, 25. Juli 2013
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Von der Brandlast zur Entfluchtung

Grosse Hallen mit 90’000 Büchern – das bringt die Feuerpolizei auf Trab. Die Hauptfrage ist offensichtlich: Braucht es in der neuen Publikumsbibliothek in der St.Galler Hauptpost eine (teure) Sprinkleranlage oder gehts auch ohne?

Das Bild stammt von «kit architects». Den Wettbewerb haben schliesslich Barão und Hutter gewonnen.

Architektinnen und Architekten können ein Lied davon singen: Bei jedem Projekt hat der Feuerpolizist ein gewichtiges Wort mitzureden – auch beim Umbau des ersten Stocks der St.Galler Hauptpost in die künftige Publikumsbibliothek. Es gehe hier ohne Sprinkler, argumentiert das kantonale Hochbauamt, denn Bücher seien «keine schnell anlaufende Brandlast». Ausgedeuscht: Sollte ein Feuer ausbrechen, dann brennen Bücher nicht so schnell. Das wissen alle, die je versucht haben, mit einem alten Buch ein Lagerfeuer in Gang zu bringen.

Die zweite wichtige Frage: Gibt es im Brandfall genügend Fluchtwege? Knapp genug, rechnet der Kanton vor. Bei einer theoretisch möglichen Vollbesetzung der Bibliothek mit 840 Nutzerinnen und Nutzern könne man mit den bestehenden drei Treppenhäusern die «Entfluchtung der Bruttogeschossfläche knapp erreichen». In der denkmalgeschützten Hauptpost ein viertes Treppenhaus einzubauen, sei wohl nicht möglich.

Einige zusätzliche Sicherheits-Massnahmen müssen aber sein: Die Türen müssen in Fluchtrichtung aufgehen – das brauche einen Umbau, bei dem die Denkmalpflege eine Lösung mitstudieren solle. Und es braucht Massnahmen, damit sich ein Feuer nicht über die beiden (überdeckten) Innenhöfe in den jeweils anderen Flügel des Gebäudes ausbreiten kann. Auch die «Entrauchung» muss gelöst werden.

(Bild stammt aus dem eingereichten Wettbewerb von kit architects für das Provisorium. Den Wettbewerb gewonnen haben schliesslich aber Barão und Hutter.)

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