, 4. April 2012
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Machbarkeitsstudie für Besuch bei den Pfahlbauern

Zwischen Cyberspace und Neolithikum – diesen Spagat muss jetzt die Bodenseeregion machen, will sie ihren Pfahlbauern respektive deren Hinterlassenschaften den Status des Unesco-Welterbes nachhaltig sichern. Erst letztes Jahr ist der Region das begehrte Prädikat verliehen worden. Die Regierungen in der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) haben daraufhin einen Kredit von 50’000 Euro für eine Machbarkeitsstudie mit dem […]

Zwischen Cyberspace und Neolithikum – diesen Spagat muss jetzt die Bodenseeregion machen, will sie ihren Pfahlbauern respektive deren Hinterlassenschaften den Status des Unesco-Welterbes nachhaltig sichern. Erst letztes Jahr ist der Region das begehrte Prädikat verliehen worden. Die Regierungen in der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) haben daraufhin einen Kredit von 50’000 Euro für eine Machbarkeitsstudie mit dem Thema «Vermittlung des neuen Unesco-Welterbes Pfahlbauten» beschlossen. Damit beauftragt worden ist die auf Kultur und Bildung spezialisierte strategische Beratungsfirma Actori in München. Die Studie soll bis Herbst 2012 vorliegen und den IBK-Regierungen Entscheidungsgrundlagen für das weitere Vorgehen liefern.

 

«Die Pfahlbauerkultur soll für heutige Menschen erlebbar gemacht weden», umschreibt Thomas Radke von der Geschäftsstelle IBK die Vermittlungsidee, die hinter dem Unesco-Welterbe steckt. – Ganz einfach ist die Umsetzung der Ansprüche an das Welterbe nicht. Die Pfahlbauer-Relikte sind nämlich weitgehend unter Wasser und vielfach auch im Seegrund versteckt.

 

Im Vordergrund stehe die touristische Nutzung dieses Welterbes, fährt Radke fort. – Heisst das, dass künftig Unterseeboote das Ufergewässer bei den Fundstellen kreuzen oder eine Art Sealife uns die Pfahlbauer näher bringen soll?

 

Wohl kaum. Es ist kein frühgeschichtliches Disneyland am Bodensee und am Zürichsee (ein weiteres Siedlungsgebiet der Pfahlbauer) geplant. Und trotzdem wird das Publikumsinteresse gross sein. Pfahlbauer sind heute eine sehr populäre Gruppe im Panoptikum unserer Vorfahren. Das bewies eindrücklich das Vorabendprogramm des Schweizer Fernsehens im Sommer 2007 mit dem während vier Wochen täglich gesendeten Living-Sience-Projekt «Pfahlbauer von Pfyn». Durchschnittlich verfolgten (Angaben des Fernsehens) eine halbe Million Leute die einzelnen Folgen des nachgestellten Pfahlbauer-Familylife.

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