Am Pfingstwochenende findet in Appenzell das Buch-Kunst-Fest «Kleiner Frühling» statt, fast alle Anlässe sind in der Kunsthalle. Dieses Jahr stehen Sprachen und Heimaten im Mittelpunkt – zu Gast sind Autoren und Übersetzerinnen, Verlegerinnen und Dichter aus vielen Ecken der Welt. Der «Kleine Frühling» wird am Freitag, 6. Juni, mit einer Lesung von Behzad Karim Khani eröffnet. In seinem Roman Als wir Schwäne waren erzählt er von einem Buben, der in den 90er-Jahren mit seiner Familie aus dem Iran nach Deutschland migrierte. Am Samstag, 7. Juni, gibt es «an vier verstohlenen Orten» Lesungen von verschiedenen Autor:innen, unter anderem Alexandra Todorka Doza (Die Wörter bei uns Daheim) und Christian Johannes Käser (Appenzeller Abrechnung). Am Samstagabend lassen Nora Gomringer und zwei Jazzmusiker die Dichterin Dorothy Parker hochleben.
In den «Sternstunden Appenzell» vom Pfingstsonntag unterhält sich der Autor, Übersetzer und Literaturkritiker Usama Al Shahmani mit Shukri Al Rayyan und der Übersetzerin Kerstin Wilsch über den Roman Nacht in Damaskus. Darin beschreibt der syrische Autor die Zustände in seiner Heimat unter der Gewaltherrschaft des ehemaligen Machthabers Baschar al-Assad während der Revolution. Ausserdem wird das 50-Jahr-Jubiläum der «ch-Reihe», die den interkulturellen literarischen Austausch fördert, gefeiert. Schlusspunkt ist ein Podiumsgespräch mit Alexandre Lecoultre, Übersetzerin Ruth Gantert, einem Schüler und einer Lehrerin des Gymnasiums Appenzell über Lecoultres wortwitziges vielsprachiges Buch Peter und so weiter.
Open-Air-Lesungen in Winterthur
Bei «Lauschig» in Winterthur finden vom 4. Juni bis 21. September insgesamt 19 Open-Air-Lesungen in Winterthurer Parks, Gärten und an weiteren lauschigen Orten statt. Ausserdem gibt es Naturspaziergänge und Spoken-Word-Performances mit total 43 Mitwirkenden – Autor:innen, Musiker:innen, Moderator:innen und Naturexpert:innen – statt.
Ein Markenzeichen von «Lauschig» sind die Begegnungen zweier Autor:innen auf der gleichen Bühne sowie die Kombination von Literatur und Musik. In diesem Jahr gibt es solche «Duette» etwa von Fatima Moumouni und Jane Mumford mit Musikerin Evelinn Trouble (13.6.), Zora del Buono und Tabea Steiner mit Hackbrettspieler Quirin Oeschger (26.6.) oder die Philosophin Barbara Bleisch und Spoken-Word-Autor Pedro Lenz mit Volksmusiksängerin Simone Felber (20.8.). Zum 100. Todestag von Jakob Christoph Heer gibt es einen szenischen Spaziergang auf dessen Spuren in Töss (31.8.). Ausserdem gibt es im Rahmen der Winterthurer Musikfestwochen vier Kurzlesungen: Mia Ackermann (7.8.), Béla Rothenbühler (11.8.), Julia Steiner (12.8.) und Michael Stauffer (14.8.), die beiden ersteren sogar inklusive Übersetzung in Gebärdensprache.
«Wagnisse» in Arbon
In Arbon dauern die Literaturtage dieses Jahr vom 14. bis 21. Juni. Sie stehen unter dem Motto «Wagnisse» und finden im Haus Max Burkhardt statt. Den Start macht am Samstag, 14. Juni, der Thurgauer Autor Christian Uetz «mit einem Tanz der Wörter und Sätze, der Gedanken und Poesie, mitreissend und erstaunlich präsentiert», wie es in der Ankündigung heisst. Am Sonntag, 15. Juni, folgen die lyrischen Wagnisse: Begleitet von Cello-Klängen von Brigitte Meyer sind neue Texte von Ruth Erat, Shqipton Rexhai, Bettina Balàka, Fiona Feuz und Erika Kronabitter zu hören. Zum Abschluss gibt es Lyrik von Andrea Martina Graf.
Weiter geht es dann am Mittwoch, 18. Juni mit dem «Wagnis der Sehnsucht»: Sunil Mann spricht mit Anya Schutzbach vom Literaturhaus St.Gallen über sein neues Buch Denn bleiben tun sie nie. Am Donnerstag, 19. Juni, ist Dagmar Schifferli mit ihrem Roman Auch Fische können ertrinken zu Gast. Für Kinder und Familien gibt es am 14. Juni im «Kappeli» ein Figurentheater und am 21. Juni in der Stadtbibliothek einen Comicworkshop.
«Feuilleton» in Schaan
Ebenfalls am Pfingstwochenende finden im Haus Stein Egerta in Schaan die 17. Liechtensteiner Literaturtage statt, die zum Thema «Feuilleton» haben. Eröffnet werden sie am Freitag, 6. Juni, mit der Vernissage einer Fotoaus- stellung des Eschner Fotografen und Multimediajournalisten Sebastian Sele, der in Bogotá lebt und dessen Fokus auf internationaler Migration und sozialer Gerechtigkeit liegt. Anschliessend gibt es einen Vortrag von Simone Jung «zu den Möglichkeiten des Feuilletons». Am Samstag und Sonntag stehen Lesungen mit verschiedenen Autor:innen und Journalist:innen auf dem Programm, etwa Maike Albath, Andreas Kilb, Daniela Stirgl oder Dieter Bachmann. Als Rahmenprogramm gibt es ab dem 10. Juni drei Filme zum Thema im Skino.