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Roadtrip für die Ohren

Der Thurgauer Gitarrist Tobias Engeler. (Bild: pd)

Der Thurgauer Gitarrist Tobias Engeler. (Bild: pd)

Der Thurgauer Gitarrist Tobias Engeler veröffentlicht sein Debütalbum Echoes of the Road. Am 24. Mai stellt er es im St.Galler Theater 111 vor.

Nach Wär­me, nach Leich­tig­keit und nach ei­ner Pri­se Me­lan­cho­lie. Ge­nau so klingt das De­büt­al­bum Echo­es of the Roadvon To­bi­as En­ge­ler. Ein biss­chen wie Ed­die Ved­ders Sound­track zu Sean Penns In­to the Wild. Es ist Mu­sik, die ei­nen über stau­bi­ge Land­stras­sen an ei­ne ab­ge­le­ge­ne Küs­te führt. Wo man sich in die Dü­nen le­gen und den Him­mel be­ob­ach­ten kann. Wo das Meer rauscht und Mö­wen ru­fen, es nach Salz und Son­ne riecht.

Der Thur­gau­er hat am Win­ter­thu­rer In­sti­tut für ak­tu­el­le Mu­sik stu­diert und war jah­re­lang in ver­schie­de­nen Bands als Be­rufs­mu­si­ker un­ter­wegs. Jetzt geht er sei­nen ei­ge­nen Weg: Gi­tar­re pur, ganz oh­ne Schnick­schnack. Was zu­nächst spar­ta­nisch klingt, ent­fal­tet rasch sei­nen Reiz – je­den­falls für die­je­ni­gen, die kei­ne har­ten Beats oder ro­cki­ge Gi­tar­ren­riffs wol­len. Als Fin­ger­style-Gi­tar­rist spielt En­ge­ler ganz oh­ne Plek­trum und lässt Bass, Me­lo­die und Rhyth­mus gleich­zei­tig auf der Gi­tar­re er­klin­gen.

Ge­sang fehlt auf En­gel­ers De­büt­al­bum kom­plett. Wo­bei «feh­len» hier viel­leicht das fal­sche Wort ist, ver­mis­sen tut man die Stim­me näm­lich gar nicht. Die sehn­süch­ti­gen Gi­tar­ren­klän­ge tra­gen ei­nen auch so di­rekt in ei­nen Cam­per am Meer. Fei­ne Nu­an­cen un­ter­schei­den die fol­ki­gen Stü­cke, mal et­was mehr Blues, mal et­was Fla­men­co. Das von Phil Merk (u.a. Ba­schi) pro­du­zier­te Al­bum ist flies­send, wie aus ei­nem Guss. Man merkt kaum, wenn ein Song en­det und der nächs­te be­ginnt. Aber das ist gut, nie­mand wird ger­ne aus den Tag­träu­me­rei­en ge­ris­sen. 

Der Song Ho­pe be­ginnt mit sanf­ten Riffs und et­was Per­kus­si­on, schwingt sich me­lan­cho­lisch und warm auf, stei­gert sich kurz, wird hel­ler und ent­wi­ckelt ei­nen an­ge­neh­men Flow. So, dass man sich auch in der vol­len S-Bahn ir­gend­wie frei fühlt und fast schon meint, die sal­zi­ge Mee­res­bri­se zu spü­ren – aber es ist nur die sti­cki­ge ÖV-Luft.

Dass sich das Al­bum von To­bi­as En­ge­ler nach Wei­te und Un­ter­wegs­sein an­fühlt, ist kein Zu­fall: Es ent­stand auf dem sechs­mo­na­ti­gen Eu­ro­pa-Road­trip des Künst­lers und soll die Land­schaf­ten, Be­geg­nun­gen und Emo­tio­nen wi­der­spie­geln, die sei­ne Rei­se ge­prägt ha­ben.

Und wie Ed­die Ved­der mit kraft­vol­ler, sehn­süch­ti­ger Mu­sik den Frei­heits­drang des Aus­stei­gers Chris Mc­Cand­less und des­sen Auf­bruch nach Alas­ka un­ter­malt hat, führt auch Echo­es of the Road raus aus dem All­tags­trott. Nur halt nicht nach Alas­ka, son­dern durch Eu­ro­pa und ganz oh­ne tra­gi­sches En­de.

To­bi­as En­ge­ler: Echo­es of the Road ist am 16. Mai er­schie­nen. Live: 24. Mai, 20 Uhr, Thea­ter 111, St.Gal­len (Plat­ten­tau­fe).
sai­ten.ch/ka­len­der

Wei­te­re Kon­zer­te: 22. Ju­ni, 17 Uhr, Mu­se­um am Ha­fen, Ro­mans­horn; 4. Ju­li, 19 Uhr, Ser­gio Pop-up, Win­ter­thur. 
to­bi­a­sen­ge­ler.com

Mehr zum Album

Echoes of the Road Cover

To­bi­as En­ge­ler: «Echo­es of the Road» er­schien am 16. Mai, er­hält­lich auf al­len gän­gi­gen Strea­ming-Platt­for­men.

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