Würde die Entrechtungsinitiative der SVP angenommen, beträfe sie auch jene Ausländerinnen und Ausländer, die bereits in der zweiten und dritten Generation in der Schweiz leben. Frauen und Männer, die in der Schweiz geboren wurden, könnten also wegen eines unter Umständen kleinen Vergehens aus ihrer Familie und ihrem Umfeld geworfen werden und in ein Land, das ihnen womöglich völlig fremd ist, abgeschoben werden – und das unabhängig von der Schwere der Straftat. Dabei würden weder die Umstände des Vergehens noch der Aufenthaltsstatus oder das geltende Völkerrecht beachtet.
Der Initiativtext enthält zwei detaillierte Listen von Straftaten, die zur Ausweisung führen: Die erste führt überwiegend schwere Verbrechen wie Mord oder schwere Körperverletzung auf, bei denen die Ausschaffung zwingend ist. Auf der zweiten stehen auch leichte Straftaten wie Sachbeschädigung mit Hausfriedensbruch oder Betäubungsmitteldelikte. Diese würden eine Ausschaffung nach sich ziehen, wenn der Täter oder die Täterin bereits vorbestraft ist, sprich in den vergangenen zehn Jahren zu einer Freiheits- oder Geldstrafe verurteilt worden ist. Neu hinzugekommen ist auch der Sozialmissbrauch: Eine ausländische Putzfrau beispielsweise, die ihre AHV nicht abrechnet, würde somit im Wiederholungsfall ausgeschafft.
Ich empfinde diese Initiative als Drohung gegen alle Nicht-Schweizerinnen und Nicht-Schweizer, also gegen einen Viertel der Bevölkerung. Ich glaube, sie ist eine Gefahr für die Demokratie, denn wir unterschätzen den riesigen Druck, den ein solcher Automatismus auf die Ausländerinnen und Ausländer ausübt. Sie alle müssten fortan mit der Angst leben, sofort ausgeschafft zu werden, selbst wenn sie nur eine leichte Straftat begehen.
Yonas Gebrehiwet, 1996, ist mit 15 Jahren aus Eritrea in die Schweiz gekommen. Er wohnt in Rheineck und macht eine Ausbildung zum Textiltechnologen.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.