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Wenig Gehör für die grosse Velowende

Bundesrat Albert Rösti plädiert am Jubiläumsanlass von ProVelo in St.Gallen im Gespräch mit Pro-Velo-Präsidentin Delphine Klopfenstein Broggini für mehr Pragmatismus in der verkehrspolitischen Debatte. (Bilder: pd/Daniel Ammann)

Bundesrat Albert Rösti plädiert am Jubiläumsanlass von ProVelo in St.Gallen im Gespräch mit Pro-Velo-Präsidentin Delphine Klopfenstein Broggini für mehr Pragmatismus in der verkehrspolitischen Debatte. (Bilder: pd/Daniel Ammann)

Das Velo wird als Verkehrsmittel ernst genommen, aber die eigentliche Velorevolution ist bisher ausgeblieben. Am Jubiläumsanlass von Pro Velo in St.Gallen fordert die Präsidentin ehrgeizigere Ziele, während Bundesrat Albert Rösti für Pragmatismus plädiert.

Wel­che Rol­le kann, soll und muss an­ge­sichts des Kli­ma­wan­dels das Ve­lo für die Schwei­zer Mo­bi­li­tät spie­len? Und wie kann sein vol­les Po­ten­zi­al ge­nutzt wer­den? Das wa­ren zwei Fra­gen, de­nen am Frei­tag­abend ein Ju­bi­lä­ums­a­lass von Pro Ve­lo in der St.Gal­ler Lok­re­mi­se nach­ging. Pro Ve­lo Schweiz fei­er­te dort am Vor­abend der na­tio­na­len De­le­gier­ten­ver­samm­lung das 40-jäh­ri­ge Be­stehen. Pro Ve­lo St.Gal­len konn­te auf die ers­ten zwan­zig Jah­re zu­rück­bli­cken. Pro Ve­lo Ba­sel ist so­gar 50 Jah­re alt.

Auf dem Pro­gramm stand ein Ge­spräch von Del­phi­ne Klop­fen­stein Brog­gi­ni (Pro-Ve­lo-Schweiz-Prä­si­den­tin und Na­tio­nal­rä­tin der Grü­nen aus Genf) mit Bun­des­rat Al­bert Rös­ti. Die­ser schlug sich wa­cker an­ge­sichts des Saals vol­ler Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher, die sei­ne mehr­heit­lich mo­to­ri­sier­ten Ver­kehrs­vi­sio­nen nicht tei­len. In ei­ner Dis­kus­si­on äus­ser­ten sich der St.Gal­ler Re­gie­rungs­prä­si­dent Beat Tin­ner, Ver­kehrs­wis­sen­schaf­ter Cars­ten Ha­ge­dorn und Ul­rich See­wer vom Bun­des­amt für Raum­ent­wick­lung (ARE) eben­falls zum Ve­lo­the­ma.

E-Bike als «Rü­cken­wind» für die St.Gal­ler Ve­lo­po­li­tik

Das Ve­lo sei das cle­vers­te Ver­kehrs­mit­tel für die Stadt, stell­te vor­gän­gig die St.Gal­ler Stadt­prä­si­den­tin (und Ve­lo­fah­re­rin) Ma­ria Pap­pa in ih­rer Gruss­adres­se fest. Es sei ef­fi­zi­ent, um­welt­freund­lich, ge­sund. Pap­pa räum­te aber ein: Der An­teil der Draht­esel am ge­sam­ten Ver­kehrs­auf­kom­men «ist in St.Gal­len noch nicht dort, wo wir ihn ha­ben wol­len». Das sei ei­ner der Grün­de für die An­stren­gun­gen in der Ve­l­o­för­de­rung. Haupt­au­gen­merk sei die Schaf­fung ei­nes zu­sam­men­hän­gen­den Ve­lo­weg­net­zes. Das E-Bike ha­be in der hü­ge­li­gen To­po­gra­fie der Stadt «viel Rü­cken­wind» fürs Ve­lo ge­bracht.

Als Ver­tre­ter von Pro Ve­lo St.Gal­len ver­si­cher­te Mi­cha­el Städ­ler: «In St.Gal­len kön­nen und wol­len wir Ve­lo!» Vie­les ha­be sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren be­wegt, vie­le Pro­jek­te sei­en im Tun. Der Kan­ton St.Gal­len ge­hö­re be­züg­lich Um­set­zung der na­tio­na­len Ve­lo­ziel­set­zun­gen mit Ver­dop­pe­lung der ge­fah­re­nen Ve­lo­ki­lo­me­ter bis 2035 zu den «Mus­ter­schü­lern», be­stä­tig­te auch Pro-Ve­lo-Prä­si­den­tin Del­phi­ne Klop­fen­stein Brog­gi­ni. Aber: «Wir wol­len noch mehr Ve­lo. Und dar­über wol­len wir heu­te Abend re­den», kün­dig­te Mi­cha­el Städ­ler an.

Mit ehr­gei­zi­gen Zie­len zur gros­sen Ve­lo­wen­de

Aus Sicht von Pro Ve­lo ist die Sa­che klar: Für Ve­lo­fah­rer:in­nen bleibt die Schweiz im­mer noch weit hin­ter den Er­war­tun­gen zu­rück. Wer mit dem Ve­lo un­ter­wegs ist, sieht sich «mit ei­ner lü­cken­haf­ten und teil­wei­se ge­fähr­li­chen In­fra­struk­tur kon­fron­tiert». Dies und Kon­flik­te mit an­de­ren Nut­zer:in­nen des knap­pen öf­fent­li­chen Raums brem­sen die Ent­wick­lung des Vel­over­kehrs, trotz der Vor­tei­le, die die­ser mit sich bringt. Laut Bun­des­amt für Raum­ent­wick­lung bringt das Ve­lo der Ge­mein­schaft 25 Rap­pen pro ge­fah­re­nen Ki­lo­me­ter ein, wäh­rend das Au­to 17 Rap­pen kos­tet.

Ver­bes­se­run­gen bei der Ve­l­o­för­de­rung sei­en fest­stell­bar, sag­te Del­phi­ne Klop­fen­stein Brog­gi­ni. Da­mit es schnel­ler vor­wärts ge­he, sei es not­wen­dig, am­bi­tio­nier­te Zie­le zu ste­cken. Aber: «Man muss sich auch die Mit­tel zur Um­set­zung ge­ben. Der Bund tut sich noch schwer, die rich­ti­gen Mass­nah­men zu er­grei­fen.» Die Pro-Ve­lo-Prä­si­den­tin for­der­te mehr Geld fürs Ve­lo in den Ag­glo­me­ra­ti­ons­pro­gram­men und ei­ne stär­ke­re Un­ter­stüt­zung der Kan­to­ne durch den Bund. An­ge­sichts lan­ger Ver­fah­ren müs­se man sich zu­dem über­le­gen, ob nicht ana­log zum «So­lar­ex­press» auch ein «Ve­lo-Ex­press» nö­tig sei.

Ball liegt bei Kan­to­nen und Ge­mein­den

Dem «Ve­lo-Ex­press» konn­te Bun­des­rat Al­bert Rös­ti nichts ab­ge­win­nen. Im En­er­gie­sek­tor sei der Ex­press we­gen ei­ner be­fürch­te­ten Not­la­ge auf­ge­gleist wor­den. Ei­ne sol­che ge­be es beim Ve­lo nicht. Wie der «So­lar­ex­press» zei­ge, wei­se das Ex­press-In­stru­ment auch Nach­tei­le auf. Ei­ne Ga­ran­tie da­für, dass man mit den heu­ti­gen Mass­nah­men die «Road­map Ve­lo» des Bun­des mit Ver­dop­pe­lung der Ki­lo­me­ter bis 2035 er­rei­che, ge­be es nicht, räum­te Rös­ti ein. Nach­dem der Bund den Rah­men ge­schaf­fen ha­be, brau­che es da­für jetzt vie­le In­ves­ti­tio­nen und Be­mü­hun­gen von Kan­to­nen und Ge­mein­den.

St.Galler Stadtpräsidentin Maria Pappa

St.Galler Stadtpräsidentin Maria Pappa

Verkehrsminister Albert Rösti und Pro-Velo-Präsidentin Delphine Klopfenstein Broggini

Verkehrsminister Albert Rösti und Pro-Velo-Präsidentin Delphine Klopfenstein Broggini

Bei der Ve­l­o­för­de­rung sei es bes­ser, Schritt um Schritt und Bud­get um Bud­get Pro­jek­te um­zu­set­zen. Auf die lan­gen Ver­fah­ren von Ve­lo­pro­jek­ten an­ge­spro­chen, räum­te der Ver­kehrs­mi­nis­ter ein, dass ei­ne ge­wis­se Be­schleu­ni­gung er­for­der­lich sei, ins­be­son­de­re bei Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren. Es ge­be aber auch Gren­zen. Der Bund kön­ne sich nicht ein­fach über den Fö­de­ra­lis­mus hin­weg­set­zen. Und so­lan­ge der Bund mehr Ve­lo­mit­tel ins Jah­res­bud­get ein­stel­le, als von Kan­to­nen und Ge­mein­den über­haupt ab­ge­ru­fen wür­den, macht es für Al­bert Rös­ti kei­nen Sinn, mehr Geld be­reit­zu­stel­len.

Ve­l­o­för­de­rung mit «der Ru­he des Rea­lis­ten»

Nicht al­le Mo­bi­li­täts­pro­ble­me lies­sen sich per Ve­lo lö­sen, stell­te der Ver­kehrs­mi­nis­ter fest. Das Ve­lo ha­be an ei­nen An­teil von rund 3 Pro­zent an der Schwei­zer Mo­bi­li­tät, und die Ver­dop­pe­lung auf 6 Pro­zent bis 2035 sei ein Kraft­akt. Es sei rich­tig, dem Lang­sam­ver­kehr ver­mehrt Rech­nung zu tra­gen und bei der Ve­l­o­för­de­rung ei­nen Schwer­punkt zu set­zen, dies aber «mit der Ru­he des Rea­lis­ten». Al­bert Rös­ti ap­pel­lier­te, «die Ver­kehrs­trä­ger nicht ge­gen­ein­an­der aus­zu­spie­len». Es sei rich­tig, das Ve­lo zu nut­zen, wo dies Sinn ma­che. 70 Pro­zent des Ver­kehrs sei aber auf der Stras­se mo­to­ri­siert un­ter­wegs.

Ein Vier­tel der To­ten und ein Drit­tel der Schwer­ver­letz­ten im Ver­kehr in der Schweiz sind Ve­lo­fah­rer:in­nen. Das sei­en viel zu vie­le ge­mes­sen am An­teil des Ve­los am Ge­samt­ver­kehr, ging Bun­des­rat Rös­ti mit Del­phi­ne Klop­fen­stein Brog­gi­ni ei­nig. Bes­tes Mit­tel da­ge­gen ist für Al­bert Rös­ti die Ver­kehrs­ent­flech­tung. Das Ve­lo dürf­te nicht da­zu ge­zwun­gen wer­den, auf Haupt­ach­sen mit mo­to­ri­sier­ten Ver­kehrs­teil­neh­mer:in­nen zu kon­kur­ren­zie­ren. Für län­ge­re Stre­cken ge­hö­re das Au­to mög­lichst auf die Au­to­bahn. Auch da­her brau­che es den Aus­bau die­ses Teils des Stras­sen­net­zes.

Kan­ton St.Gal­len ge­gen Tem­po 30 auf Haupt­stras­sen

Die Fra­ge, ob Tem­po 30 auf Haupt­stras­sen das Un­fall­ri­si­ko für Ve­lo­fah­rer:in­nen re­du­zie­ren könn­te, blieb we­gen Zeit­man­gels vor­erst un­ge­stellt. Sie kam in der Fra­ge­run­de nach der Po­di­ums­dis­kus­si­on aufs Ta­pet. Ein hart­nä­cki­ger Fra­ge­stel­ler pro­vo­zier­te da­bei gar ei­nen kur­zen Aus­bruch des St.Gal­ler Re­gie­rungs­rats Beat Tin­ner. Er ver­tritt – auch aus per­sön­li­cher Über­zeu­gung – den Stand­punkt der Kan­tons­re­gie­rung, die wie ei­ne Mehr­heit des Kan­tons­rats kein Tem­po 30 auf «ver­kehrs­ori­en­tier­ten Stras­sen» zu­las­sen will. Das ist be­kannt­lich ein im Kan­ton der­zeit hef­tig dis­ku­tier­ter Ent­scheid.

In dem Zu­sam­men­hang kam es an die­sem Abend auch zur ein­zi­gen Nen­nung des der­zeit am heis­ses­ten dis­ku­tier­ten Ver­kehrs­the­mas in Stadt und Kan­ton, näm­lich dem Aus­bau der St.Gal­ler Stadt­au­to­bahn mit drit­ter Ro­sen­bergröh­re samt An­schluss Gü­ter­bahn­hof und Tun­nel in die Lie­be­gg. Auf die Tem­po-30-Fra­ge hin schob Beat Tin­ner näm­lich nach, dass er auch glau­be, dass es den Au­to­bahn­aus­bau in der Haupt­stadt brau­che. Und er sa­ge das, auch wenn es ei­ner Mehr­heit des Pu­bli­kums am Pro-Ve­lo-An­lass in der Lok­re­mi­se viel­leicht nicht pas­se.

Pla­nen sol­len je­ne mit Orts­kennt­nis­sen

In der Po­di­ums­dis­kus­si­on wur­den die meis­ten be­reits im Ge­spräch mit Bun­des­rat Al­bert Rös­ti an­ge­tipp­ten The­men ver­tieft. Der Kan­ton St.Gal­len sei bei der Ve­l­o­för­de­rung gut un­ter­wegs, hielt da­bei Re­gie­rungs­prä­si­dent Beat Tin­ner fest. Bis 2027 hät­ten die Ge­mein­den Zeit, ih­re pla­ne­ri­schen Ideen ein­zu­brin­gen. Bis 2035 soll­te das Pro­jekt da­nach ver­wirk­licht wer­den. Für ihn zen­tral sei, dass der Pla­nungs­pro­zess nicht von oben, son­dern von der Ba­sis her er­fol­ge. Ein­flies­sen soll­ten die Ideen je­ner mit Orts­kennt­nis­sen.

Schweiz­weit sieht das Bild ähn­lich aus, wie Ul­rich See­wer vom Bun­des­amt für Raum­ent­wick­lung (ARE) ziem­lich di­plo­ma­tisch dar­leg­te: «Wo ein Wil­le da ist, geht es vor­wärts!» Die Fra­ge von Mo­de­ra­to­rin Son­ja Has­ler nach dem Schluss­licht liess der Vi­ze­di­rek­tor des ARE dann eben­falls sehr di­plo­ma­tisch un­be­ant­wor­tet ste­hen: «Ich will hier kein Ran­king vor­neh­men.» Und die Fra­ge sei auch nicht so ein­fach zu be­ant­wor­ten. Die Rang­lis­te hän­ge auch von den Be­wer­tungs­kri­te­ri­en ab.

Am Podium sprachen Regierungsrat Beat Tinner, Pro-Velo-Präsidentin Delphine Klopfenstein Broggini, Ulrich Seewer vom Bundesamt für Raumplanung und  OST-Verkehrsforscher Carsten Hagedorn. Moderiert hat Sonja Hasler (links).

Am Podium sprachen Regierungsrat Beat Tinner, Pro-Velo-Präsidentin Delphine Klopfenstein Broggini, Ulrich Seewer vom Bundesamt für Raumplanung und  OST-Verkehrsforscher Carsten Hagedorn. Moderiert hat Sonja Hasler (links).

Pro­fes­sor Cars­ten Ha­ge­dorn, Ver­kehrs­for­scher an der Ost­schwei­zer Fach­hoch­schu­le, hat die Er­fah­rung ge­macht, dass es im All­tag mit Ve­lo­mass­nah­men teil­wei­se auf der un­ters­ten po­li­ti­schen Ebe­ne, in den Ge­mein­den, noch klemmt. Da­für ge­be es ver­schie­dens­te Grün­de, an­ge­fan­gen bei feh­len­dem Platz über feh­len­des Fach­wis­sen bis hin zu lan­gen Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren. Ins­ge­samt dür­fe man aber schon fest­stel­len, dass es beim Ve­lo­the­ma gros­se Fort­schrit­te ge­be. Es wer­de heu­te in der Pla­nung sehr oft au­to­ma­tisch mit­ge­dacht. Man müs­se da­für meist nicht mehr spe­zi­ell vor­stel­lig wer­den.

Wenn nö­tig: Ba­sis kann sich de­mo­kra­tisch ein­brin­gen

Und wie steht es mit der gros­sen Wen­de hin zum Ve­lo und da­mit zum kli­ma­freund­li­chen Ver­kehr, den Pro-Ve­lo-Schweiz-Prä­si­den­tin Del­phi­ne Klop­fen­stein Brog­gi­ni an die­sem Abend mehr­fach pro­pa­gier­te? Der St.Gal­ler Re­gie­rungs­prä­si­dent Beat Tin­ner vo­tier­te für Ge­duld. Das För­der­pro­gramm sei mit ge­nü­gend Mit­teln do­tiert. Die Um­set­zung von Pro­jek­ten brau­che jetzt ein­fach Zeit. Mehr­fach hiess es dann, dass es da­für auch Herz­blut auf al­len Ebe­nen brau­che. Und wenn die­ses in ei­ner Ge­mein­de fehlt, ge­be es auch di­rekt­de­mo­kra­ti­sche Mit­tel, um sich ein­zu­brin­gen.

Die Schweiz sei nicht ver­gleich­bar mit der Gross­stadt Pa­ris, die der­zeit viel fürs Ve­lo tut, oder gar mit Hol­land, sag­te Pro­fes­sor Ha­ge­dorn. Die fla­che To­po­gra­fie wer­de in Hol­land durch hef­ti­ge­re Win­de und häu­fi­ge­re Re­gen­fäl­le aus­ge­gli­chen. Dass Hol­land ei­ne Ve­lo­na­ti­on sei, hän­ge da­mit zu­sam­men, dass die­ses Trans­port­mit­tel dort für fast al­le ei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit sei. Dass die Ve­lo­in­fra­struk­tur gut sei, ha­be wie­der­um sei­ne Ur­sa­che dar­in, dass man mit Ve­lo­schnell­we­gen Geld spa­ren kön­ne, weil die Stras­sen­in­fra­struk­tur da­ne­ben dank des Um­stei­ge­ef­fekts nicht mehr so gross­zü­gig sein müs­se.

Ein an­de­rer wich­ti­ger Fak­tor für den Er­folg des Ve­los in Hol­land ist ge­mäss Cars­ten Ha­ge­dorn der Prag­ma­tis­mus der Hol­län­der:in­nen bei der Su­che nach Lö­sun­gen. Da­für, dass et­was schnell er­stellt wer­den kön­ne, neh­me man auch ein­mal in Kauf, dass nicht auf An­hieb der op­ti­mals­te Aus­bau­stand mög­lich sei. Nach dem Mot­to: Lie­ber rasch ein durch­ge­hen­der und all­tags­taug­li­cher Ve­lo­weg et­wa mit ei­ner punk­tu­el­len Eng­stel­le als jah­re­lan­ges War­ten auf ei­ne per­fek­te Lö­sung, die al­le Wün­sche er­füllt. Da­von kön­ne man sich viel­leicht in der Schweiz ei­ne Schei­be ab­schnei­den.

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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

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