Ein Abend im Lyrik-Gärtchen
Richard Butz widmet dem St.Galler Schriftsteller und Publizisten Hans Rudolf Hilty (1925–1994) einen literarischen Abend.
(Bild: pd)
Hans Rudolf Hilty, geboren 1925 in St.Gallen, war Germanist, Lehrer, Journalist, aber vor allem Schriftsteller. Selber veröffentlichte er mehrere Lyrikbände, einen Roman und einige dokumentarische Bücher. Daneben gab er aber auch andere Bücher und Magazine heraus. Mit der 1959 gegründeten Reihe der «Quadrat Bücher» brachte er es auf 40 Nummern.
Am bemerkenswertesten ist wohl der 1951 gegründete «Hortulus» (deutsch: Gärtchen), eine weit über St.Gallen hinaus viel beachtete Zeitschrift für neue Dichtung, erschienen im St.Galler Tschudy-Verlag. Am Anfang erschienen – ausschliesslich als deutschsprachige oder ins Deutsche übersetzte Erstdrucke – Gedichte, später auch Kurzprosa und Romanausschnitte. Ausgeschlossen waren Rezensionen und Essays. Zu den Erstveröffentlichungen zählte etwa das Gedicht Freies Geleit von Ingeborg Bachmann oder der Sketch Die grosse Wut des Philipp Hotz von Max Frisch. Zudem gabs grafische und künstlerische Beiträge unter anderem von Hans Arp, Meret Oppenheim oder Ludwig Meidner.
Waren die ersten Jahre noch eher lokal respektive national ausgerichtet, kamen mit Karl Krolow und Ilse Aichinger und anderen erste deutsche Autor:innen hinzu. Der Zeitschrift zog immer weitere Kreise, bis im Oktober 1964 die letzte Ausgabe erschien. Nach Hiltys Tod 1994 schrieb der Schweizer Dichter Kurt Marti einmal: «Die Bundesrepublik hatte ihre Gruppe 47, die deutschsprachige Schweiz ihren Hortulus.»
1986 erhielt – in einer Art Wiederentdeckung seines unermüdlichen Wirkens – der im gutbürgerlichen St.Gallen nicht nur geliebte Linke und Pazifist den grossen städtischen Kulturpreis. Und jetzt widmet Journalist und Kulturvermittler Richard Butz dem Autor und Publizisten einen Themenabend, an dem sich auch Mathias Peter und Raphael Labhart beteiligen. Hans Rudolf Hilty wird zum zweiten Mal wiederentdeckt.
Neue Kulturreihe «Kuribu»
Kein Jahr ist vergangen, da hat Richard Butz seine Konzertreihe «Kleinaberfein» eingestellt. Jetzt ist er zurück mit einer neuen Veranstaltungsreihe namens «Kuribu».
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 2: Kinok-Open-Air, Solarkino, Christa Näher – «Excess», Living Museum, Poolbar Festival, Die Legende von Anne Bonny und SP-Spaziergänge.
In der Kunstkabine bei der St.Leonhard-Brücke in St.Gallen stellen bis September vier Personen mit Beeinträchtigung ihre Kunst aus. Den Anfang macht Sonja Lippuner mit ihrer «Rollstuhlkunst».
Die Kunstgiesserei St.Gallen und die Stiftung Sitterwerk strahlen weit über die Region hinaus. Felix Lehner, Gründer und Leiter der Kunstgiesserei, Geschäftsleitungsmitglied Till Jäckli sowie Patricia Hartmann, Co-Leiterin der Stiftung Sitterwerk, sprechen im Interview über die letzten 40 Jahre, aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne.
Geschlechterspezifische Gewalt ist auch in Appenzell Realität, und doch wird zu wenig darüber geredet. Mit der Diskussionsveranstaltung «werom – schwätze statt schwiige» luden drei junge Appenzellerinnen zum offenen Austausch über Gewalt, Prävention und Zivilcourage.
Heimat – ein vielschichtiger Begriff. Das Kunstmuseum St.Gallen spürt ihm gemeinsam mit der Werksammlung der Schweizerischen Post nach. Zu sehen ist die entstandene Schau «Heimatflimmern» bis Ende Oktober in St.Gallen.
Die St.Galler Festspiele laden, nach der letztjährigen Pause, wieder zum Tanz in die Kathedrale. Choreograf Antonio Ruz und die Tanzkompanie nehmen den Raum mit Respekt in Beschlag – samt dem Klosterplatz.
Der «Landesverräter» war gern am Fluss
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 1: Openair-Kinos, Blablabor – «Guerilla Radio», Michail Pirgelis – «HYLE», «Heimatflimmern», Kulturfestival St.Gallen, Leonce und Lena, Kunstspaziergänge und Musik im «Flöözli» sowie Rundgänge zum Blumenwies und zur Schwammstadt.
Musik im Rorschacherberg
In Konstanz gastiert derzeit die Gruppe As Karuana – ein politischer Frauenchor aus dem Amazonas. Sie zeigt mit ihrer Musik, ihrem Tanz, ihrer Kunst und ihrem Wissen politische Résistance und kämpft für die Rückeroberung ihrer indigenen Kultur.