Freitag-Nachmittag und die Uhren stehen bei 15:24. Die Marktgasse in St.Gallen ist pumpenvoll. Nach monatelanger Planung und hunderten Stunden ehrenamtlicher Arbeit von Frauen* ist es soweit: Der zweite Frauen*streik in der Geschichte der Schweiz beginnt.
In St.Gallen startet der Streiktag bereits um zehn Uhr mit einem Sternmarsch ins Zentrum der Stadt. Dort wird die Marktgasse umfunktioniert, «Streikplatz» steht auf dem grossen Zelt in der Mitte der Strasse. Musik hallt zwischen den Gebäuden, Kinder spielen Büchsenwerfen, auf den Pflastersteinen liegen Utensilien zur Transparentbemalung, an einer Wäscheleine hängen aufgeschriebene Forderungen: Stopp Gewalt, Sexismus, Diskriminierung. Gleiche Arbeit, gleicher Lohn. Eine Gesellschaft, in der das Geschlecht keine Rolle mehr spielt.
Auf dem Tagesprogramm stehen Strassentheater, Konzerte und feministische Stadtführungen. Und natürlich die Demonstration, welche nicht per Zufall um 15:24 Uhr beginnen soll (allerdings mit etwas Verspätung startet). Bei einem normalen Lohnarbeitstag bis 17 Uhr arbeiten Frauen* aufgrund des Lohnunterschieds zu Männern* ab 15:24 Uhr gratis, wie die Organisatorinnen verlauten liessen.
«Uns blieb nie etwas anderes übrig»
Die Marktgasse füllt sich je länger je mehr, schnell gibt es kaum mehr ein Durchkommen. «Schön sind so viele Frauen hier – wir zeigen heute, dass St.Gallen eine feministische Stadt ist», ruft die Moderatorin Rebekka Schmid ins Mikrofon. Die Menschenmenge zieht sich mittlerweile bis weit in den Marktplatz hinein.
Diana Dengler, Schauspielerin am Theater St.Gallen, hält eine kurze Rede: «Ich will mehr bekommen, als man mir anfangs versprochen hat. Ich will nicht zum Schweigen gebracht werden. (…) Wir Frauen waren immer schon das Geschlecht der Ausdauer, des Mutes & des Widerstands – uns blieb auch gar nie etwas anderes übrig. (…) Der Feminismus ist eine Revolution. Es geht nicht um die kleinen Dinge, es geht darum, alles umzustürzen.» Der Applaus ist ohrenbetäubend. Dann schreitet der Demonstrationszug langsam durch die Marktgasse, hinauf Richtung Klosterplatz.
Gekommen sind viele Frauen*, von jung bis alt, mit und ohne Rollstühle, da sind Kinderwagen, Punkstiefel, Fahnen und Transpis. Das Auge vermag kaum zu zählen, wie viele Menschen hier mitlaufen, zwischen dem Durchschritt der Demonstrationsspitze und jenem der letzten Teilnehmenden beim Klosterplatz verstreichen 24 Minuten. Die Stimmung pendelt zwischen Freude und Wut. «Ufe mit de Frauelöhn, abe mit de Boni» oder «Alerta! Alerta! Antisexista!» sind nur einige der zahlreichen Parolen. Auf dem Fronttransparent prangt die Aufschrift «Wir kämpfen bis wir frei sind».
Jubelschreie und Autohupen
Die Demo-Route führt über die Multergasse zum Bleicheli hinüber, runter zum Neumarkt, vorbei an der Hauptpost über den Bahnhof zum Kornhausplatz. Der Verkehr steht komplett still. Jubel bricht aus als die Demonstrationsspitze wieder in die St.Leonhardstrasse Richtung Marktplatz einbiegt und dort den Frauen* im hinteren Teil des Zuges zuwinken kann, welcher noch immer übers Bleicheli strömt.
Solidarische Autofahrende hupen dem Demonstrationszug im Takt zu. Mensch kann sagen, was Mensch will, diese Demonstration gehört mit Sicherheit zu den grössten politischen Aktionen, die St.Gallen je gesehen hat. Zahlen um die 5000 bis 6000 Demonstrierenden machen die Runde. Das «Tagblatt» spricht von 4000. Wie viele wären es wohl gewesen, wenn Frauen*, gerade jene in prekären Arbeitsverhältnissen, nicht um ihre Jobs hätten fürchten müssen und auch an der Demo teilgenommen hätten?
Davon kann zum Beispiel Yvonne ein Lied singen. Sie hält ein Schild in der Hand mit der Aufschrift «Ich laufe auch für Regula, Rachel, Samira, Jaennette, Cornelia, Barbara, Regina.» Alle diese Frauen könnten aufgrund von Hindernissen oder Verpflichtungen nicht streiken. Eine arbeite während der Demo als Stellvertretung, ihre Mutter könne nicht mehr laufen und deshalb nicht dabei sein. «Eine weitere traute sich nicht, der Schule fernzubleiben», erzählt Yvonne.
«Schluss damit!»
Nach gut eineinhalb Stunden schreiten die ersten Frauen* wieder auf den Marktplatz. Auf der Lieferwagenbühne folgen kämpferische Reden. Eine Dolmetscherin übersetzt in Gebärdensprache. Vier Mitglieder des queer-feministischen Kollektivs «Die Leiden der jungen Bertha*» skizzieren eine Utopie aus der Retroperspektive des Jahres 2029 für die Welt und St.Gallen. In der Rede geht es darum, dass Bertha* Hormone nimmt und dafür keine administrativen Hürden mehr zu überwinden braucht, darum, dass Schulen jetzt anders sind – ohne Lehrpersonen, die sagen, was es zu tun gibt – dafür mit viel Platz für Neugierde. Darüber hinaus gibt es da Leben in Solidarität, basisdemokratische Betriebe und autonome Kulturzentren mitten in der Stadt St.Gallen.
Die St.Galler SP-Nationalrätin Barbara Gysi wendet sich wieder dem heute zu: «Wir Frauen verdienen jedes Jahr 108 Milliarden Franken weniger als die Männer, weil wir Frauen zwei Drittel der unbezahlten Lohnarbeit leisten und weil wir für bezahlte Lohnarbeit immer noch eine Lohnungleichheit von 20 Prozent gegenüber Männern haben.» Zusätzlich würden Frauen aufgrund der ökonomischen Ungleichheit oft in prekären Verhältnissen leben, sowohl in der Lohnarbeitswelt, als auch im Rentenalter. «Diese Ungleichheiten sind keine Naturgesetze», ruft Gysi, «sondern von Männern gemacht. Schluss damit!»
Die Stadtparlamentarierin Alexandra Akeret und die beiden Schülerinnen Leonie Schubiger und Lena Bösch berichten von ihren Träumen für die Welt: «Wir wollen, dass kein Junge, der sich schminkt und kein Mädchen, das Autorennen fährt, dumm angeschaut wird. Wir wollen, dass Frauenfragen in der Schule thematisiert und Frauengeschichten gelehrt werden. Wir wollen, dass kein Mensch Gewalt erfährt. Wir wollen, dass Haus- und Pflegearbeit, sowie Kinderbetreuungszeit gerecht aufgeteilt und entlöhnt wird. Wir wollen, dass es keine sexuelle Belästigung mehr gibt.»
Wie weit die Gesellschaft davon noch entfernt ist, wird in der nächsten Rede deutlich – Miriam vom Frauenhaus und Monika von der Opferhilfe sprechen über Gewalt an Frauen. Im Jahr 2018 musste die Polizei allein im Kanton St.Gallen bei 1051 Fällen von häuslicher Gewalt intervenieren. Pro Tag macht das drei Einsätze. Meist sei aber schon viel passiert, bis überhaupt die Polizei gerufen werde. In der Schweiz trat am 1. April 2018 die Istanbul-Konvention in Kraft. Damit verpflichtet sich der Staat, Massnahmen gegen Gewalt an Frauen auszuarbeiten und umzusetzen. Unter anderem verlange die Konvention genügend staatlich finanzierte Schutzplätze, letztes Jahr war das Frauenhaus, welches Platz für neun Frauen und elf Kinder bietet, seit Mai komplett belegt. Schutzsuchende hätten somit trotz akuter Bedrohung und Gefährdung nicht ins Frauenhaus kommen können und andere Lösungen suchen müssen, kritisiert Miriam. Dadurch sei der Schutz von Frauen allenfalls nicht gewährleistet.
Auch eine kürzlich erschienene Studie, die von Amnesty International in Auftrag gegeben wurde, zeige, in welchem Ausmass Frauen in der Schweiz von sexueller Gewalt betroffen sind: Jede zweite Frau hat bereits eine sexuelle Belästigung erlebt, jede fünfte wurde zu ungewollten sexuellen Handlungen genötigt, jede zehnte wurde vergewaltigt. «Zentrale Ursachen von Gewalt an Frauen sind das patriarchale System, die ungleichen Machtverhältnisse, traditionelle Rollenbilder und die Diskriminierung der Frau», sagt Monika. Gewalt an Frauen sei kein Randphänomen, sondern ein Problem mitten in unserer Gesellschaft, dass alle betreffe. «Wir wollen, dass Nein auch Nein bedeutet. Wir Frauen können und dürfen selbst über unsere persönlichen Grenzen bestimmen!» Die Anwesenden quittieren die eindeutigen Worte mit lautem Geschrei und Applaus.
«Dieser Streik muss aufrütteln!»
Als nächstes steigt Andrea Hornstein von der Politischen Frauengruppe St.Gallen auf die Ladefläche. Die Stadtparlamentarierin spricht über das Mehr, welches Frauen* in fast allen Bereichen des Lebens zu leisten haben: Das Mehr an Gewalterfahrung, welches sie erleiden müssen; das Mehr an Arbeit, welches Frauen* für den gleichen Lohn zu leisten haben; das Mehr an unbezahlter Arbeit; das Mehr an zu erbringender Leistung für die gleiche Position im Gegensatz zu Männern*; das Mehr an Care-Arbeit, gerade auch durch ausländische Frauen*.
Andrea Hornstein
Es brauche einen nationalen Präventionsplan zur Bekämpfung von Gewalt, griffige Instrumente zur Umsetzung der Lohngleichheit, faire Anstellungs- und Bewerbungsverfahren, eine gerechtere Verteilung und Abbildung der unbezahlten Arbeit und eine allgemeine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und höhere Entlöhnung im Care-Sektor, fordert Hornstein. «Es gibt noch vieles zu benennen und vieles einzufordern. Und wir tun dies heute, lautstark, schweizweit. Dieser Streik muss aufrütteln!»
Als drittletzte Rednerin kommt Sonja Lacava auf die Bühne und berichtet in Gebärdensprache von der Doppelbelastung eines Lebens als gehörlose Frau. Die Dolmetscherin übersetzt simultan in die gesprochene Sprache. «Gehörlose Frauen sind schutzlos. Natürlich gibt es gewisse Angebote für Frauen in der Not, doch wir gehörlosen Frauen sind komplett von diesen ausgeschlossen, denn es gibt keine Übersetzung in die Gebärdensprach», gestikuliert Lacava und fordert vollständigen Schutz, sowie barrierefreien Zugang zu Opferhilfe. Das Publikum klatscht, zuerst mit Geräuschen, dann plötzlich beginnen einige mit der Gebärdensprachgeste, fast alle schliessen sich an: Die Arme in die Höhe streckend, die Hände hin- und herflatternd.
«Wir sind heute hier, um für unsere gemeinsamen Anliegen zu kämpfen und für eine gleichberechtigte Gesellschaft einzustehen», sagt Stadtparlamentarierin Franziska Ryser von den Grünen. Um Gleichberechtigung zu erreichen, müssten die strukturellen Benachteiligungen von Frauen durchbrochen und die verinnerlichten Bilder idealer Weiblichkeit, die Frauen gesellschaftlich abwerten, abgelegt werden. Dafür brauche es Vorbilder – Frauen, die aus dem Hamsterrad ausbrechen. «Und es braucht auch mehr Frauen in der Politik, die sich einbringen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir Frauen Abstimmungsergebnisse entscheidend beeinflussen können. Es lohnt sich, zusammen zu stehen. Wenn wir uns gemeinsam für unsere Anliegen einsetzen, können wir etwas verändern.»
Franziska Ryser
Das Wort als letzte Rednerinnen des Tages ergreifen Anja Beven Eberle, Studentin & Politikerin, und Andrea Scheck, Stadtparlamentarierin. Die beiden erzählen, was es heissen kann, als Frau* in der Schweiz zu leben.
«Mein 50-jähriger Mitarbeiter schaut mich lüstern an. Nach zwei Wochen grabscht er mir zum ersten Mal an den Arsch. Ich sage, er soll aufhören. Er hört nicht auf, über ein Jahr lang. Ich bin 17.»
«Ich bin an einer meiner ersten Parties. Nach und nach gehen alle Gäste, bis ich mit dem Gastgeber allein bin. Er vergewaltigt mich. Ich bin 15 Jahre alt und Jungfrau und es wird ein Jahr dauern bis ich über das Erlebte reden kann.»
«Ich bin in der Rekrutenschule und komme vom Ausgang heim in mein Zimmer. Ich bin betrunken und möchte schlafen. Da klopft es an meiner Türe. Ich mache auf und sehe einen Kameraden. Er kommt ungebeten, nimmt sich, was er will, und geht wieder. Ich erzähle niemandem davon, weil ich mich schäme.»
«Wenn uns jemand fragt, wozu wir den Frauenstreik brauchen, ist das unsere Antwort», ruft Scheck ins Mikrofon. «Diese Scheisse ist unsere Realität und die von vielen anderen Frauen. Uns wird Unrecht angetan. Das werden wir nicht länger hinnehmen!» Die Botschaft gehe heute an die ganze Welt: Frauen, wehrt euch! «Wehrt euch, wenn ihr nicht ernst genommen werdet, wehrt euch, wenn euch jemand ohne eure Erlaubnis anfasst (…)!», ergänzt Eberle. Dieser Kampf sei heute noch nicht vorbei. Es müsse weitergehen, so die beiden. «Werdet Mitglied in feministischen Organisationen, Parteien oder Gewerkschaften – und kommt an unsere Auswertungssitzung nach dem Streik!»
Ein letztes Mal lauter Applaus. Danach beginnt sich die Menschenmenge zu verteilen, das letzte Konzert in der Marktgasse ist gespielt und am Abend wird gefestet in der Grabenhalle & im Exrex. Ein kämpferischer, bunter, hoffnungsvoller, bestärkender und berührender Tag neigt sich dem Ende entgegen. Die Stimmung ist gelöst, Freudentränen hier und da. Es riecht nach Aufbruch und Veränderung. Oder wie es ein Transparent an der Demo formulierte: «Wenn Frauen* wollen, kommt alles ins Rollen. Wenn Frau* will, steht alles still.»
* Das Sternchen weist darauf hin, dass Geschlecht keine natürliche, sondern auch eine soziale Kategorie ist und signalisiert eine vielfältige Vorstellung von Männern und Frauen.
Mehr zum Streik in der Juniausgabe von Saiten.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities today» im Kunstmuseum St.Gallen untersucht, wie Männlichkeit dargestellt, geprägt und gelebt wird. Und zeigt dabei auch ihre Widersprüchlichkeit.
Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.