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Wessen Sport und wessen Freizeit?

Einblick in die Ausstellung «Sport und Freizeit in Werken der Sammlung Würth» (Bild: ProLitteris für die Werke von Katz, Walter Eisler, François Morellet, Jean Tinguely und Würth Haus Rorschach/Ueli Steingruber)

Einblick in die Ausstellung «Sport und Freizeit in Werken der Sammlung Würth» (Bild: ProLitteris für die Werke von Katz, Walter Eisler, François Morellet, Jean Tinguely und Würth Haus Rorschach/Ueli Steingruber)

Freizeit und Sport stehen im Fokus der aktuellen Ausstellung im Würth Haus Rorschach, nicht als Aktivitäten, sondern als Motive in der Kunst. Eine Ausstellung, die provoziert – wenn auch anders als beabsichtigt. 

Die Aus­stel­lung «Sport und Frei­zeit» im Fo­rum Würth in Ror­schach ver­spricht ei­ne künst­le­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem, was wir in un­se­rer frei­en Zeit tun. Vom ge­müt­li­chen Fla­nie­ren bis zum Box­kampf, vom Ve­lo­fah­ren über Pfer­de­ren­nen bis zum Schach­spiel oder Mo­no­po­ly – ist al­les da­bei.

Mo­der­ne Frei­zeit­be­schäf­ti­gun­gen wie So­cial Me­dia oder Net­flix sucht man al­ler­dings ver­geb­lich, ver­mut­lich feh­len da­zu pas­sen­de Wer­ke in der Samm­lung Würth.

Was zu­nächst wie ei­ne Ein­la­dung zum Nach­den­ken über un­ser Frei­zeit­ver­hal­ten wirkt, ent­puppt sich beim Rund­gang als über­ra­schend glat­te und fast kon­flikt­freie Aus­stel­lung.

Weis­se Wän­de und sau­fen­de Cam­per

Der ers­te Ein­druck ist ma­kel­los: weis­se Wän­de und wei­te Fluch­ten. Man kann at­men, schau­en, sich trei­ben las­sen. Die Wer­ke sind gross­zü­gig ver­teilt, mit viel Platz da­zwi­schen – hier darf die Kunst für sich spre­chen. Oder zu­min­dest in Ru­he hän­gen. Ge­glie­dert ist die Aus­stel­lung in The­men­ge­bie­te wie Frei­zeit, Wett­kampf oder Spiel. 

Zur Frei­zeit ge­hört das gross­for­ma­ti­ge Werk Cam­ping von Mar­tin Lieb­scher (*1964). Zig­fach ins Bild mon­tiert sieht man den Künst­ler selbst dem Cam­ping­le­ben frö­nen: Gril­len, Ba­den, Son­nen, Sau­fen, Rau­chen. Im­mer mit da­bei der schein­ba­re Run­ning Gag: das Pfläs­ter­li am Fin­ger des Prot­ago­nis­ten. Ist die­se ver­kapp­te Cam­ping­idyl­le ei­ne Flucht aus dem All­tag oder doch eher ei­ne Par­odie auf das Klein­bür­ger:in­nen­tum? Die Ant­wort darf man sich sel­ber ge­ben. 

Nie­der­la­ge und Ge­sell­schafts­spie­le

Im The­men­be­reich Wett­kampf stol­pert man förm­lich über ei­ne Nie­der­la­ge. Das Werk Wal­king in Tall Grass, Down der Künst­le­rin Jan Nel­son (1955*) ist ei­ne hy­per­rea­lis­tisch mo­del­lier­te Skulp­tur ei­nes Rad­pro­fis. Mit Schmerz ver­zehr­tem Ge­sicht und halb of­fe­nem Mund liegt er am Bo­den. Kein Po­kal und auch kein Fo­to-Fi­nish. Nicht al­le Wett­kämp­fe en­den mit Ap­plaus. Dis­zi­plin und Schei­tern lie­gen manch­mal na­he bei­ein­an­der. 

Einblick in die Ausstellung «Sport und Freizeit in Werken der Sammlung Würth» (Bild: ProLitteris für die Werke von Katz, Walter Eisler, François Morellet, Jean Tinguely und Würth Haus Rorschach/Ueli Steingruber)

Einblick in die Ausstellung «Sport und Freizeit in Werken der Sammlung Würth» (Bild: ProLitteris für die Werke von Katz, Walter Eisler, François Morellet, Jean Tinguely und Würth Haus Rorschach/Ueli Steingruber)

Im Be­reich Spiel wird es dann et­was ge­sell­schafts­kri­ti­scher. Der Wand­text er­in­nert dar­an, dass Spie­le nicht nur un­ter­hal­ten, son­dern auch be­stehen­de Sys­te­me ab­bil­den. (Spiel-)Re­geln, die von al­len ak­zep­tiert wer­den, stif­ten Ge­mein­schaft, ent­lar­ven aber auch ge­sell­schaft­li­che Dy­na­mi­ken. 

Rei­bungs­lo­ses Fünf-Stern-Ho­tel

Sol­che Ge­dan­ken hät­ten das Po­ten­ti­al ge­habt, der Aus­stel­lung noch mehr Tie­fe zu ge­ben. Statt­des­sen bleibt vie­les im Mo­dus des freund­li­chen Vor­zei­gens. Es ist ein biss­chen wie Ur­laub in ei­nem ge­ho­be­nen Fünf-Stern-Ho­tel: Al­les ist sau­ber, stim­mig, an­ge­nehm – aber oh­ne Rei­bung.

Am ehes­ten kratzt, wenn auch an­ders als viel­leicht be­ab­sich­tigt, das ein­lei­ten­de State­ment zur Frei­zeit an der Ober­flä­che: «Die Er­werbs­ar­beit in den In­dus­trie­ge­sell­schaf­ten nimmt ei­nen ver­hält­nis­mäs­sig klei­nen Teil des Le­bens ein, auch wenn vie­le das sub­jek­tiv an­ders emp­fin­den.» Pro­vo­ka­tiv. Und man fragt sich so­gleich, wer da ei­gent­lich spricht – und über wen? Wer sind denn die­se «vie­len» mit ih­rem ver­meint­lich fal­schen Emp­fin­den?

Die Aus­stel­lung hät­te beim Nach­spü­ren sol­cher Fra­gen noch mehr Tie­fe ent­wi­ckeln kön­nen. Viel­leicht ist aber ge­nau das die im­pli­zi­te Poin­te der Aus­stel­lung: Kri­tik hat in der Frei­zeit ein­fach nichts zu su­chen. 

«Sport und Frei­zeit»: bis 14. Fe­bru­ar 2027, Würth Haus, Ror­schach

wuerth-haus-ror­schach.ch

Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

Seit 35 Jah­ren un­ter­sucht Pa­trick Roh­ner Na­tur­pro­zes­se, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Geo­lo­gie, zeich­ne­risch, ma­le­risch und bild­haue­risch. Die Aus­stel­lung «Fal­tun­gen» im Mu­se­um Bickel zeigt noch bis zum 22. No­vem­ber ei­nen Quer­schnitt die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Be­schäf­ti­gung. 

Von Angela Kuratli,
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Chil­len am Steinach­strand

Vor dem Karls­tor ein Pick­nick un­ter Bäu­men am Ufer, die Mit­tags­pau­se mit den Füs­sen im Was­ser vor der Kan­tons­schul-Bi­blio­thek oder ein Bier am Bäch­lein zwi­schen der Bar La Bue­na On­da und dem «Bier­hof» – das al­les soll ge­mäss der Mach­bar­keits­stu­die «Al­te Stein­ach» mög­lich wer­den. Am Mon­tag ha­ben sie die Ver­ant­wort­li­chen vor­ge­stellt. 

Von René Hornung,
Alte Steinach Karlstor Zukunft

Hu­mor und Hal­tung

Del­fi­ne, Her­zen und Flag­gen. Die «Il­lo Kon­stanz Vol. 5» zeigt über 60 Ar­bei­ten von in­ter­na­tio­na­len Il­lus­tra­to­ren. Die Schau lässt viel Raum für ei­ge­ne Zu­gän­ge, übt aber auch Kri­tik und zeigt Hal­tung.

Von Vera Zatti,
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Nachruf auf Urs Ullmann

«Wir nann­ten ihn ‹Sun­ny› we­gen sei­nes auf­ge­stell­ten Ge­müts»

Von Urs Oskar Keller,
Urs Ullmann Maerz 2023 Altnau Urs Oskar Keller

Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun

Vom Le­ben und Schrei­ben

Von Sieglinde Wöhrer,
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Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

Von Judith Schuck,
Icon Poet Judith Schuck

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
Theblacksalt1

Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
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Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

Von Reto Voneschen,
2026 Stadtrat Collage farbig

Jock Kobels zweiter Fall

Die Welt ist im­mer He­ris­au

Von Andrej Millius,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 12 43

Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

Von David Gadze,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Heppelers Bestiarium

100 Jah­re Ein­sam­keit

Von Jeremias Heppeler,

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

Von SENF Kollektiv,
Senf