, 29. April 2013
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Zeitgeist am Tag der Arbeit

Es gibt viel zu tun – auch am Tag der Arbeit in St.Gallen.

Wenn auch kein Feiertag in St.Gallen, so ist doch einiges los am Tag der Arbeit. Starten kann man im Palace, wo die erfreuliche Uni bereits am Vorabend um 20.15 ein Podium organisiert zur geplanten, aber noch nicht versenkten Privatisierung der VBSG. Was Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe dazu denken und wie vergleichbare Szenarien in Konstanz (nicht) funktionieren, kann man im druckfrischen Maiheft von Saiten nachlesen. Wie sich Privatisierungen auf die Qualität der Arbeitsplätze auswirken, wird im 1.Mai-Dienstleistungsdossier der Woz am Beispiel der schweizerischen Post aufgezeigt.

Am Mittwoch laden die Gewerkschaften zur traditionellen Demonstration unter dem Motto «Faire Löhne, bessere Renten» mit Treffpunkt auf dem Bahnhofplatz um 17 Uhr. Unterhalten wird das legendäre mediterrane Blasmusikorchester «La Banda di San Gallo» mit Kompositionen von Nino Rota, bekannt von den Filmen Federico Fellinis. Nach dem Umzug reden in der Marktgasse die SP-Nationalrätin Jaqueline Fehr, die Jungsozialistinnen Andrea Scheck und Anna Bleichenbacher und Guglielmo Bozzolini von der «Sinistra Ecologia Libertà».

Auch in der Marktgasse wars, wo Anna Bleichenbacher am vergangenen 23. Februar von der Polizei festgenommen wurde, weil sie mit einem Kollegen Unterschriften sammelte für einen Spekulationsstopp an Nahrungsmitteln – obwohl das Bundesgericht schon 2009 dem Stadtrat Nachhilfstunde in Demokratie gegeben hatte: Bis zu drei Personen ist Unterschriftensammeln auch im «grössten Einkaufszentrum der Ostschweiz» (die Altstadt nach Elmar Jud) kein gesteigerter Allgemeingebrauch und somit nicht bewilligungspflichtig. Stadtrat Cozzio ist eingeladen, sich die Rede der Jungpolitikerin anzuhören …

Nach den Reden gibts Essen, Getränke und Bandoneon-Klänge von Martin Amstutz in der Festwirtschaft (Marktgasse, bei schlechter Witterung Grabenhalle). Im Genossenschaftsrestaurant Schwarzer Engel ist Vernissage der Wanderaustellung zum Spanischen Bürgerkrieg – bedenkt man die Verhärtung der Fronten im heutigen Spanien, ist die Aktualität der Thematik höchst brisant.
Einen sanfteren Akzent spricht man in Chile. Hochspannend ist die Geschichte der demokratischen Revolution der Unidad Popular 1970, unvermindert denkwürdig der von der CIA finanzierte Staatsstreich Pinochets am 11. September 1973. Die Juso zeigen darum den Dokumentarfilm «Salvador Allende» von Patrizio Guzman ab 20 Uhr in der Grabenhalle mit Stimmen zur Person des damaligen Präsidenten dreissig Jahre später.

Surrealistische Perspektiven zur Arbeitsthematik werden ab 19 Uhr im Point Jaune Museum diskutiert unter dem ernsten Titel «Réprobation du Travail».
Und die PdA feiert am 3. Mai nach: im Frauenarchiv an der Florastrasse mit einem Podium zur «Krise in Griechenland: Allgemeines Unglück – subjektives Elend». Die Frage «Allein im Streik – Was tun?» diskutieren Sofia Roditi, Katsaros Panagiotis und Florian Eicher ab 19.30.

Weitere 1.Mai Veranstaltungen gibt es in Walenstadt, Wil und Rapperswil.

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