Es leuchten verdrehte Bahnen
Einen Blick auf das Beiläufige und das Durchlässige. Das verspricht die Einzelausstellung von Koo Jeong A, die ab dem 31. Januar im Kunsthaus Bregenz zu sehen ist.
Koo Jeong A im Jahr 2025 (Bild: pd/Miro Kuzmanovic)
Fluoreszierende Sterne, verdrehte Skateparks und anregende Duftwolken. Das Kunsthaus Bregenz zeigt ab dem 31. Januar die Einzelausstellung «Land of Ousss [Gravitta]» von Koo Jeong A. Die international bekannten Arbeiten von Koo Jeong A, geboren in Südkorea, fokussieren auf das Beiläufige, «auf jene Randzonen der Erfahrung, die sich erst im geduldigen Wahrnehmen öffnen», wie es im Pressetext des Museums heisst.
Die Werke sollen «Atmosphären der Durchlässigkeit» entstehen lassen und bewusst keine konkrete Geschichte erzählen. Sie «leben nicht von Bedeutung oder Interpretation, sondern von Präsenz, Stimmigkeit und verborgener, doch deutlich spürbarer Energie».
Die Ausstellung in Bregenz beginnt im Erdgeschoss des Hauses, mit einem eigens für diesen Raum entwickeltenBodenobjekt. Die geschwungene Skulptur ist ein aus dem ursprünglichen Zusammenhang gelöstes Skatepark-Fragment und formal an das Möbiusband angelehnt.
Grünlich schimmernde Sternen (Bild: pd/ Victor Simon)
Es ist nicht das erste Mal, dass Koo Jeong A mit der mathematischen Form arbeitet, schreibt das Museum. Sie findet sich bereits in Werken für Ausstellungen in Arles, Liverpool, São Paulo und Seoul. Was in Bregenz vielleicht einen besonderen Reiz ausmacht, ist die phosphoreszierende Oberfläche des Werks: Es beginnt im Dunkeln zu leuchten.
Im Obergeschoss setzt sich «Land of Ousss [Gravitta]» dann fort. In einem Raum sind Wandobjekte aus Magneten befestigt. Diese scheinen «wie mächtige, metallische Paravents» zu schweben, schreibt das Museum und sollen vermitteln, «dass Kräfte existieren, die sich unserem Blick entziehen».
Ein Werk von Koo Jeong A im koreanischen Pavillon der Biennale (Bild: pd/Mark Blower)
Um etwas, das ebenfalls unsichtbar ist, geht es auch in einem weiteren Ausstellungsbereich – den Duft. Dabei scheinen Düfte, wie schon das Möbiusband, ein wiederkehrendes Element im Schaffen von Koo Jeong A zu sein. So entwickelte Koo Jeong A bereits 2024 in Kooperation mit einer koreanischen Marke ein Parfum für die Ausstellung im koreanischen Pavillon der Biennale in Venedig.
Die Ausstellung im Kunsthaus Bregenz schliesst mit einer filmischen Arbeit von Koo Jeong A im obersten Stock. Dort kommt Fluoreszenz zum Einsatz: Grünlich leuchtende Sterne umrahmen den gezeigten Film und sollen die «Weite und Unendlichkeit» des Universums andeuten.
Koo Jeong A – «Land of Ousss [Gravitta]»: 31. Januar bis 25. Mai, Kunsthaus Bregenz.
Vernissage am 30. Januar um 19 Uhr, Koo Jeong A ist anwesend.
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