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Wortlaut 19: Neue Köpfe, neue Stimmen

Das Programm des Wortlaut-Festivals 2019 ist da. Es bringt vom 28. bis 31. März Entdeckungen nach St.Gallen – Rebecca C. Schnyder und Karsten Redmann vom OK sagen, worauf sie besonders gespannt sind.
Von  Peter Surber

Ein mit Literatur vollgepackter Samstag, samt Auftakt an den Vorabenden und Abspann am Sonntag: An diesem Wortlaut-Gerüst ändert sich nichts. Vom 28. bis 31. März sind 27 Veranstaltungen angesagt in den ebenfalls eingespielten Programmreihen mit den jandl’den Titeln «Laut», «Luise», «Lechts» und «Rinks».

Neu ist das Leitungsteam mit der Autorin Rebecca C. Schnyder an der Spitze – sie löst Richi Küttel ab, der das Festival von Beginn weg geprägt hatte. Karsten Redmann, zuständig für die Kommunikation, und Christoph Müller (Logistik) kommen neu hinzu, ausserdem Gallus Frei-Tomic (für «Luise») und Lillemor Kausch (für «Rinks» und «Laut») in der Programmgruppe. Lika Nüssli, Dario Forlin und Wanja Harb sind wie bisher für Comic und Graphic Novel zuständig.

Flair fürs Dramatische

Spartenvielfalt und Grenzüberschreitungen: Darin sieht Rebecca C. Schnyder die bisherige und auch künftige Stärke des St.Galler Festivals. Was in dieser Vielfalt bisher zu kurz kam, seien jedoch dramatische Texte und Temperamente. Schnyder, selber als Theaterautorin tätig, hat deshalb nach Grenzgängern zwischen Prosa und Drama gesucht. Und unter anderem Lukas Linder eingeladen.

Linder, bisher mit seinen Bühnentexten erfolgreich, hat seinen ersten Roman geschrieben: Der Letzte meiner Art, eine Familiengeschichte, die laut Ankündigung «mit Genauigkeit und Schonungslosigkeit über das alltägliche Scheitern» berichtet. Linder liest und diskutiert zudem mit der deutschen Romanautorin Daniela Krien darüber, was sie als Schreibende umtreibt. Theaternah wird es auch beim Auftritt von Andi Beyeler zu und hergehen. Beyeler hat einen Schelmenroman im Schaffhauser Dialekt geschrieben: Mondscheiner. Er liest mit der Schauspielerin Newa Grawit zur Festivaleröffnung.

Lautes und Stilles

Bühnentauglich sind in besonderem Mass die Programmschienen «Rinks» und «Laut». Erstere bringt neben dem traditionellen Dialekt-Slam weitere klingende Spoken-Word-Namen nach St.Gallen: Matto Kämpf und Sibylle Aeberli, Alex Simm, Manuel Diener und «Die Eltern» mit Stefanie Grob, Gerhard Meister und Sandra Künzi. Das «laute», literarisch anspruchsvolle Kabarett vertreten Peter Spielbauer oder die Wienerin Magda Leeb. Auf eine andere Wienerin freut sich Redmann nicht weniger: Ulli Lust, Zeichnerin des autobiografisch gefärbten, anarchistischen Wien-Comics Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein.

Daneben im Comic-Programm: Jan Bachmanns gezeichnete Mühsam-Biografie, Einblicke in die Arbeit des Ampel-Magazins oder Ambient-Comics von Nadine Redlich und der nächtliche Zeichungstanz.

Rebecca C. Schnyder und Karsten Rebmann.

Die traditionellere Lesung gibt es bei Wortlaut auch. «Luise» bringt 2019 Romanautorin Daniela Krien mit ihrem erst gerade bei Diogenes erscheinenden Fünf-Frauen-Roman Die Liebe im Ernstfall (eine Leseprobe gibt es hier) oder die deutsche Lyrikerin Monika Rinck zu Gehör, daneben zwei bekannte Ostschweizer Autorinnen: Anna Stern liest aus ihrem neuen Roman Wild wie die Wellen des Meers (hier die Besprechung), und Viola Rohner, gebürtige Ausserrhoderin in Zürich, stellt ihren neuen Erzählband 42 Grad vor.

Die «Ostschweizer Bühne» im Splügeneck nutzen dieses Jahr Daniel Ammann, Jolanda Spirig, Reni Villiger und Florian Vetsch/Claire Plassard mit ihrem dem Saitenpublikum vertrauten Gedicht-Pingpong.

Lieber Entdeckungen als «grosse» Namen

Keine Buchpreisträgerin? Keine literarische Champions League? Rebecca Schnyder hält wenig von solchen Forderungen. «Wir suchen Autorinnen und Autoren, die uns am Herzen liegen. Und wir achten darauf, dass die Mischung im Programm stimmt.» Sogenannt «grosse» Namen seien kein Qualitätsmerkmal für ein Festival, weder im Guten noch im Schlechten. Ob jemand einen Buchpreis gewonnen habe oder nicht, sei für sie kein Thema – «aber Lukas Linder wird in naher Zukunft auf der Liste sein», prognostiziert sie.

Wortlaut hat, sagt Schnyder, vielmehr die Ambition, Entdeckungen zu bieten, Interesse für neue und genre-sprengende Töne und Stimmen zu wecken und kurzum: spannende Bücher vorzustellen.

Buchbeiz und Gassenhauer in der Metzgergasse

Dafür wurde neben den bisherigen Spielorten (Raum für Literatur, Palace, Grabenhalle und Splügeneck) ein neuer gefunden: Zwei Veranstaltungen finden in der Kellerbühne statt. Und am Sonntag gibt es zwei Expeditionen – den traditionellen literarischen Stadtrundgang mit Richard Butz und Nathalie Hubler und eine Begegnung mit dem Hesse-Enkel Silver Hesse im Würth-Haus Rorschach.

Buchbeiz ist wieder die Focacceria. Dort findet nächtens auch der Gassenhauer statt: am Samstag um halb elf nachts hauen Marcus Schäfer und Diana Dengler vom Theater am Tisch zusammen mit Saiten ihre satirische Stadt- und Weltkritik auf die Metzgergasse.

Die Programmhefte sind verpackt.

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze