüssel gestiegen und haben viel Spannendes zutage gefördert, was aus den bislang bekannten Überlieferungen im Museum und in den St.Galler Archiven noch nicht ersichtlich war.
Eindrücklich ist etwa die Akte Adolphe Risch (1881–1954), der als junger Bündner Landwirt nach Belgisch-Kongo auswanderte und dort vom Hilfsbeamten zum «chef de culture» und Leiter einer landwirtschaftlichen Versuchsstation aufstieg. 42 ethnologische Objekte schickte er 1915 an die OGCG nach St.Gallen. Er hatte sie vermutlich im Zuge der Arbeitskräfterekrutierung im Umland gesammelt.
Risch war aber nicht einfach Forscher und Sammler. 1912 eröffnete die belgische Administration ein Verfahren gegen den Stationsleiter. Eine Dorfgemeinschaft hatte Beschwerde gegen ihn als Hauptverantwortlichen eingelegt, weil der 14-jährige Arbeiter Kioka unter Peitschenhieben starb. Er hatte Äste gesammelt, die dem Aufseher nicht trocken genug waren. Da sich die Dorfgemeinschaft in den juristischen Formalitäten allerdings nicht zurechtfand und belgische Kolonialbehörden kaum je einen ihrer fehlbaren Beamten belangten, wurde Risch lediglich für einen formalen Verstoss gerügt und freigesprochen. Die «Affaire Risch» zeigt anschaulich, wie das koloniale Justizwesen unter
Leopold II. funktionierte.
Schon ab 1900 hatten die Zustände im «Freistaat Kongo» zu europaweiten Protestkampagnen geführt. Die Rede war von Zwangsarbeit, Amputationen und Massenmorden. Leopold II. setzte eine Untersuchungskommission ein, ihr Vorsitzender war der Schweizer Jurist Eduard von Schumacher, der zwar Missstände dokumentierte, die Verantwortung des belgischen Monarchen aber relativierte und so 1908 wesentlich zur Übergabe des Kongo an den belgischen Staat beitrug. Und – fast beiläufig – sammelte Schumacher auf seinen Reisen, auf denen er seine Befragungen durchführte, im Auftrag der OGCG ethnografische Objekte.
Die im Kulturmuseum nacherzählte Belgiengeschichte zeigt: Die ethnologische Sammlung des Kulturmuseums muss nicht zwangsläufig aus
zusammengestohlenen, geraubten und erschlichenen Objekten bestehen. Sie können sehr wohl redlich getauscht oder gekauft worden sein. Aber ihr kolonialer Kontext lässt sich dennoch nicht wegdiskutieren.
Die Ausstellung bietet viel – vermutlich zu viel
Das will die Ausstellung im Kulturmuseum auch nicht, von der Museumsdirektor Peter Fux an der Vernissage zu Recht sagte, sie sei «programmatisch» für das Haus. Denn sie bildet auch die Grundlage für die anstehende Neugestaltung der ethnologischen Dauerausstellung. Material in Objekt- und Textform ist mehr als genug vorhanden, wie die optisch hübsch aufgemachte Ausstellung eindrücklich belegt.
Es gibt viele Stationen zum Verweilen, etwa jene zum Thema Rassismus und zu den Völkerschauen, wo man sich aber fragt, warum hier ein Beispiel aus Paris herangezogen wird und nicht eines aus St.Gallen, denn solche gab es auch hier. Spannend sind auch die multimedialen Hör-, Foto- und Filmbeiträge, etwa jenes leider etwas lang geratene, aber informative Interviewvideo mit dem ghanaischen Historiker Ernest Sewordor, der über die Rolle von Archiven spricht. Und wer etwas über die Detektivarbeit zur Erforschung des Ursprungs von Museumsobjekten erfahren möchte, kann in einer Ecke selbst in die Rolle eines Provenienzforschers schlüpfen.
Ebenfalls ein Hingucker ist die textilkünstlerische Intervention am Schluss der Ausstellung, wo zeitgenössische Batikarbeiten aus Indonesien solchen aus der grossen Sammlung an indonesischen Batikstoffen des Museums gegenübergestellt werden. Sie zeigen einerseits die Weiterentwicklung und Neuinterpretation klassischer Techniken und verweisen andererseits wieder auf den zuvor schon in der Ausstellung aufgegriffenen historischen Umstand, dass sich ostschweizerische Textilunternehmen «fremde» Stoffmuster aneigneten, um ihre Produkte nachher in Übersee abzusetzen.
Die Ausstellung will insgesamt viel, vielleicht auch zu viel. Bei allem fachlichen Forschungs- und Vermittlungseifer und der Freude an der Thematik, die die Macher:innen auch beim Rundgang mit Saiten an den Tag legen, wirkt sie überfrachtet. Wer alles erfahren will, muss sehr viel lesen. Die drei thematischen Rundgänge der Museumsvermittlung (Kolonialismus und Rassismus, Globalisierung und Welthandel, Neue Forschungserkenntnisse), mit denen man sich der Ausstellung auch annähern kann, sind hilfreich, die kleinen Farbmarkierungen gehen im Saal aber leider etwas unter.
Shooting Back – Jean-Claude «Baby Doc» Duvalier (Dictator of Haiti, 1971–86), 2004.
Natürlich birgt die OGCG einen riesigen historischen Schatz, den es sich zu heben lohnt. Doch alles auf einmal kann auch überfordern. Es werden zwar etliche Verbindungen aus dem kolonialen Kontext in die Ostschweiz aufgezeigt, Namen beteiligter Personen und Firmen werden genannt. Aber die vielen Lokalbezüge, das St.Gallische als Teil einer nicht nur ruhmreichen Beteiligung an der Globalgeschichte, verschwindet doch immer wieder etwas hinter dem Schleier des Allgemeinen und Diskursiven.
Die kolonialen Gräueltäten, zu denen es auch im Museumsfundus Belege gäbe – zum Beispiel in Form problematischer bis schockierender Fotografien aus dem Kongo –, werden bewusst nicht gezeigt und an anderen Stellen höchstens angedeutet. Unter anderem mit der Begründung, dass man koloniale Gewalt nicht reproduzieren möchte. Das ist zwar einerseits eine hehre Haltung, sie verhindert aber andererseits auch eine öffentliche Debatte. Wie soll etwas diskutiert werden, das nicht zu sehen ist? Erhebt sich das Museum so nicht auch zur moralischen Instanz? Die schwierigeren Bilder müssen ja nicht wie seinerzeit in der Kolonialausstellung in Zürich übergross aufgeblasen inszeniert werden, wofür es zurecht auch einige Kritik hagelte. Sie im Originalformat hinter einem Buchdeckel mit Triggerwarnung zu zeigen, hätte es sicherlich auch getan.
Zur Überfrachtung tragen schliesslich auch die transparenten Tafeln mit allgemeinen philosophischen Erwägungen zum 19. Jahrhundert bei, die deutlich die Handschrift des Museumsdirektors tragen. Als inhaltliche Denkklammern, wie sie wohl gedacht sind, funktionieren sie eher nicht, sondern lenken von den wesentlichen Geschichten rund um die Menschen der OGCG und jenen in den Kolonien sowie um die ausgestellten Objekte ab. Bei allem Lob, das das Museumsteam für die Erarbeitung und die Gestaltung dieser Ausstellung auch verdient: Reduktion aufs Wesentliche und der Mut zu ein paar griffigen Kernaussagen hätten der Ausstellung gutgetan.
Der Ausstellungstitel «Die Welt ins Museum – Vom Handeln, Sammeln und Entdecken» und der dazugehörige Begleittext rücken den Abenteuercharakter der OGCG-Forschungsberichte doch etwas stark ins Zentrum. Dabei hat die Ausstellung wesentlich mehr als launige Tagebucheinträge ostschweizerischer Handelsreisender zu bieten. Das marketingstrategische Tiefstapeln des Nord-Süd-Machtgefälles führt womöglich sogar dazu, das öffentliche Interesse an der Ausstellung unnötig zu dämpfen. Das ansprechende Rahmenprogramm (siehe Auswahl am Schluss des Texts) wird dies womöglich auffangen können.
Die Reise geht weiter
Als Ausgangspunkt der Ausstellung hätte sich beispielsweise die grosse Weltkarte geradezu anerboten, hätte man sie nicht nur an eine Wand gehängt, sondern ins Zentrum der Ausstellung gestellt. Auf ihr sind die Namen der reisenden Ostschweizer mit Stecknadeln markiert. Von ihr aus hätten sich die
diversen personen- und objektbezogenen Geschichten hervorragend erzählerisch entwickeln lassen.
Aber auch so begibt man sich auf die Reise: Beim Durchschreiten der Säle gelangt man von Süd- über Ost- nach Westafrika, in den Orient und in die Kaffee-, Zucker- und Tabakplantagen Indonesiens, nimmt am Boxeraufstand in China teil und landet schliesslich mit der Basler Mission wieder im Heinrichsbad in Herisau, wo müde Missionare auf Heimaturlaub zur Molkekur abstiegen und ihr Reisebudget mit dem Verkauf von Mitbringseln an lokale Museen wie jenes der OGCG in St.Gallen wieder aufbesserten. Jede dieser Stationen hätte wohl eine eigene Sonderausstellung verdient.
«Die Welt ins Museum» zeigt: Die Geschichten der rund 3500 OGCG-Objekte, die etwa einen Fünftel der heutigen ethnologischen Sammlung des Kulturmuseums ausmachen, sind noch längst nicht auserzählt. Auch deren Erforschung dürfte noch Jahre in Anspruch nehmen. Es bleibt also spannend. Viele Provenienzen lassen sich aufgrund der früheren Inventarisierungspraxis, die oft auch der Willkür selbsternannter «Experten» unterlag, schlicht nicht mehr rekonstruieren.
Dass das Museum den Faden aufgenommen und die Aufarbeitung seiner eigenen Sammlungsgeschichte forciert hat, ist sehr zu begrüssen. Zu hoffen ist, dass die Geschichte weitergesponnen wird, auch wenn personelle Abgänge der letzten Jahre hier nicht hilfreich waren und die temporären Verträge von Iris Netzle und Maurice Bonvin auslaufen, respektive bereits ausgelaufen sind. Der neuen Ethnologin des Kulturmuseums, die demnächst vorgestellt werden dürfte, wird die Forschungsarbeit auf jeden Fall nicht so rasch ausgehen. Wer weiss, welche Geschichten da noch in den Museumskartons schlummern.
Peter Müller: St.Gallen, Sklaverei und Kolonialismus. Ein Überblicks- und Forschungsbericht. Verfasst im Auftrag der Stadt St.Gallen, St.Gallen 2026. (Der Bericht ist als PDF online abrufbar.)
Rita Kesselring, 1981, ist Ethnologin und assoziierte Professorin für Urban Studies an der Universität St.Gallen. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit globalen Abhängigkeiten, deren Konsequenzen im Globalen Süden sowie den Möglichkeiten der Veränderung. In ihrem Buch Bodies of Truth (2016) untersuchte sie den Rechtsweg als Weg der Wiedergutmachung am Beispiel von Apartheid-Opfern und ihren Sammelklagen gegen westliche Konzerne. Die Frauenfelderin lebt in St.Gallen und ist Mitglied der Fachgruppe des «Weg der Vielfalt», eines städtischen, interaktiven Kartenprojekts, das soziale, migrantische, (queer-)feministische, koloniale und weitere Aspekte der Stadtgeschichte beleuchtet.