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Mehr als nur illustrativ

Wie zeigt man Staatenlosigkeit? Wie rechte Gewalt? Das Museum Schaffen und die Coalmine in Winterthur zeigen bis zum 22. März die Langzeitprojekte von vier Fotojournalist:innen. Unterstützt hat die Arbeiten das Förderprogramm True Picture.

Ein Mann auf seinem Pferd am Beach of Assinie, Ivory Coast (2023) (Bild: pd/ Chiara Wettmann)

Ein Mann auf seinem Pferd am Beach of Assinie, Ivory Coast (2023) (Bild: pd/ Chiara Wettmann)

Der Blick des Jun­gen geht links an der Ka­me­ra vor­bei. In sei­ner ro­ten Ja­cke steht er im Tür­rah­men. Wie ein Ba­by hält er ei­ne lang­haa­ri­ge Kat­ze in den Ar­men. Der fünf­jäh­ri­ge Na­bil lebt im Shati­la-Camp in Bei­rut. Na­bil ist staa­ten­los. Chia­ra Wett­mann hat ihn für ih­re Lang­zeit­do­ku­men­ta­ti­on «Staa­ten­los» por­trä­tiert. Ei­ne Se­rie über Men­schen in Côte d’Ivoi­re, Ku­wait, Sy­ri­en und im Li­ba­non oh­ne Staats­zu­ge­hö­rig­keit.

Ru­hig wir­ken die­se Bil­der in der mo­der­nen In­dus­trie­hal­le des Mu­se­ums Schaf­fen und ver­mit­teln den­noch ein­dring­lich, wel­che Macht so ein Stück Aus­weis­pa­pier hat. Wett­manns Do­ku­men­ta­ti­on ist ei­nes der vier Pro­jek­te, die der­zeit in der Aus­stel­lung «True Pic­tu­re Win­ter­thur 2026» im Mu­se­um Schaf­fen und in der Co­al­mi­ne in Win­ter­thur zu se­hen sind.

Fo­to­jour­na­lis­mus im Mu­se­um

True Pic­tu­re ist ein vom Schwei­zer Fo­to­gra­fen Ma­nu­el Bau­er ins Le­ben ge­ru­fe­nes För­der­pro­gramm für jun­ge Fo­to­jour­na­list:in­nen. Aus­lö­ser für die Grün­dung war das En­de des Pro­gramms Glo­be­trot­ter World Pho­to, das pan­de­mie­be­dingt ein­ge­stellt wer­den muss­te. 

Durch schrump­fen­de Re­dak­ti­ons­bud­gets sei­en Lang­zeit­re­por­ta­gen kaum noch fi­nan­zier­bar, der Fo­to­jour­na­lis­mus ste­he un­ter star­kem Druck, schreibt Bau­er auf An­fra­ge von Sai­ten. Gleich­zei­tig gä­be es ei­ne neue Ge­ne­ra­ti­on von Fo­to­jour­na­list:in­nen, «die an die ge­sell­schaft­li­che Re­le­vanz die­ses Be­rufs glaubt und mit gros­sem En­ga­ge­ment ar­bei­tet». Um die­se Jour­na­list:in­nen zu un­ter­stüt­zen, ver­gibt True Pic­tu­re jähr­lich vier För­der­prei­se, die mit 15‘000 Fran­ken do­tiert sind, so­wie zwei klei­ne­re Son­der­prei­se à 2500 Fran­ken. Aus­ge­zeich­net wer­den da­bei nicht fer­ti­ge Ar­bei­ten, son­dern Pro­jekt­ideen für Lang­zeit­re­por­ta­gen.

Die Aus­stel­lung in Win­ter­thur ist aber kei­ne Werk­schau ei­nes sol­chen För­der­jahr­gangs. «Man­che Pro­jek­te las­sen sich schnel­ler rea­li­sie­ren, an­de­re be­nö­ti­gen viel Zeit», meint Bau­er. Ge­zeigt wer­den des­halb Ar­bei­ten, die be­reits aus­rei­chend Ma­te­ri­al vor­wei­sen. Zu­dem sei ent­schei­dend ge­we­sen, dass die Qua­li­tät der Ar­bei­ten stim­me und sie «in ei­nen Dia­log tre­ten».

Ausstellungsansicht von Chiara Wettmanns «Staatenlos» (Bild: vez)

Ausstellungsansicht von Chiara Wettmanns «Staatenlos» (Bild: vez)

Die­ser Dia­log be­ginnt mit Chia­ra Wett­manns «Staa­ten­los». Vor vio­lett­brau­nen Wän­den wir­ken die schwarz ge­rahm­ten Fo­to­gra­fien klar, manch­mal bei­na­he nüch­tern. Die Staa­ten­lo­sig­keit ist im­pli­zit sicht­bar, hat ein Ge­sicht, hat ei­ne Um­ge­bung. Kom­pak­te Wand­tex­te ver­mit­teln die Kon­se­quen­zen, pa­pier­los zu sein: kei­ne Rech­te, kei­ne Si­cher­heit, kei­ne Per­spek­ti­ve. Man steht da, wird sich der ei­ge­nen Pri­vi­le­gi­en ein­mal mehr be­wusst: Dass man ei­ne Plas­tik­kar­te hat, auf der steht, wer man ist, und dass das eben mehr ist, als nur ei­ne Plas­tik­kar­te. Sie ist das, was ei­nen be­rech­tigt, Mensch zu sein, mehr noch als die Tat­sa­che, dass man exis­tiert.

Krieg und leuch­ten­de Uh­ren

Dort, wo die Stell­wän­de sich von vio­lett zu weiss wan­deln, be­ginnt das Ka­pi­tel der Kriegs­fo­to­gra­fin Jo­han­na-Ma­ria Fritz. Sie do­ku­men­tiert in «War­grown» nicht nur den Ukrai­ne­krieg, son­dern auch das Le­ben von Ju­gend­li­chen, die mit­ten im Krieg auf­wach­sen. 

Die col­la­gen­ar­ti­ge Hän­gung und die un­ter­schied­li­che Ma­te­ria­li­tät der Bil­der er­zeu­gen ver­schie­de­ne Ebe­nen. Die­se Mehr­schich­tig­keit un­ter­stützt die ab­ge­bil­de­te Gleich­zei­tig­keit des All­täg­li­chen und des Hor­rors des Krie­ges. Dass man die ge­müt­li­che Mu­sik und das Plau­dern der Gäs­te aus dem Mu­se­ums­ca­fé hört, wäh­rend man auf ei­nen Sol­da­ten im Schüt­zen­gra­ben blickt, macht die­se Par­al­le­li­tät kör­per­lich spür­bar.

Im ein­ge­scho­be­nen Ex­kurs «Jour­na­lis­mus – Ein ge­fähr­li­ches Be­rufs­feld» fin­den die Ar­bei­ten von Fritz und Wett­mann ei­ne na­tür­li­che Fort­set­zung. Bis in den ers­ten Stock hin­auf the­ma­ti­sie­ren Wand­tex­te und Vi­deo­loops die welt­weit her­aus­for­dern­de Si­tua­ti­on der Jour­na­list:in­nen. 

Das Kapitel «Wargrown» von Johanna-Maria Fritz (Bild: vez)

Das Kapitel «Wargrown» von Johanna-Maria Fritz (Bild: vez)

Da­nach braucht man viel­leicht ei­nen kur­zen Mo­ment, um sich auf die Ar­beit von Ali­ne Bo­vard Ru­daz ein­zu­las­sen. Mit ih­rer künst­le­ri­schen Aus­rich­tung und dem his­to­ri­schen The­ma mag sich «Cher­che Ra­di­um­i­neu­se» nicht so recht in den bis­he­ri­gen Aus­stel­lungs­dia­log ein­fü­gen. Als ei­gen­stän­di­ge Ar­beit funk­tio­niert das zwi­schen Dun­kel­kam­mer und Ar­chiv in­sze­nier­te Ka­pi­tel den­noch. Es geht um Frau­en, die zwi­schen den 1920er- und 1960er-Jah­ren in der Schwei­zer Uh­ren­in­dus­trie Zif­fer­blät­ter mit ra­di­um­hal­ti­ger Leucht­far­be be­stri­chen. Oh­ne Schutz und oh­ne Wis­sen über die ge­sund­heit­li­chen Fol­gen.

Von der leuch­ten­den Sub­stanz führt ein 15-mi­nü­ti­ger Spa­zier­gang zur Co­al­mi­ne, der zwei­ten Spiel­stät­te von «True Pic­tu­re Win­ter­thur 2026». Hier gibt Ju­li­us Schien Ein­bli­cke in sein Pro­jekt «Rech­tes Land»: Seit 2021 do­ku­men­tiert er rück­bli­ckend Tat­or­te rech­ter Ge­walt seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung Deutsch­lands. Über 200 sol­cher Ta­ten gab es in die­sen 35 Jah­ren – rund 120 da­von hat Schien bis­her do­ku­men­tiert. In der Aus­stel­lung in Win­ter­thur sind 42 die­ser Auf­nah­men zu se­hen. 

Ba­na­le Or­te der Ge­walt

Im hel­len Raum wir­ken die Bil­der zu­nächst freund­lich, bei­läu­fig, fast schon be­lie­big. Ein Zug­ab­teil, ein be­leuch­te­ter Haus­ein­gang, ein zwi­schen Far­nen hoch­ge­wach­se­ner Tan­nen­wald. Ge­mein­sam ist die­sen Or­ten, dass sie Tat­or­te rech­ter Ge­walt sind. Schien, der zu­fäl­lig an­we­send ist, er­klärt: «Ich will die Ba­na­li­tät rech­ter Ge­walt sicht­bar ma­chen». Zei­gen, dass Tat­or­te oft nicht die düs­te­ren Ecken sei­en und die Mo­ti­ve viel­fach tri­vi­al. 

Die Hin­ter­grün­de zu den Auf­nah­men lie­fert ei­ne klei­ne Aus­stel­lungs­bro­schü­re: Im un­schein­ba­ren Zug­ab­teil sei Ko­long Jam­ba 1993 in­fol­ge ei­nes Streits um ein ge­öff­ne­tes Zug­fens­ter von ei­nem Mit­rei­sen­den mit ei­nem Jagd­mes­ser er­sto­chen wor­den. Ob­wohl der Tä­ter spä­ter an­gab, das Mes­ser bei sich zu tra­gen, um sich ge­gen «der­ar­ti­ge[n] Leu­te[n] zu ver­tei­di­gen», hät­ten die Rich­ter:in­nen ein «aus­län­der­feind­li­ches Mo­tiv» aus­ge­schlos­sen.

Es kom­me auch heu­te vor, er­klärt Schien, dass rech­te Ge­walt nicht als sol­che ein­ge­stuft wer­de. Da­bei sei die­se Be­nen­nung wich­tig, nicht nur für die Hin­ter­blie­be­nen, son­dern auch für die ge­sell­schaft­li­che Auf­ar­bei­tung. Oh­ne die­se An­er­ken­nung wer­de ein struk­tu­rel­les Pro­blem ne­giert: In Deutsch­land hal­te sich hart­nä­ckig das ver­zerr­te Nar­ra­tiv von «rech­ten Ein­zel­tä­tern und lin­kem Ter­ror».

Die vier in «True Pic­tu­re Win­ter­thur 2026» ge­zeig­ten Lang­zeit­pro­jek­te ge­ben ei­nen an­re­gen­den Ein­blick in den zeit­ge­nös­si­schen Fo­to­jour­na­lis­mus. Da­bei wird deut­lich: Fun­dier­ter Fo­to­jour­na­lis­mus ist mehr als blos­se Il­lus­tra­ti­on. Und er be­nö­tigt Zeit und Res­sour­cen.

«True Pic­tu­re Win­ter­thur 2026»: bis 12. April, Mu­se­um Schaf­fen und Co­al­mi­ne, Win­ter­thur.

Lü­gen wie Pu­tin und Trump: Ein Ge­spräch mit dem His­to­ri­ker Prof. Dr. Ja­kob Tan­ner und der Sla­wis­tin Prof. Dr. Syl­via Sas­se, 3. Fe­bru­ar, 18.15 Uhr, Mu­se­um Schaf­fen Win­ter­thur.

The­men­abend Staa­ten­los: Aus­stel­lungs­füh­rung «Staa­ten­los», 5. März, 17 Uhr, Mu­se­um Schaf­fen Win­ter­thur und Au­torin­nen­le­sung Die Un­sicht­ba­ren. Sans-Pa­piers in der Schweiz, 19 Uhr, Co­al­mi­ne Win­ter­thur.

Pol­li,Tan­ja und Mar­kus, Ur­su­la: Die Un­sicht­ba­ren. Sans-Pa­piers in der Schweiz, Rot­punkt­ver­lag, Zü­rich 2021 .

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
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Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti

Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
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Die Stick­ma­schi­ne steht still

In vie­len Aus­ser­rho­der Dör­fern klap­per­ten frü­her Web­stüh­le und spä­ter Stick­ma­schi­nen. In­zwi­schen sind sie al­le ver­stummt. Der Film Das En­de ei­ner Ära por­trä­tiert die Sti­cker Wal­ter Son­der­eg­ger Se­ni­or und Ju­ni­or aus Re­he­to­bel und setzt der Bran­che ein Denk­mal.

Von René Hornung,
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Nur das Jetzt zählt

Der Schwei­zer Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics über­lässt in sei­nem neu­en Film Das un­end­li­che Jetzt Men­schen, die mit De­menz le­ben, die Büh­ne. Ein Ex­pe­ri­ment mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Sto­rytel­ling, auf das es sich ein­zu­las­sen lohnt.

Von Vera Zatti,
Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights