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Wîberrat zum Welttag des Buchs

Am 23. April, dem Welttag des Buchs hätte sie präsentiert werden sollen. Demnächst erscheint sie dafür gedruckt: Die «Wiborada/Wyborada»-Collage der Autorin Ruth Erat holt die St.Galler Heilige und Schutzpatronin des Buchs in die Gegenwart.
Von  Peter Surber
Fundgrube für Gegengeschichten: die Frauenbibliothek Wyborada.

Mit der St.Galler Wiborada-Brunnenfigur im St.Mangen-Quartier fängt der Text an. Märtyrerin, Heilige – und so harmlos? fragt die Autorin und zitiert ein Gedicht von Clara Wettach, das die Figur auf dem «Bröneli» kurzerhand zum «Wiborädli» verniedlicht.

Dabei steckt im Namen der Wîberrat. Und in ihrer Biografie der Widerstand: 911 kommt sie als Nonne nach St.Gallen, 916 lässt sie sich als Inklusin einmauern. Als St.Gallen in der Völkerwanderungszeit von den Ungarn bedroht ist, warnt sie vor einem Überfall «feindlicher Horden» und rettet so den St.Galler Buchschatz. Sie selber wird von den Eindringlingen erschlagen.

Die Mauer um den Körper

Auch wenn zu Wiboradas Zeit die Bibliotheken aus Büchern «einer männlichen Vater-Sohn-Geist-Gottheit» bestanden, erinnert Ruth Erat daran, dass auch geistliche Frauen wie Wiborada hohe Bildung hatten, dichteten, Klöster bauten, Kranke pflegten, die Welt (zumindest bis nach Rom) bereisten und Bücher lasen. Und sich schon damals das Misstrauen der Männer einhandelten.

Weiblicher Eigensinn war nicht erwünscht. Er bedrohte die angeblich unverrückbare göttliche Ordnung, erst recht in Kriegszeiten wie dem 10. Jahrhundert, aber, so schlägt Ruth Erat in zwischengestreuten Gedichten den Bogen zum Heute, auch noch tausend Jahre später in einer katholischen Kirche, die «keine Relativität / keine Veränderung / keine Lebendigkeit» zulässt.

Die Textcollage Wiborada und Wyborada – notwendig radikal erscheint in Kleinauflage, zu bestellen bei der Autorin: rutherat@hotmail.com.

Ruth Erats Verdacht: Für eine Frau, die lebendig bleiben wollte in dieser Zeit und in dieser starren Ordnung der unfehlbaren Wahrheiten, gab es keinen anderen Weg als die Mauer um sich herum, lebenslänglich. «Eine Grässlichkeit. Rund um den Körper die Mauer. Endgültig. Kein Schritt hinaus. Nie. Nie mehr». In einer Mischung aus Irritation, Bewunderung und Ablehnung folgt Erat dem radikalen Lebensentwurf der Inklusin bis zu ihrer Ermordung 926.

Fundgrube Wyborada

Und parallel dazu holt sich Erat quasi «Weiberrat» von heute. Indem sie von der historischen Wiborada zur heutigen Wyborada umschaltet – der vor rund 30 Jahren ihrerseits «eigensinnig» gegründeten St.Galler Frauenbibliothek. In deren Regalen findet sie Vergleichs- und Gegengeschichten, bei Autorinnen wie Elisabeth Gerter, Iris von Roten, Lara Stoll, Bettina von Arnim, Annette von Droste-Hülshoff, Ingeborg Bachmann, Lioba Happel, Gabrielle Alioth, Erica Engeler oder Christine Fischer.

Literaturhaus und Bibliothek Wyborada bieten neu coronabedingt eine Online-Ausleihe mit unbedientem Abholservice an.
Infos: wyborada.ch

Die Wyborada-Bibliothek trägt so, wenn man Erats poetischem Text folgt, ihren Teil dazu bei zu jener «grossen Drehung, die den Himmel auf die Erde stellt und die Frauen aus ihrer Ummantelung wickelt». Dennoch aber – als Beispiel wird die St.Galler Universität und ihre feministischen Defizite genannt – bleibe «notwendig radikal» noch viel zu tun. «Und weiterzulesen. Hier. Da oder dort. Und weiterzuschreiben.» Das Schlusswort der Collage heisst: «…und nicht müde werden».

Musik

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GP Trio MF90302 k

«Die Wahr­neh­mung nicht be­die­nen, son­dern schär­fen»

Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

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Bassilikum 04

Mo­bi­li­täts­al­li­anz nimmt Fahrt auf

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Mobilitaetsallianz 1 philipp buerkler

Tu­bes, Pipe­lines, Cords

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Von  Kristin Schmidt
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Zu hoch für Ap­pen­zell

Der Kan­ton Ap­pen­zell In­ner­rho­den plan­te am Lands­ge­mein­de­platz in Ap­pen­zell ein neu­es Ge­bäu­de für die Ge­rich­te, die Bi­blio­thek und die kan­to­na­le Ver­wal­tung. Die eid­ge­nös­si­schen Kom­mis­sio­nen für Na­tur- und Hei­mat­schutz und je­ne für Denk­mal­pfle­ge brach­ten das Pro­jekt je­doch zu Fall.

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Offener Brief an die Bundespolitik

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In­no­va­ti­on ge­hört zur DNA

Das Fi­gu­ren­thea­ter St.Gal­len wird 70. Was sich ver­än­dert hat, war­um Pup­pen Kin­der wie Er­wach­se­ne fas­zi­nie­ren und wie man auch Ju­gend­li­che er­rei­chen kann: ein Ge­spräch zum Ju­bi­lä­um.

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Hochdruck Crasch Polizei 04665

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Un­ter­schied und Wir­kung

In der Aus­stel­lung «Die lei­sen Un­ter­schie­de» im Haus zur Glo­cke in Steck­born be­fas­sen sich fünf Künst­ler:in­nen mit der Wahr­neh­mung von Un­ter­schie­den. 

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03 Schuetz Chraeje n un Gwaage ss Foto

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Mit dem En­sem­ble TAK aus New York gas­tier­te am Diens­tag ein Neue-Mu­sik-Quin­tett von Welt­rang im St.Gal­ler Kult­bau. Or­ga­ni­siert vom Zy­klus Con­tra­punkt, hät­te der Abend mehr Pu­bli­kum ver­dient. Ein Bubble-Pro­blem?

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Ne­an­der­tha­ler:in, ge­hüllt in Pink 

Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

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Senf

Dampf auf dem Kes­sel

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Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2