Man muss nur wollen, sich ein bisschen Mühe geben, bereit sein Hindernisse zu überwinden, dann stehen die Türen dieser Welt allen offen. You can get it if you really want, wie schon Jimmy Cliff vor über 50 Jahren singpredigte.
Das sieht auch die frischgewählte Bundesrätin so. Als Influencerin predigte sie die Leistungskultur und die Selbstoptimierung. An der Spitze der Politik vertritt sie dieselben Werte. «You can get it if you really want!» Stimmt das wirklich?
In Dominic Bretschers Satire Die Bundesrätin – ein Erfolgsstück geht es um die Frage, ob wirklich jeder Mensch Schmied seines eigenen Glücks ist. Im Rahmen der Reihe «Late Night Lok» zeigt Konzert und Theater St.Gallen eine Bearbeitung dieses Theaterstücks über eine knallharte Bundesrätin, ihren krypto-besessenen Leibwächter/Lover und eine Lehrerin, die ihren Klassen einschärft: Jede und jeder kann es schaffen! Dazu kasteit sich ein Chor der Putzkräfte, Lieferfahrer, gescheiterten Selbstständigen und prekär Beschäftigten selber. Erfolg ist schliesslich kein Glück und man ist ja durchaus selber schuld an der eigenen Misere. Oder?
Der Winterthurer, der unter anderem am Liceo Artistico in Zürich Deutsch und Filmanalyse unterrichtet oder als Pointenschreiber und Musiker (Plankton, Wunderkind) tätig ist, bringt mit diesem Stück (mit Anja Tobler, Swane Küpper, Jonathan Fiebig und Fabian Gross) verschiedene gesellschaftliche Themen auf die Bühne. Zum einen den Trend zur Selbstoptimierung, der zu grosser psychischer Belastung führen kann, und zum anderen die Bedeutung von sozialer Herkunft für die Chancengleichheit.
Die Bundesrätin – ein Erfolgsstück: Samstag, 14. Februar, 21 Uhr, Lokremise, St.Gallen.
konzertundtheater.ch