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Wie aktiv sind die St.Galler Dschihadisten?

Die Dschihadisten-Szene in Winterthur, der Prozess vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona und Anschläge im benachbarten Ausland haben in den St.Galler Parlamenten zu aufgeschreckten Interpellation bezüglich Terrorgefahr geführt. Stadt- und Kantonsregierung geben jedoch Entwarnung.
Von  Harry Rosenbaum , 

«Ist es richtig, dass im Grossraum St.Gallen IS-Rückkehrer in Freiheit leben», will Stadtparlamentarierin Ivanka Zuberbühler von der BDP in einer einfachen Anfrage wissen. «Besteht eine Kontrolle und Überwachung, dass sie keine latente Gefahr für die Öffentlichkeit (lebende Zeitbombe) darstellen?»

Dschihadreisen aus der Schweiz haben zugenommen

Bis Oktober 2015 habe der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) insgesamt 40 bestätigte Fälle von dschihadistisch motivierten Reisenden in Konfliktgebiete gezählt, antwortet der Stadtrat.

«Das ist eine Zunahme von 10 Fällen (33 Prozent) im Vergleich zum Februar 2015. Alle zehn Fälle stehen im Zusammenhang mit den Konflikten in Syrien beziehungsweise Irak, womit die Fälle mit diesen Bezügen von 23 auf 33 gestiegen sind. Sieben Personen, die in Konfliktgebiete oder in angrenzende Regionen gereist sind, gelten als tot. Weitere sieben Personen haben die Konfliktzone wieder verlassen und sind zum Teil in die Schweiz zurückgekehrt. Gegen sie wurden Strafuntersuchungen eröffnet. Ausserdem liegen dem NDB einzelne Hinweise auf weitere 31 unbestätigte Fälle von dschihadistisch motivierten Reisen aus der Schweiz vor.»

Die dschihadistische Bewegung in der Schweiz bestehe überwiegend aus Einzelpersonen und Kleingruppen, fährt der Stadtrat in seiner Antwort fort. Konkrete Aussagen über die Anzahl dschihadistisch aktiver Personen wären aber spekulativ. Es sei von einer relativ kleinen Zahl auszugehen.

Konkret sagt die Stadtregierung: «Die grösste Bedrohung geht von Rückkehrern aus Konfliktgebieten beziehungsweise den erwähnten Einzeltätern und Kleingruppen aus. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne von dschihadistischen Gruppen oder von diesen zu Anschlägen inspirierten Einzelakteurinnen und -akteuren sowie Kleingruppen liegen derzeit aber keine vor.»

Keine kantonalen Zahlen zu den Dschihad-Touristen

Der inzwischen nicht mehr gewählte St.Galler EVP-Kantonsrat Jascha Müller fragt die Regierung, ob sie genug gegen dschihadischtisch motivierten Terrorismus im Kanton vorkehren würde. In ihrer Antwort präsentiert die Kantonsregierung neuere Zahlen über den Dschihad-Tourimus. So sollen laut NDB bis Februar 2016 nach Syrien und in den Irak 58 Dischhadisten aus der Schweiz gereist sein. Genaue Zahlen würden aber kantonal nicht bekannt gegeben, heisst es dazu weiter.

«Die Anzahl der Rückkehrer in die Schweiz beläuft sich auf zwölf», schreibt die St.Galler Regierung. «In drei unbestätigten Fällen konnte die dschihadistische Motivation dieser Personen nicht nachgewiesen werden. Der NDB geht auch diesen unbestätigten Fällen nach.»

Im Kanton St. Gallen gibt es laut Regierungsrat eine «Anzahl Dschihadreisende», die nicht näher erläutert wird. Es handle sich dabei um bestätigte und unbestätigte Fälle von sogenannten Rückkehrern, die besonders im Fokus der Sicherheitsbehörden stünden.

Weiter heisst es dazu: «In Anwendung des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit werden diese Personen durch die Kantonspolizei in Zusammenarbeit mit dem NDB sowohl sicherheitspolizeilich als auch nachrichtendienstlich beobachtet.» Die St.Galler Regierung rechnet mit keiner erhöhten Anschlagsgefahr, die aktuell von Dschihad-Rückkehrern aus Syrien und dem Irak ausgeht.

200 bis 300 Dschihadisten in der Schweiz

Die Bundespolizei habe derzeit 200 bis 300 potenzielle Dschihadisten auf dem Radar, sagte Fedpol-Direktorin Nicoletta Della Valle am 2. April in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Dabei würden nicht nur Rückkehrer aus den Krisengebieten in Syrien und im Irak ins Visier der Behörden geraten, sondern alle, die auf sozialen Netzwerken Sympathien für den IS äusserten oder sich plötzlich zurückzögen und durch ein spezielles Verhalten auffallen würden.

Das Fedpol sei im Kampf gegen den Terror aufgrund der föderalen Strukturen in der Schweiz auf die Kantone angewiesen. Ein Beispiel sei etwa der Schutz von Synagogen, ein mutmassliches Ziel von islamistischen Terroristen. «Wir können den Kantonen nichts befehlen. Wir müssen sie überzeugen», sagte della Valle.

Jüdische Kreise in der Schweiz haben kürzlich die Sicherheitsbehörden kritisiert, sie würden zu wenig ernsthaft jüdische Einrichtungen schützen. Im weiteren heisst es auch, dass mutmassliche Terroristen in der Schweiz in Apotheken nach wie vor ohne weiteres Zutaten für Do-it-yourself-Sprengstoffe kaufen könnten. Della Valle wies die Kritik zurück: «Wir lassen uns nicht einfach Zeit. Es geht darum, pragmatische Lösungen zu finden. Simple Verbote sind keine Option.»

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
Peter Kamm Kunst am Bau Erweiterungsbau Paedagogische Hochschule Kreuzlingen

Die Stick­ma­schi­ne steht still

In vie­len Aus­ser­rho­der Dör­fern klap­per­ten frü­her Web­stüh­le und spä­ter Stick­ma­schi­nen. In­zwi­schen sind sie al­le ver­stummt. Der Film Das En­de ei­ner Ära por­trä­tiert die Sti­cker Wal­ter Son­der­eg­ger Se­ni­or und Ju­ni­or aus Re­he­to­bel und setzt der Bran­che ein Denk­mal.

Von René Hornung,
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Nur das Jetzt zählt

Der Schwei­zer Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics über­lässt in sei­nem neu­en Film Das un­end­li­che Jetzt Men­schen, die mit De­menz le­ben, die Büh­ne. Ein Ex­pe­ri­ment mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Sto­rytel­ling, auf das es sich ein­zu­las­sen lohnt.

Von Vera Zatti,
Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights

Das Kro­ko­dil schnappt wie­der zu

Die Schwei­zer Rock­le­gen­den Kro­ko­dil ha­ben kürz­lich ihr neu­es Al­bum Bey­ond The Eye ver­öf­fent­licht. Ur-Kro­ko­dil Dü­de Dürst schwärmt von der En­er­gie der 2019 wie­der­be­leb­ten Band – und hat noch lan­ge nicht ge­nug. Am Frei­tag spie­len sie in der Gra­ben­hal­le.

Von Pius Frey und David Gadze,
Krokodil 2026 pd

24/7 Traumacore

Heat Girl Sum­mer

Von Mia Nägeli,

Kunst in Oberuzwil

Spu­ren der Hei­mat

Von Vera Zatti,
Dieses

Musik

Mehr als Jazz im Kult­bau

Von Richard Butz,
GP Trio MF90302 k

«Die Wahr­neh­mung nicht be­die­nen, son­dern schär­fen»

Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

Von Philipp Bürkler,
Bassilikum 04

Mo­bi­li­täts­al­li­anz nimmt Fahrt auf

Die Mo­bi­li­täts­al­li­anz Ost­schweiz will Pend­ler:in­nen zum Um­stieg vom Au­to auf Bus, Bahn und Ve­lo be­we­gen. Bei den zehn be­tei­lig­ten Gross­un­ter­neh­men lässt be­reits je­de fünf­te Per­son das Au­to am Mor­gen ste­hen. Nun sol­len 500 wei­te­re Fir­men fol­gen. 

Von Philipp Bürkler,
Mobilitaetsallianz 1 philipp buerkler

Tu­bes, Pipe­lines, Cords

Au­gus­tin Re­be­tez macht kei­ne hal­ben Sa­chen. Sei­ne Kunst ist aus­ufernd und dicht zu­gleich. Er ent­wi­ckelt an­spie­lungs­rei­che Bild­wel­ten – ak­tu­ell in der Kunst­hal­le Ar­bon.

Von Kristin Schmidt,
Augustin Rebetez key visual Kunsthalle Arbon Augustin Rebetez