, 14. Mai 2013
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Weisse Tischtücher vor dem Facincani

Bald liegen die Zahlen auf dem Tisch, die zeigen, ob es auf dem Gallusplatz zuviel Verkehr hat.

Es gab sie schon ab und zu, diese schönen Frühsommertage, an denen die Restaurants Tische und Stühle ins Freie stellten, weil es warm genug war – zumindest für ein Mittagessen. Es sind solche Tage, an denen einen der Durchgangsverkehr über den Gallusplatz besonders absurd erscheint. An den weissgedeckten Tischen vor dem Facincani fährt zu Stosszeiten ein Auto nach dem anderen in nicht viel mehr als einem Meter Abstand vorbei.

Es wird Zeit, ernsthaft darüber zu diskutieren: Wie viel Verkehr verträgt der Gallusplatz?

Dafür braucht es allerdings zuerst ein paar Zahlen.

Seit April 2012 wird der Autoverkehr durchgehend an zwei Stellen gemessen. Entscheidend ist folgende Zahl: Wie viele Autos fahren durchschnittlich pro Tag über den Gallusplatz?

Die Stadt hat angekündigt, die Daten zwölf Monate nach der Eröffnung des Gallusplatzes zu veröffentlichen. Diese Frist ist vor einem Monat abgelaufen. Bausekretär Fredi Kömme bestätigt auf Anfrage, dass die Zahlen nun intern ausgewertet werden. Es sei aber noch kein Zeitpunkt festgelegt worden, wann das Ergebnis veröffentlicht werde. «Sicher vor dem Sommer», so Kömme.

Wie ist die Tendenz? «Ich kenne die Zahlen selber nicht», versichert der Bausekretär.

Klar ist, dass die Veröffentlichung des Tagesdurchschnitts neue Diskussionen auslösen wird. Die Altstadtrunde hatte 2007 folgenden Ablauf festgelegt: Erlaubt ist maximal eine Bandbreite von 1700 bis 2000 Fahrten pro Tag. Liegt die Zahl tiefer, ändert sich nichts, liegt sie über 2000 Fahrten, muss der Stadtrat Massnahmen ergreifen und beispielsweise den Durchgangsverkehr stoppen.

2000 Fahrten pro Tag sind allerdings relativ viel.

Es sei vorstellbar, dass die Diskussionen unabhängig von den Zahlen wieder beginnen, weil die Situation mit dem neu gestalteten Platz anders beurteilt werde, vermutet Kömme.

Dass diese Einschätzung zutreffen dürfte, zeigen die Aussagen, die TCS-Präsident Martin Würmli im März gegenüber «Saiten» machte: «Dieser Platz ist nicht für den Durchgangsverkehr», sagte er damals. Dafür müssten keine Zahlen herangezogen werden, dafür genüge der gesunde Menschenverstand.

4 Kommentare zu Weisse Tischtücher vor dem Facincani

  • Es hat ohnehin zuviel Verkehr in der Innenstadt. Warum kann man keine Fussgängerzonen machen wie z.B. in süddeutschen Städten. Der Verkehr bleibt draussen – die Leute geniessen das Flanieren…

  • Da bin ich tatsächlich gespannt. Ich persönlich finde, es hat zu viel Verkehr am Gallusplatz – den braucht es dort nicht.

  • Gion sagt:

    Es hat definitiv zu viel Verkehr am Gallusplatz. Ich laufe als Anwohner täglich 2 bis 4-Mal durch den Gallusplatz. Zu den Stosszeiten ist es wirklich zum Kotzen, wie vielen Autos man ausweichen soll. Besonders störend finde ich die, die den Gallusplatz als Schleichweg nutzen. Möglicher Lösungsansatz: Schreibt Protestmails an Patrizia Adam, sie ist, so weit ich weiss, die Verantwortliche bezüglich Verkehr Gallusplatz.

  • Doris Königer sagt:

    Ja ….. nervig …. die Bauverwaltung sollte nun endlich mit den Zahlen herausrücken und dann die südliche Altstadt nur für die Anlieferung öffnen. Die Verkehrszahlen sind bestimmt über dem Maximalwerten. Muss mal dem nachgehen.

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