Bislang sind drei Kandidatinnen und Kandidaten nominiert: Boris Tschirky (CVP – Cozzios Partei, aber nicht sein Profil), Jürg Brunner von der SVP sowie Ingrid Jacober (Grüne). Für die Grünliberale Partei (und nicht nur für sie) sind alle drei nicht wirklich wählbar, wie sie am Montag in einem Communique mitteilt, wörtlich:
«Einerseits bewerben sich zwei gestandene Herren mit kaum unterscheidbarer, pointiert-rechtsbürgerlicher Ausrichtung. Alternativ wurde eine wenig profilierte Kandidatin vergleichbaren Alters mit inhaltlicher Ausrichtung am äussersten linken Rand präsentiert. Diese Ausgangslage überzeugt die Grünliberalen wenig, da zu einer echten Auswahl die progressive Mitte fehlt. Bislang nicht angesprochen werden ausgerechnet die Stimmen jenes bedeutenden Spektrums, das der scheidende Stadtrat Cozzio so umsichtig zu vertreten wusste.»
Erkenntnis Nummer eins: Für eine echte Wahl braucht es mehr. Aber was?
Was auch immer, sicher ist: Die glp tritt selber an. Damit die Spannung aber nicht gleich zusammensackt, hält sie geheim, mit wem. Entscheiden soll eine Mitgliederversammlung am 17. Juli, drei profilierte Persönlichkeiten aus der «progressiven Mitte» stünden zur Verfügung, ihre Namen würden jedoch «zum Schutz der zu einer Kandidatur angefragten Personen» bis dahin «ausdrücklich» nicht genannt.
Erkenntnis Nummer zwei: Kandidieren ist gefährlich – wer es dennoch nicht lassen kann, braucht Personenschutz.
Um die Spannung weiter zu erhöhen, lassen die Grünliberalen dann aber doch zumindest durchblicken, wie das Profil der «angefragten Personen» ist. Glücklich, wer sich mit mathematischen Rätseln auskennt und seinen IQ an den legendären Logeleien von Zweistein geschult hat, die jahrelang im «Zeitmagazin» erschienen sind. Nach deren Muster nämlich ist das Kandidatenrätsel der glp gestrickt.
O-Ton glp:
Ans Werk also, Denksportlerinnen und Denksportler aller Generationen! Viele Fragen offen – ein paar kleine Denkhilfen seien hier vorangeschickt:
Erkenntnis Nummer drei: Die glp hat ganze Arbeit geleistet. Rätselfreunde wissen die nächsten zwei Wochen, was zu tun ist.
Und falls sich das Rätsel allzu schnell oder gar nicht lösen sollte, gibt es immer noch jene legendäre Denksportaufgabe, die angeblich von Albert Einstein höchstpersönlich stammt, notabene aus der guten alten Zeit, als noch nicht bloss die Köpfe rauchten, sondern auch die Zigaretten:
Es gibt fünf Häuser mit je einer anderen Farbe. In jedem Haus wohnt eine Person einer anderen Nationalität. Jeder Hausbewohner bevorzugt ein bestimmtes Getränk, raucht eine bestimmte Zigarettenmarke und hält ein bestimmtes Haustier. Keine der 5 Personen trinkt das gleiche Getränk, raucht die gleichen Zigaretten oder hält das gleiche Tier wie einer seiner Nachbarn.
Frage: Wer besitzt einen Fisch?
Bei all der Logelei muss den Grünliberalen eine der ersten Lektionen im Polit-Grundkurs entgangen sein. Nämlich: Politik ist, bei Sach- und erst recht bei Wahlgeschäften, ein Wettbewerb der Positionen, Profile und Köpfe. Wer diese Köpfe in den Sand steckt und mit der Wählerschaft Schlaumeierei betreibt, hat mutmasslich schon verloren. Das weiss die Partei selber am besten: Sie hat 2016, ebenfalls nach einer geheimnistuerischen Vorankündigung, den Architekten Veit Rausch als Kandidaten für das Stadtpräsidium präsentiert. Dieser nahm sich noch vor der Wahl selber wieder aus dem Spiel – ausdrücklich erstaunt und enttäuscht darüber, wie Politik funktioniert.
Ein Viertel der Bevölkerung hat ausländische Wurzeln, darf in der Politik aber keine solchen schlagen. Kann sich «Volksvertreter» nennen, wer nur drei Viertel der Gesellschaft repräsentiert? Eigentlich nicht, findet Nino Cozzio, der Secondo im St.Galler Stadtrat. Die Saiten-Statistik gibt ihm Recht.
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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
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Filminstallation über Vergänglichkeit
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