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Wintertourismus: Keine Russen und kein Schnee

Die Russen bleiben weg und der Schnee auch. Rubel-Krise und frühlingshaftes Wetter in den Alpen drücken aufs Geschäft in den Ostschweizer und Vorarlberger Wintersportorten.  
Von  Harry Rosenbaum

«Wegen dem Absturz des Rubels sind die Winterport-Charterflüge aus Russland komplett gestrichen worden», sagt Gerold Tumulka, CEO beim Airport Friedrichshafen. Das sind wöchentlich zwei Rotationen, die wegfallen. Den Airport Altenrhein triffts nicht so hart. «Wir haben keine Wintersport-Charterflüge aus Russland», sagt Mediensprecher Thomas Mary. Aus diesem Land kämen nur private Flieger mit Wintersportlern. «Das sind wenige. Die meisten landen direkt im Engadin, auf dem Airport Samedan und nicht bei uns.»

Oligarchen ziehts weiterhin in die Alpen

Nicht alle Wintersport-Touristen aus Russland fliegen über die Bodensee-Airports ein, um sich im Alpen-Winter zu vergnügen. Es sind vornehmlich die Charter-Russen. Jene aus der Oligarchen-Liga wählen die individuelle Anreise. In Vorarlberg ist Lech ein beliebter Russen-Treff. «Wir hören jetzt von einigen Hoteliers, dass sie heuer sogar mehr Buchungen aus Russland haben als in früheren Jahren», sagt Brigitte Plemel von Vorarlberg Tourismus. Es sind vor allem die Superreichen, wie in Lech zu erfahren ist.

Wie ist die aktuelle Buchungssituation im Engadin und in St. Moritz? «Wie bereits die Schweizer Städte im Sommer, rechnen wir im kommenden Winter mit einem Rückgang der russischen Gäste gegenüber der sehr gut verlaufenen letzten Wintersaison mit 38‘000 Logiernächten», sagt Carla Keller von der Markt- und Produktkommunikation der Tourismusorganisation Engadin St. Moritz. «Die Prognose basiert auf Rückmeldungen von Hotels und Reiseagenturen.» Trotzdem kann die kommende Saison erfolgreich werden. Die Touristiker im Engadin bearbeiten insgesamt 17 Märkte. Die Russen sind im Winter-Gäste-Portfolio mit rund vier Prozent vertreten.

Nicht nur der Rubel ist das Problem

Die Abwesenheit der russischen Gäste in diesem Winter führen die Touristiker auf verschiedene Faktoren zurück. Nicht nur der Rubel-Kurs, auch die Krise Ukraine-Russland, die EU-Sanktionen oder der Aufruf an die eigenen Landsleute, in Sotchi und anderen russischen Wintersportgebieten Ferien zu machen, spielten eine Rolle. Obwohl diese äusseren Faktoren nicht beeinflussbar seien, setze die Tourismusorganisation alles daran, damit die russischen Gäste weiterhin ins Engadin kämen, heisst es.

Die Russen stellen in den Alpen unter den Wintersport-Touristen eine wichtige Gruppe dar, die vor allem als konsumfreudig und zahlungskräftig auffällt. Obwohl deren Zahl zurück geht, herrscht keine Panik in den winterlichen Alpen. Letzlich hängt es nicht von der Herkunft der Kunden ab, ob die Saison erfolgreich wird oder nicht. Stärker ins Gewicht fallen die Wetterverhältnisse. Die machen allerdings auch noch nicht euphorisch. Kräftige Schneefälle und Jingle-Bells-Atmosphäre sind über die Feiertag jedenfalls nicht zu erwarten.

skifahren4

 

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