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Wo ich bin, ist Zentrum

Die Liechtensteiner Kunstschule, in Nendeln domiliziert, feiert ab Dienstag neun Tage lang ihren 25. Geburtstag. Das Thema lautet «Ränder gibt es nicht – das Potenzial des Peripheren». von Anita Grüneis
Von  Gastbeitrag , 

Vor drei Jahren stand die «Randerscheinung» im Mittelpunkt der Schlossmediale Werdenberg, nun widmet sich die Kunstschule Liechtenstein an ihrem Geburtstag ebenfalls den Rändern. In der Peripherie liegt das Potenzial, so wird behauptet. Ob das wirklich so ist, diskutieren Vertreterinnen und Vertreter regionaler Kulturinstitutionen in einem Symposium gegen Schluss der Jubiläumstage, am Samstag 27. Oktober.

«Immer öfter gehen Initiativen von der Peripherie aus»: Direktor Martin Walch.

Nendeln, 1500 Einwohner, ein Durchgangsort: Hier dürfte das Thema einige Inspiration bieten. «An der Peripherie, im dörflichen Umfeld zu sein, bringt eine eigene Qualität mit sich, die Städte nicht haben. Vielfach ist Kultur und Kunst mehr in Ballungszentren zuhause. Heute gehen jedoch immer öfter auch Initiativen von der Peripherie aus», sagt Martin Walch, Direktor der Kunstschule, und weiter: «Bei der Vorbereitung zum Jubiläum haben wir viel diskutiert, auch darüber, ob es eine Peripherie überhaupt gibt, denn eigentlich hat alles und jedes sein Zentrum.»

Gestartet wird mit einer Work-in-progress-Ausstellung im Vaduzer Kunstraum Engländerbau. Grundsätzlich sollen an neun Tagen alle Altersgruppen angesprochen und Kunst zu jeder Tageszeit erlebbar werden. Da gibt es Nachtexkursionen, Spurendetektive, Urban Sketching im öffentlichen Raum, Zeichnen im Kunstmuseum, eine Performance zum Künstler Ferdinand Nigg, eine Tanzchoreografie zu Gedichten, einen Spaziergang zwischen Gebäuden, einen Familienworkshop mit den Skulpturen der Bad RagARTz, das Vaduzer Dorfleben in Ton geformt oder Momentaufnahmen von Geräuschen, Klängen und Noten aus dem Landesarchiv.

Jubiläumsprogramm: bis 31. Oktober, Vernissage: 23. Oktober 18 Uhr
Kunstraum Engländerbau Vaduz.

Das Programm geht von einem umfassenden Kunstbegriff aus, der alle Sparten umfasst. Es widerspiegelt damit das breite Angebot der Schule. Insgesamt hat die Kunstschule Liechtenstein 30 Lehrkräfte, allerdings nur 610 Stellenprozente. Die meisten der Unterrichtenden arbeiten mit einem Pensum von maximal zehn Prozent. Dabei ist die Schule ungemein aktiv, bietet Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an, Schulkooperationen, Lehrerfortbildung und berufliche Weiterbildung. Im Fokus steht der vollzeitliche Vorkurs, der in den letzten Jahren immer beliebter wurde, was Martin Walch auch auf die Zusammenarbeit mit den Schulen zurückführt: «So kommen viele Schülerinnen und Schüler erstmals mit uns in Kontakt, und wenn sie es cool fanden, dann gibt es ein entsprechendes Echo in den sozialen Medien, das sich schnell verbreitet.»

Die 32 Schülerinnen und Schüler des diesjährigen Vorkurses sind zwischen 16 und 26 Jahre alt, 22 von ihnen kommen aus Liechtenstein, fünf aus der Schweiz, drei aus Österreich und zwei aus Deutschland. Zwei Drittel sind Frauen, ein Drittel Männer. «Um einen guten Unterricht zu gewährleisten, haben wir zwei Klassen gebildet. Die Studierenden haben mehr als 20 verschiedene Lehrer. Dabei entstehen immer wieder spannende Austauschmöglichkeiten für Schüler wie für Lehrpersonen. Zudem geschehen nicht nur wertvolle gestalterische Fortschritte, auch im sozialen Bereich ist die Spanne gross», meint Martin Walch.

Der Grundlagenunterricht ist breit gefächert und reicht vom Malen, Zeichnen, Kunstgeschichte und Bildhauen oder Fotografie bis zum Bühnenbild, dem Tanz, der Performance und Medienunterricht.

Bei der Gründung der Kunstschule vor 25 Jahren hatten viele in Liechtenstein befürchtet, dass es künftig eine Schwemme von Künstlerinnen und Künstlern geben würde. Nach einem Vierteljahrhundert ist klar: Es gibt viele Kunstschaffende, Designer und Kreative, doch nur die wenigstens studieren im Anschluss an den Vorkurs freie Kunst an einer Kunsthochschule. «Die meisten wenden sich den angewandten Bereichen zu, dort, wo man auch etwas verdienen kann», meint Martin Walch lachend; «eine kürzlich durchgeführte Studie in Berlin ergab, dass 98 Prozent sogenannte Slash-Artisten sind, also Künstler, die sich den Lebensunterhalt neben ihrem Kunstschaffen mit teilweise sehr verschiedenen Jobs verdienen.»

Zum eigenen Kunstschaffen kommt auch Martin Walch aufgrund seiner Funktion an der Kunstschule nur noch selten. Eines seiner letzten grossen Werke ist das vor einem Jahr installierte Stahlobjekt im Hilti-Kreisel vor Schaan.

 

 

St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

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Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

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Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

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Humanhuman 2026 calexandrakochdevos lowres 2

Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

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1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
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Die Stick­ma­schi­ne steht still

In vie­len Aus­ser­rho­der Dör­fern klap­per­ten frü­her Web­stüh­le und spä­ter Stick­ma­schi­nen. In­zwi­schen sind sie al­le ver­stummt. Der Film Das En­de ei­ner Ära por­trä­tiert die Sti­cker Wal­ter Son­der­eg­ger Se­ni­or und Ju­ni­or aus Re­he­to­bel und setzt der Bran­che ein Denk­mal.

Von René Hornung,
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Der Schwei­zer Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics über­lässt in sei­nem neu­en Film Das un­end­li­che Jetzt Men­schen, die mit De­menz le­ben, die Büh­ne. Ein Ex­pe­ri­ment mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Sto­rytel­ling, auf das es sich ein­zu­las­sen lohnt.

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Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights

Das Kro­ko­dil schnappt wie­der zu

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GP Trio MF90302 k

«Die Wahr­neh­mung nicht be­die­nen, son­dern schär­fen»

Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

Von Philipp Bürkler,
Bassilikum 04