Die Auseinandersetzung mit dem Vorhandenen in all seinen Ausprägungen der Infrastruktur, des Städtebaus, der Raum- und Baustruktur, der Technik und der Gesellschaft ist ein zentraler Bestandteil des Metiers. Instandhalten, Instandsetzen, Umbauen und Erweitern legen nicht selten ideelle und materielle Schätze offen, liefern uns wertvolle Hinweise für unser Verhalten und setzen Fragmente in ebenso geheimnisvolle wie überraschende Zusammenhänge.
Im Vorhandenen ist in aller Regel eine tragfähige städtebauliche und freiräumliche Ordnung mit hohem Identitätspotential eingeschrieben. Darin eröffnen sich einmalige Chancen, die Planung aus der Transformation heraus zu verstehen. Die intellektuell wie baulich sukzessiv voranschreitende Aneignung lässt Zeit und Raum, die Seele des Ortes und damit den Menschen teilhaben zu lassen an seiner Stadt-, Dorf-, Quartier- und Hausentwicklung.
Bauen im Bestand, Planen und Bauen mit Fragmenten und Neubauen heisst, sich auf verschiedene Geschwindigkeiten einzulassen. Geduld und Langsamkeit sind dringende Tugenden, da im Voraus keine Gewissheiten das Endresultat erahnen lassen. Reflexion und Aufbruch, Tradition und Zukunft sind in jedem Strich den Fragen der Angemessenheit zu unterwerfen.
Die Projekte Wohnkolonie im Hard Langenthal, Industriestrasse in Luzern und WankdorfCity 3 in Bern loten das Verhältnis zwischen dem Brauchbaren und dem Neuen aus.