, 25. Januar 2013
keine Kommentare

Wortlaut bleibt stumm

Wortlaut macht Pause. Das St.Galler Literaturfestival findet 2013 nicht statt. Das hat Organisator Richi Küttel bekanntgegeben. Wortlaut war ein Erfolg. Vor fünf Jahren im April noch klein gestartet, wuchsen die Literaturtage Jahr für Jahr an. Zuletzt, Ende September 2012, waren praktisch alle irgendwie mit dem Buch beschäftigten Menschen und Institutionen der Stadt mit im Boot. […]

Wortlaut macht Pause. Das St.Galler Literaturfestival findet 2013 nicht statt. Das hat Organisator Richi Küttel bekanntgegeben.

Wortlaut war ein Erfolg. Vor fünf Jahren im April noch klein gestartet, wuchsen die Literaturtage Jahr für Jahr an. Zuletzt, Ende September 2012, waren praktisch alle irgendwie mit dem Buch beschäftigten Menschen und Institutionen der Stadt mit im Boot. Mehrere Dutzend Veranstaltungen von Mittag bis Mitternacht, diverse Orte in- und outdoor, erstmals sogar ausgeweitet auf drei Tage – «ein bunt gemischter Programmreigen», bilanziert Organisator Küttel.

Diese Vielfalt hebt auf Anfrage auch Eva Bachmann hervor, die im Raum für Literatur in der Hauptpost die Autorenreihe «Eingeschrieben» betreibt, mehrfach an Wortlaut mitbeteiligt war und auch die Solothurner Literaturtage von innen, aus der Programmkommission, her kennt. Wortlaut sei zwar kleiner, aber sogar abwechslungsreicher konzipiert als Solothurn: «eine Sammlung kreativer, speziell für den Anlass geschaffener Formate und Ideen». Ein Literaturfestival gehöre auch weiterhin nach St.Gallen, ist Eva Bachmann überzeugt. Künftig wäre aber zu überlegen, ob man ein solches Festival nicht kuratieren müsste, vielleicht im Turnus von wechselnden Personen.

Doch das Wichtigste bleibe, «dass die hiesigen Veranstalterinnen und Veranstalter das Festival tragen.» Und diese schätzten es nicht zuletzt, für einmal keine Finanz- und Werbesorgen haben zu müssen: Dafür sorgte das Organisatoren-Duo.

«Wie eine Bundesratswahl»

Damit ist jetzt für ein Jahr Schluss. Zum einen hatten die Co-Organisatoren Richi Küttel und Lukas Hofstetter unterschiedliche Vorstellungen für die Zukunft. Zum andern gab es 2012 einen Publikumsrückgang. Problem: der Termin. Ein solches Festival im Kalender zu plazieren sei «wie eine Bundesratswahl», sagt Küttel auf Nachfrage. Das Wochenende zum Herbstferienstart erwies sich als schwierig – später im Jahr, im November macht die Messe Buch-Basel Konkurrenz, vorher im September die Museumsnacht, im Mai sind die Solothurner Literaturtage, im Juni die Festspiele…

Im Moment tüftelt eine neu formierte Gruppe um Richi Küttel an der Terminfrage und an der künftigen Form herum. Klar ist: 2014 soll Wortlaut wieder stattfinden. Und klar ist auch: Trägerin wird die Gesellschaft für deutsche Sprache  und Literatur GdSL sein, die vor zwei Jahren untergegangen, aber kurz danach umso frischer wieder auferstanden ist.

Auch andere mischen mit

Allerdings: Wortlaut tüftelt nicht allein. An der Belebung des Literaturlebens will auch der neu gegründete Verein Buchstadt St.Gallen mitwirken. Er hat dazu auch einen quasi-offiziellen Auftrag: Der Verein ist aus einem Innovationsforum der Region AR-St.Gallen-Bodensee hervorgegangen, wie bereits zuvor das wirtschaftsnahe Standortförder-Projekt «Textilland» oder momentan die «Bignik»-Nähaktion der Riklin-Brüder. Aus dem Topf stehen fürs das Buch für zwei Jahre immerhin 30000 Franken jährlich zur Verfügung.

In Zusammenarbeit mit dem St.Galler Zentrum für das Buch sei als nächstes im April eine zweite «Buch-Biennale» in der Lokremise geplant, sagt Markus Gugger vom Verein Buchstadt. Die weiteren Pläne müssten erst noch konkret werden; der Verein könnte künftig eine Koordinationsfunktion übernehmen, die Akteure rund ums Buch vernetzen und unterstützen. Sicher gehe es nicht darum, sich zu konkurrenzieren, sondern ums Sich-Ergänzen.

Die Buchstadt kommt in Bewegung…

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Impressum

Herausgeber:

 

Verein Saiten
Frongartenstrasse 9
Postfach 556
9004 St. Gallen

 

Telefon: +41 71 222 30 66

 

Redaktion

Corinne Riedener, Peter Surber, Roman Hertler

redaktion@saiten.ch

 

Verlag/Anzeigen

Marc Jenny, Philip Stuber

verlag@saiten.ch

 

Anzeigentarife

siehe Mediadaten

 

Sekretariat

Irene Brodbeck

sekretariat@saiten.ch

 

Kalender

Michael Felix Grieder

kalender@saiten.ch

 

Gestaltung

Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio
grafik@saiten.ch

Saiten unterstützen

 

Saiten steht seit über 20 Jahren für kritischen und unabhängigen Journalismus – unterstütze uns dabei.

 

Spenden auf das Postkonto IBAN:

CH87 0900 0000 9016 8856 1

 

Herzlichen Dank!