Sexarbeit ist Ausbeutung, Intimbehaarung ist grusig, Pornos sind unfeministisch, kinderlose Frauen egoistisch und Sexpuppen etwas, das nur Männer haben…
Wenn es um erotische Beziehungen, Sexualität und Körperlichkeit geht, sind die Fronten oft so verhärtet wie Rocco Siffredis Arbeitsgerät in seinen audiovisuellen Werken. Es fehlt an Differenzierung, offenen Diskussionen und neuen Bildern – zumindest ausserhalb der queeren und zeitgenössischen feministischen Kreise.
Die St.Galler Künstlerin Morena Barra möchte das ändern und nistet sich dazu im Juli und August mit anderen Künstlerinnen im Frauenpavillon im Stadtpark ein. Im Sommeratelier möchten sie alternative Blickwinkel auf die oft tabuisierten und vorurteilsbehafteten Themen rund um die Sexualität auftun – spartenübergreifend. Und damit, wenn möglich, auch Aussenstehende erreichen.
Es gehe ihr nicht um Provokation oder Aufklärung in erster Linie, sagt Barra. «Ich rechne nicht mit grosser Empörung, ich diskutiere einfach sehr gern – gerade mit Menschen, die nicht in meiner Bubble sind.» Der Frauenpavillon sei dafür sehr geeignet, da dort potenziell auch wildfremde Leute ihren Kopf hineinstrecken und sich für unser Tun interessieren. «Keine Ahnung, was passiert – wir schauen mal», sagt sie und lacht.
Auch der künstlerische Austausch sei ihr wichtig. «Ich will mich nicht alleine im Atelier verkriechen, sondern gemeinsam mit anderen etwas erarbeiten», erklärt Barra. Es gebe zwar Ideen für die einzelnen Projekte, in Stein gemeisselt sei aber noch nichts – «denn vieles ist ja auch abhängig vom Raum, von der Stimmung und der Dynamik in einer Gruppe.»
Körperlichkeit, Sexualität, Erotik – Künstler:innenaustausch im Sommeratelier: 10. Juli bis 15. August (Präsentation), Frauenpavillon, Stadtpark St.Gallen
Am 12. Juli kommen ihre ersten Komplizinnen, Coco Schwarz und Alina Mann, ein Künstlerinnenduo aus Zürich, das vor allem performativ und filmisch arbeitet. Kennengelernt haben sich die drei am Film- und Kunstfestival Porny Days. Bei ihrer dreitägigen künstlerischen Auseinandersetzung im Frauenpavillon soll es um Bondage, Fetisch und Kink bzw. um alternative Pornografie gehen.
Vom 27. bis 29. Juli ist Kira van Eijsden im im Frauenpavillon zu Gast. Sie hat soeben die Schule für Kunst und Design F+F abgeschlossen, ist ebenfalls performativ unterwegs und unter anderem auch als Spokenwordlerin aktiv. Mutterschaft und damit verbundene Tabus werden bei ihr voraussichtlich das Thema sein.
Gleich darauf wird Claude Bühler für zwei Tage im Pavillon einziehen. Sie kennt den Raum noch bestens vom letzten Sommer, als sie ihren Salon Vert im Rahmen des Sommerateliers dorthin gezügelt und zusammen mit anderen musikalisch-feministische Diskurse vorangetrieben hat.
Was während dieser sechs Wochen passiert im Pavillon, bleibt nicht im Pavillon, sondern wird mit einer abschliessenden Ausstellung gewürdigt: Am 15. August stellt Morena Barra die Ergebnisse ihrer Kollaborationen der Öffentlichkeit vor. Wers verpasst, hat an der Museumsnacht im September eine zweite Chance.
Nach dem 3:1-Hinspiel-Erfolg steht die Türe zu den Conference-League-Playoffs weit offen. Schreitet der FCSG hindurch? Das Rückspiel ab 20 Uhr live im SENF-Ticker.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
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Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.