, 27. Mai 2020
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«Wir brauchen neue Formen, wenn wir nicht aussterben wollen»

Die Grenzen des Streamings, die Suche nach pandemietauglichen Formaten – und warum das Theater jetzt Demokratie und Solidarität zum Thema machen muss: Der St.Galler Schauspieldirektor Jonas Knecht über Nicht-Theater in Coronazeiten.

«Das ganze Haus ist in den Startlöchern»: Jonas Knecht. (Bilder: Hannes Thalmann)

In den Büros der Theaterleitung herrscht Betrieb. Gerade wird eines der Hörspiele bearbeitet, die das Ensemble aufgenommen hat und die auf der Website des Theaters online gestellt werden. Hörspiele böten dem Publikum ein Stück Kopftheater, wird Jonas Knecht später im Interview sagen – inspirierend, aber halt doch nur eine Ersatzhandlung für das leibhaftige Theater, das wegen Corona nicht gespielt und nicht geprobt werden kann. An der Wand, noch nicht publik, der handgeschriebene Spielplan für die Spielzeit 2020/21, einer von vielen, sagt der Schauspieldirektor, die ständig wieder über den Haufen geworfen werden zur Stunde.

Der Theaterbau – stillgelegt schon vor dem Start der Renovation. (Bild: Su.)

Das Gespräch findet Mitte Mai statt, gerade hat das Theater die Festspiele abgesagt, gerade lockert Österreich sein Veranstaltungsverbot, am 27. Mai informiert der Bundesrat – vielleicht ist einiges schon wieder überholt bis Ende Monat. Die Terrasse an der Museumsstrasse: ein lauschiger Ort, mitten in der Stadt und zugleich mitten im Grünen. Der Blick auf das in die Höhe wachsende Theaterprovisorium vor der Tonhalle ist von Bäumen verstellt. Dafür ragt geradeaus die Betonwand des Theaters auf. Hier hätte jetzt im Mai und Juni die Schlussproduktion vor der Renovation des Baus stattfinden sollen. «Letschti Rundi» war das Stück betitelt, der Text von Julie Paucker stand.

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Saiten: Was hat das Publikum auf dieser «Letschten Rundi» verpasst, die nicht gespielt werden kann?

Jonas Knecht: Es wäre ein Rundgang durch die diversen Räume gewesen, eine Wiederbegegnung mit den Theatergeistern, die in all den Jahren hier gespukt haben, und mit Texten, die auf unser Ensemble zugeschnitten waren. Eine Hommage an dieses Haus und seine 52-jährige Geschichte sozusagen. Es reut mich sehr, dass das jetzt nicht möglich ist. Ich liebe dieses Haus heiss, und eine Verabschiedung, bevor es in den Dornröschenschlaf fällt, wäre schön gewesen.

Und die anderen Ausfälle?

Es gibt Dinge, die besonders schmerzen. Mit der St.Galler Produktion Verminte Seelen wären wir zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen gewesen. Meine Berner Inszenierung des Camenisch-Stücks Der letzte Schnee war zum Schweizer Theatertreffen eingeladen. Am Wiener Volkstheater hatten wir einen super Probenstart zu Godot, dann wurde die Produktion gecancelled. Und auch das Theaterspektakel Zürich ist abgesagt worden, wo wir ebenfalls mit Verminte Seelen gastiert hätten. Das klingt vielleicht seltsam, aber: Wir hätten ein paar überregionale Früchte unseres Schaffens ernten können in den letzten und den nächsten Monaten. Und diese Früchte sind jetzt alle vom Coronavirus befallen. Das tut ziemlich weh. Einerseits muss ich sagen: Das sind Luxusprobleme. Aber andrerseits ist es nun mal unsere Welt und in dieser steckt sehr viel Herzblut drin.

Und diese Welt ist «knocked out».

Ja. Wir können überhaupt nicht planen. Wir halten immer wieder Planungssitzungen ab und sagen: So – was wäre, wenn…? Und nach kurzer Zeit merken wir: Es gibt zu viele Unbekannte. Es ist eine krasse Situation, mit der ich nicht so gut umgehen kann.

Corona hat viele Experimente mit digitalen Formaten angeregt. Streaming zum Beispiel – umstritten, aber es hat zumindest den Vorteil: Kaum je sonst hat man die Chance, Schauspielerinnen und Schauspieler oder auch Musiker von so nahe zu sehen.

Klar, es gibt Vorzüge, und es kam auch eine Reihe von Briefen aus dem Publikum mit der Forderung: Stellt doch Inszenierungsmitschnitte aufs Netz! Dazu sage ich ganz klar nein. Wenn wir Mitschnitte in «Arte»-Qualität hätten, die über «abgefilmtes Theater» hinausgehen: dann ja. Aber die Gelder zur Realisierung solcher Aufnahmen während des normalen Spielbetriebs hat St.Gallen nicht. Dafür haben wir kleine Onlineformate wie «Künstler im Homeoffice» schnell auf die Beine gestellt, das hatte den Charme des Unfertigen und war teils sehr schön. Dahinter kann ich stehen, aber es ist sehr privat und hat nicht viel mit Theater zu tun. Am Volkstheater Wien hatten wir diskutiert, ob wir Warten auf Godot am Computer inszenieren sollen, mit vier Zoom-Fenstern.

Eine spannende Vorstellung…

…aber dann kann man das Stück auch gleich lesen. Oder sich anhören – und das ist eine Idee, die wir jetzt in St.Gallen realisieren, mit der Reihe «Vorhang zu, Ohren auf». Solche Hörspiele können wir qualitativ hochstehend produzieren, und das ist für mich zentral: Die Qualitätsansprüche wollen wir nicht herunterschrauben. Handykameras und -mikrofone, das taugt nicht, das interessiert mich nicht. Wir halten bei den Aufnahmen alle Schutzmassnahmen ein, die Schauspieler haben Spass daran, und dem Publikum eröffnen wir damit eine Art Kopftheater. Da ist ein Mehrwert drin. Aber klar: Es fehlt das gemeinsame Hören und Schauen.

Das ist ja vermutlich der entscheidende Punkt: das Live-Erlebnis. Theater ist quasi eine Schicksalsgemeinschaft zwischen Publikum und Spielenden, Abend für Abend.

Der Live-Aspekt hat etwas Altertümliches, Konservatives. Und genau das ist das Wunderbare am Theater: dieses analoge, gemeinsame Erlebnis in einem Raum. Man kann nicht einfach weggehen. Bei Online-Formaten schauen anfangs viele hin, aber klicken sich nach wenigen Minuten weg. Und das gemeinschaftliche Erlebnis können sie nicht ersetzen. «Schicksalsgemeinschaft» ist ein schönes Wort dafür.

Jonas Knecht, geboren 1972 in St. Gallen, hat 1999 bis 2003 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin studiert. Dort gründete er das Ensemble theater konstellationen und realisierte zahlreiche Regiearbeiten, Live-Hörspiele und Audio-Installationen in der freien Szene. Seit Herbst 2016 ist er Schauspieldirektor am Theater St. Gallen.

Gibt es neben dem Streaming, das man nicht will, und dem kollektiven Live-Erlebnis, das man nicht haben kann, einen dritten, vierten, vielleicht fünften Weg?

Ich bin sehr viel am Nachdenken über Theater, generell, und so langsam kommt die Kreativität zurück. Das fällt mir auch im Gespräch mit anderen Theaterleitern auf: Viele haben diese Mischung erlebt zwischen unglaublicher Lethargie und einem wahnsinnigen Aktivismus. Diese Pendelausschläge werden nun langsam kleiner, der Kopf wird freier. Und dieser sagt: Ok. Offensichtlich wird es länger dauern. Wenn erst in einem Jahr ein Jahr der Impfstoff da ist, dann werden wir noch ein Jahr lang mit massiven Einschränkungen leben müssen. Sonst kommt die zweite Welle, die Gefahr ist ja nicht gebannt. Das heisst: Wir müssen uns neue Formen überlegen, wenn wir nicht aussterben wollen. Gerade wenn man am gemeinschaftlichen Moment festhalten will – und das will ich unbedingt –, dann braucht es andere Mittel. Man bespielt zum Beispiel eine Hausfassade, alle Fenster werden zur Bühne, das Publikum sitzt oder steht in sicherem Abstand auf der Strasse und kann über eine App mithören… Hinausgehen aus den Häusern, das ist ein grosses Thema, Schauspiel ist ja flexibel. Spielen wir in der Arena hinter dem Haus, Blick auf den Stadtpark? Oder reaktivieren wir unseren Theatercontainer in der Innenstadt?

Das sind in St.Gallen bereits erprobte Dinge…

Ja, und solche kleineren Formate sind ein Ausweg oder ein vorsichtiger Rückweg. Eins zu eins Bespielungen eher nicht, schliesslich sind wir jetzt genug lange allein gewesen. Oder man macht ein Programm, das eine Viertelstunde dauert, für jeweils zehn Leute, und man spielt es mehrere Male pro Abend. Aber bei all dem muss man immer auch die Angst vor vollen Räumen bedenken, die die Leute vielleicht weiterhin haben. Selbst wenn wir jetzt das grosse Haus nochmal öffnen dürften, zweifle ich, ob es auch voll würde.

Es gibt beide Prognosen. Entweder: Die Leute hungern nach Theater und kommen in Scharen. Oder: Kein Mensch kommt…

Den Hunger kann man stillen, in dem man draussen spielt, wo man sich nicht so nahe kommen muss. Die Viruslast nimmt dort viel schneller ab. Aber hier im grossen Haus mit der alten Lüftung ist Theater im Moment kaum vorstellbar. Mein Wunsch und mein Denken dreht sich um Live-Erlebnisse, die auch mit physischer Distanz möglich sind und wo sich Menschen wieder in Echt begegnen können.

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Draussen spielen: Das kann man im Sommer. Aber im Herbst und im Winter muss das Theater in die Räume zurückkehren. In Deutschland gehen die Emotionen hoch, was die Frage betrifft: Kann man spielen? und wenn ja: wie?

Der Intendant des Münchner Volkstheaters, Christian Stückl, war einer, der möglichst rasch sein Theater wieder öffnen wollte. Bereits ab Mitte Juni solle geprobt werden, am 24. Juli wolle er starten mit durchwegs «corona-tauglichen» Stücken. Heisst: Aus dem Zuschauerraum wird jede zweite Reihe entfernt, in den anderen nur jeder vierte Sitz besetzt. Auch auf der Bühne werden die Abstandsregeln eingehalten. Die Aufführungen sollen höchstens eine Stunde dauern, Pause gibt es nicht, dafür wird mehrmals hintereinander gespielt. Das Ergebnis werde möglicherweise künstlerisch fragwürdig sein, aber immerhin «eine Idee von Normalität» auf die Bühne zurückbringen.

Das gleiche Ziel hat in Konstanz der scheidende Intendant Christoph Nix: Er plant auf dem Münsterplatz wie alle Jahre ein Freilichtspiel, das Stück stammt von ihm selber: «Hermann der Krumme oder Die Erde ist rund». Nix verspricht, die Hygienevorschriften einzuhalten. Die Stadt Konstanz hat provisorisch Ja gesagt.

Noch schwieriger als im Sprechtheater dürfte die Lage allerdings im Musiktheater sein. In einem deutschen Papier zum Coronaschutz wird aufgezählt, wie das aussehen könnte: Pro Person 20 Quadratmeter Proberaum, Sänger halten sechs Meter Abstand, Bläser zwölf, die Alternative lautet: «Trennung durch Schutzscheiben, Schutzmaske, Mund-Nasen-Bedeckung, Visiere».

*

Erwartet uns ein solches Horrorszenario auch in St.Gallen? Man könnte ja immerhin sagen: Masken gehören seit jeher zum Theater.

Das stimmt. Aber mit Mundschutz Emotionen ausdrücken? Wenn man nur noch die Augen sieht? Gewiss kann man passende Formen finden für das Maskenspiel, mit Texteinspielungen, grossen Gesten, mit Spielweisen, die sich an die Commedia dell’arte anlehnen. Aber ich glaube nicht, dass die Menschen sich permanent Stücke ansehen wollen, in denen Corona das Thema ist beziehungsweise die Form der Darstellung durch die Schutzmassnahmen bestimmt werden. Das nervt doch. Einmal ein Stück kann man machen, durchaus. Ich habe in der Leitungs-Runde auch schon aus Spass gesagt: Müssten wir nicht im Herbst ganz viele lustige Stücke spielen, die sprühen vor Lebensfreude? Statt Problemstücke, die sagen: schlimm, schlimm, schlimm… – Es versteht sich von selbst, dass wir auf das, was gerade passiert, im Theater eingehen werden.

Das ist wieder die Frage: Was muss, was soll das Theater spielen in der nächsten Spielzeit?

Eine grosse Frage, die uns sehr fordert. Längerfristig. Ein Thema für mich wären die Länder, die Grenzen, die plötzlich wieder so wichtig werden; die Diskussion über Staatsformen, die Gefährdung der Demokratie. Wie verhält es sich mit der Solidarität in einer Gemeinschaft, wenn es brenzlig wird? Wie gehen Staaten mit solchen Krisen um? Wenn man etwa nach Ungarn oder auch in andere Länder schaut, dann sieht man: Das laufen sehr gefährliche Prozesse. Plötzlich wird per Dekret regiert. Plötzlich darf komplett überwacht werden. Plötzlich gefährdet der Narzissmus eines Politikers ein ganzes Land. Über die Frage des Zusammenlebens im Theater nachzudenken könnte deshalb extrem wichtig sein. Bestimmt werden wir uns auf eine längerfristige Auseinandersetzung mit dieser Pandemie und ihren Folgen auf dem Theater einstellen müssen. Dafür Stücke und Formate zu entwickeln, die etwas zu sagen haben, braucht viel Zeit und Abstand – das lässt sich nicht aus dem Ärmel schütteln.

Im Moment leben die Menschen so: auf Abstand. Drum nochmal die Frage: Wenn nur jeder vierte Platz besetzt werden darf, wenn Hygieneregeln weiter gelten, macht es dann überhaupt Sinn, zu spielen?

Wir wissen es nicht. Wir sind auf Gedeih und Verderb auf das Live-Moment angewiesen. Das macht Theater aus. Wenn wir mit Maske und Sichtschutz spielen müssen, dann schreit das nach Lesarten und Stücken, die dazu passen. Und zwangläufig ist man so bei Themen wie Ansteckung, Epidemie, Zombies, Polizeistaat und so weiter. Niemand weiss, was richtig und falsch ist und wie das Publikum sich verhalten wird. Vielleicht müssen wir uns daran gewöhnen, die Schutzmassnahmen zu akzeptieren.

Fussball wird wieder gespielt, und Zweikämpfe im Strafraum seien mindestens so körperlich wie ein Kuss auf der Bühne, sagen Kritiker. Warum sollen für das Theater andere Massstäbe gelten?

Eine gute Frage! Es gibt auch bei uns im Theater unterschiedliche Positionen. Die einen sind extrem vorsichtig, die anderen gehen eher locker mit der Gefährdung um. Wir werden niemanden zwingen können, «normal» zu spielen, solange die Abstandsregeln gelten. Beim Fussball geht es halt um wahnsinnig viel Geld. Aber letztlich ist es auch dort das gemeinschaftliche Erlebnis, das zählt und das fehlt.

Geistertheater vor leeren Rängen?

Möglich, aber wozu? Als Schauspieler auf der Bühne bin ich genauso angewiesen auf das Publikum, wie das Publikum auf mich. Leere oder volle Reihen machen einen grossen Unterschied. Wir sind wieder bei der Schicksalsgemeinschaft, bei der Begegnung von Menschen.

Werden solche Fragen gemeinsam diskutiert unter den Schweizer Theaterhäusern?

Wenig. Ich bin mit dem Theater Bern relativ eng im Kontakt, auch mit Basel, aber das sind mehr persönliche Kontakte. Der Schweizerische Bühnenverband erarbeitet gerade ein Schutzkonzept für den Proben- und Spielbetrieb und drängt auch beim Bundesrat auf eine klare Ansage.

In einem der vielen Statements zu Kultur und Corona war zu lesen: «Theater ist ein Ort der Furchtlosigkeit.» Wäre das Theater St.Gallen nicht auch der Ort, wo man furchtlos hinstehen und Widerstand leisten müsste?

Widerstand – wogegen? Gegen das Virus? Ich verstehe die Frage, aber ich halte nichts von Widerstand gegen einen Bundesrat, der den Job bisher relativ gut gemacht hat. Es müsste vielmehr ein Widerstand sein gegen das gedankenlose Wieder-Hochfahren dieser Welt. Ein Widerstand dagegen, dass Fliegen immer noch so unsäglich billig ist und vermutlich auch bleiben wird. Dass man immer noch alles Denkbare zu jeder Zeit haben kann und haben will. Das wäre sicher eine Chance für das Theater: einen Aufruf zu lancieren gegen die Gedankenlosigkeit nach Corona. Kaum ist die Welt wieder offen, wollen alle doppelt soviel reisen, doppelt so viel konsumieren, das Verpasste kompensieren: Vor einer solchen Entwicklung hätte ich schon Angst. Wir retten die Fluggesellschaften, aber die Chance, dies an Auflagen für Ökologie und nachhaltiges Handeln zu knüpfen, hat man verpasst. Pessimisten würden sagen: Der Mensch lernt nichts.

Im vorhin zitierten Text steht am Schluss: Theater sei «das genaue Gegenteil von Corona».

Das ist ein schöner Satz. Wir sind sehr gefordert, auch langfristig Lösungen zu finden. Ich selber habe schon immer auch andere Formen des Theaters ausprobiert. Da kommt die Lust jetzt wieder, da wird die Kreativität angekurbelt, und dies auch unabhängig von Corona: Wir stehen ja vor zwei mobilen Spielzeiten, während das Theater renoviert wird. Was Corona betrifft, haben wir die Lösung noch nicht, weil noch keine Vorgaben da sind. Aber man kann bestimmt schöne Dinge machen. Und das Ensemble, die Musiker, Regisseurinnen: Alle wollen unbedingt arbeiten. Die Corona-Pause fängt an, viel produktive Energie zu generieren.

Theatermacher könnten ja auch auf die Barrikaden gehen und sagen: Lasst uns endlich spielen! Von einem «faktischen Berufsverbot» reden manche Kritiker der bundesrätlichen Massnahmen.

Da kommt mir die Galle hoch, wenn ein Trump seine eigenen Bundesstaaten aufruft, Widerstand zu leisten gegen die Schutzmassnahmen. Es hat sich niemand das Virus ausgedacht. Die Schutzmassnahmen haben ihren Sinn. Hochfahren, als wäre nichts gewesen, wäre dumm. Die Coronakrise wird Folgen haben. Und das soll jetzt nicht depressiv klingen. Das Virus eröffnet eine grosse Chance, nochmal ganz anders über unsere Lebensform und auch über Theaterformen nachzudenken. Und vielleicht auch den festgefahrenen Stadttheaterbetrieb etwas aufzuweichen.

Österreich lässt ab 29. Mai Veranstaltungen drinnen und draussen mit bis zu 100 Personen wieder zu, ab 1. Juli mit bis 250 Personen, vorausgesetzt, der Mindestabstand von einem Meter von Person zu Person wird eingehalten. Auch Proben sollen wieder möglich sein. Das Theaterland geht voraus…

Das hat hoffentlich Signalwirkung auf die Entscheide des Bundesrats. Ich würde mich natürlich riesig freuen, wenn wir bald wieder proben und vor allem spielen könnten! Ideen sind mittlerweile viele da, unsere abgewürgte Spielzeit zusammen mit dem Publikum zu Ende zu bringen. Unser ganzes Haus ist in den Startlöchern.

Das Theaterprovisorium vor der St.Galler Tonhalle im Bau. (Bild: Su.)

Dieser Beitrag erscheint im Juniheft von Saiten.

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