Das Januarheft von Saiten beschäftigt sich mit den Themen Urban Citizenship, Partizipation und Teilhabe für alle. Das betrifft nicht nur Sans-Papiers, sprich Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung, es betrifft auch Jugendliche, Verbeiständete und letztlich uns alle, die wir da sind.
Auch das neue Stadtsanktgaller Partizipationsregelement, das derzeit in Arbeit ist, will den Weg zur Teilhabe für alle ebnen. Jedes zweite Kind, das im Kantonsspital St.Gallen zur Welt kommt, hat einen sogenannten Migrationshintergrund. Schon deswegen müsse man sich Gedanken darüber machen, wer künftig in unserer Gesellschaft mitreden will und kann, sagt Stadträtin Sonja Lüthi, Vorsteherin der Direktion Soziales und Sicherheit im Januarheft. Und: «Wir wollen eine St.Galler Partizipationskultur entwickeln, in der sich alle Bevölkerungsgruppen einbringen können und die nicht nur auf dem Papier existiert.»
Diskussion über Urban Citizenship, Partizipation, Recht auf Rechte und eine City Card für St.Gallen: 15. Januar, 19 Uhr, im Kulturkonsulat an der Frongartenstrasse 9 in St.Gallen.
Aber was heisst das eigentlich: «Partizipationskultur»? Wie fördert man diese? Und wie kommuniziert man am besten, um möglichst alle zu erreichen? Welche Mittel, Kanäle und Botschaften wären nötig? Auch darüber wollen wir am Mittwochabend im Konsulat diskutieren. Zu Gast sind nebst Stadträtin Sonja Lüthi auch FHS-Dozent Dani Fels, Christian Huber und Jenny Heeb vom Stadtparlament und die IG Sans-Papiers St.Gallen.
Partizipationsreglement in Ehren, aber wir wollen noch einen Schritt weiter gehen und gemeinsam über eine St.Galler City Card nachdenken – eines der konkretesten Instrumente, um die Teilhabe aller (oder zumindest vieler) zu fördern. Bern ist seit einigen Jahren auf dem Weg dahin, Zürich ebenfalls, und einige grosse Metropolen haben die City Card schon vor Jahren eingeführt (mehr dazu hier).
Und ja, eigentlich hiesse die Devise «Nothing about us without us». Bis jetzt ist es uns aber noch nicht gelungen, einen Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung zur Diskussion einzuladen. Was bedauerlich ist, aber auch symptomatisch, schliesslich würde sich die Person öffentlich als Sans-Papier outen, was das exakte Gegenteil von dem wäre, was wir anstreben. Wir werden dieses Problem selbstverständlich thematisieren und hoffen, dass sich bis Mittwoch noch jemand findet.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.