Kategorie
Autor:innen
Jahr

Fest und offene Türen im Konsulat

Seit Anfang Januar ist Betrieb im ehemaligen italienischen Konsulat an der Frongartenstrasse 9 – diesen Samstag stehen die Türen und Schalter im Kulturkonsulat offen. Nextex, Werkhaus und Saiten laden ein.
Von  Redaktion Saiten
Hereinspaziert! (Bild: Stefan Späti, Fachstelle Kultur)

Das ehemalige italienische Konsulat an der Frongartenstrasse 9 in St.Gallen wurde 2014 geschlossen und verkauft. Nun ist dort neues Leben eingekehrt: Nextex, Saiten und Kulturschaffende aus dem Umfeld des Werkhauses 45 haben Anfang 2017 zusammen «Das Konsulat» eröffnet.

Es handelt sich um eine Zwischennutzung: Die Besitzerin, die Ärzte-Ausgleichskasse medisuisse will am Standort ein Geschäftshaus bauen. Bis es soweit ist, kann das stattliche Haus für kulturelle Zwecke genutzt werden. Die Mitwirkenden haben dazu einen Verein gegründet, in dem auch die Fachstelle Kultur der Stadt St.Gallen vertreten ist.

Ausstellung, offene Räume, Musik

Jetzt stellt sich das Konsulat an einem «Tag der offenen Türen und Schalter» vor. Rund zwei Dutzend Kunstschaffende aller Sparten, die im Haus arbeiten, öffnen ihre Räume, ebenso Saiten und Nextex. Das Programm ist voller Italianità und erinnert damit noch einmal an die frühere Nutzung. Ab 16 Uhr heisst es «porte aperte: guardare, stupirsi, bere e mangiare».

Um 16 Uhr eröffnet Nextex seine neue Ausstellung unter dem Titel «Salve». Kunstschaffende mit Bezug zu Italien zeigen ihre Arbeiten: Katalin Deér, Claudio Fabris, Mirjam Kradolfer und Angela Marzullo. Ergänzend sind noch einmal Bilder aus der Ausstellung «Ricordi e Stima» zu sehen: Fotografien zur italienischen Migration nach dem zweiten Weltkrieg in der Schweiz.

Das Konsulatsfest: 11. Februar ab 16 Uhr, Frongartenstrasse 9, St.Gallen
das-konsulat.ch

In den Ateliers wird gearbeitet und performt, in den Räumen und Gängen gibt es Musik – eine Auswahl an Aktivitäten: Konsulats-Verwalter Niklaus Reichle greift all’italiana in seine Plattensammlung, Tobias Spori und Ann Katrin Cooper zeigen eine Tanzperformance, Katherine Gall singt Opernarien und Italoschnulzen, Café Deseado spielt Hausmusik, und in die Elektronik- Unterwelt führen Carlo Lorenzi, Marc Jenny und Urs Baumgartner. Minestrone, Caffé, Dolci, Vino und Birra di Sangallo laden zum Essen, Trinken und Feiern.

Grosse Nachfrage nach Kulturraum

Dass das Konsulat eine attraktive Nische bietet, hat bereits im Vorfeld das grosse Interesse von Kunstschaffenden aller Sparten an den Atelierräumen gezeigt. «Kulturförderung bedeutet nicht nur, Gelder zu verteilen, sondern auch Möglichkeiten zu eröffnen – besonders Räume», sagte Kristin Schmidt von der Fachstelle Kultur der Stadt dazu. «Es gibt einen grossen Bedarf an Kultur- und Atelierräumen in St.Gallen: Auf einen Atelierplatz kommen manchmal bis zu zehn Bewerbungen.» Einer dieser Räume wird als «Projektraum – consolato regionale» wechselnden Nutzerinnen und Nutzern für eine bestimmte Zeit kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das Konsulat bietet aber nicht nur Werk- und Büroraum – es soll auch zum Ort der Debatten und des Austauschs werden. Dazu bieten sich die insgesamt 13 Schalter an; die Relikte aus der vorherigen Nutzung stehen symbolträchtig für den Anspruch, an der Frongartenstrasse 9 eine temporäre Schaltstelle für öffentliche Debatten und zivilgesellschaftlichen Austausch zu schaffen.

Jetzt mitreden:
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Dein Kommentar wird vor dem Publizieren von der Redaktion geprüft.

Lau­sanne-Ouchy vs. FCSG – Ho­len die Es­pen den Cup?

Das Wank­dorf in grün-weis­ser Hand - ganz St. Gal­len ist in Bern. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Bis­se am Bo­den­see­ufer

Die Me­di­ka­men­ten­ver­su­che von Müns­ter­lin­gen als Teil ei­nes Vam­pir-Mu­si­cals? Auf die Idee muss man erst ein­mal kom­men. Die Büh­ne Mam­mern wagt den Ver­such. Ab 29. Mai im Zir­kus­zelt.

Von  Michael Lünstroth
Cast landscape

Zwi­schen Gleis, Ge­gen­wart und Ge­sell­schaft

Die dies­jäh­ri­ge Kul­tur­lands­ge­mein­de fin­det ent­lang der Bahn­li­nie zwi­schen Gos­sau und Was­ser­au­en statt. Es ist ein in­ter­dis­zi­pli­nä­res Ex­pe­ri­m­ent­zwi­schen Kunst, Ge­sell­schaft und Ak­ti­vis­mus. Aus­ser­dem stellt die Kul­tur­lands­ge­mein­de künst­le­risch und or­ga­ni­sa­to­risch die Wei­chen für die Zu­kunft.

Von  Philipp Bürkler
KULA Vorstand Oleksandra Tsapko

Ein Fes­ti­val für Punk­rock

Am Sams­tag fin­det in St.Gal­len erst­mals das Punk­fes­ti­val El Car­tel statt. Es soll da­zu bei­tra­gen, die Sze­ne zu stär­ken. Da­bei fehlt es ge­ra­de in St.Gal­len an Nach­wuchs.

Von  David Gadze
Yellow tales grabepunk

Wy­bora­da: Die fe­mi­nis­ti­sche Bi­blio­thek der Ost­schweiz

Seit 40 Jah­ren macht die Bi­blio­thek Wy­bora­da in St.Gal­len sicht­bar, was lan­ge fehl­te: Li­te­ra­tur von und über Frau­en. Heu­te sind Au­torin­nen und fe­mi­nis­ti­sche The­men zwar stär­ker prä­sent in der Öf­fent­lich­keit, doch die Re­le­vanz der Bi­blio­thek ist nach wie vor gross.

Von  Marion Loher
2605 Wyborada Laura Tura room

Or­ches­trier­ter An­griff ge­gen ex­ter­nen Auf­klä­rungs­un­ter­richt 

Mit ei­ner In­ter­pel­la­ti­on grei­fen SVP und EDU im St.Gal­ler Kan­tons­rat den aus­ser­schu­li­schen Auf­klä­rungs­un­ter­richt an. Und mit Un­ter­stüt­zung des «Leh­rer­netz­werks Schweiz» wol­len El­tern aus Büt­schwil ei­ne Mit­ar­bei­te­rin der Fach­stel­le für Aids- und Se­xu­al­fra­gen vor Ge­richt brin­gen. Da­hin­ter steckt ei­ne or­ches­trier­te Ak­ti­on.

Von  René Hornung
2502 Aufklaerung Badges Inv nr 1300

Brü­cke zwi­schen mu­si­ka­li­scher und sprach­li­cher Tra­di­ti­on

«Die­ci», die ita­lie­ni­sche Zahl für zehn, ist das Mot­to des dies­jäh­ri­gen Hei­den-Fes­ti­vals. Es ver­weist da­bei nicht nur auf das Ju­bi­lä­um, son­dern auch auf ei­ne kul­tur­po­li­ti­sche Hal­tung.

Von  Lilli Kim Schreiber
Heiden Festival Nicoals Senn Tom Rigney USA

Naturmuseum Thurgau

Der Grim­bart zum An­fas­sen

Von  Vera Zatti
Dachs Illustration quer def 1

Ein Ber­ner in St.Gal­len

Das St.Gal­ler Thea­ter Trou­vail­le ent­deckt den Mu­si­ker und Ju­ris­ten Ma­ni Mat­ter neu. «’S isch ei­nisch ei­ne gsy»– 90 Jah­re Ma­ni Mat­ter ver­bin­det zahl­rei­che Lie­der und li­te­ra­ri­sche Tex­te des Ber­ners zu ei­nem abend­fül­len­den Pro­gramm. Sai­ten hat mit dem Thea­ter­lei­ter Mat­thi­as Flü­cki­ger ge­spro­chen.

Von  Vera Zatti
Mani Matter Pressefoto

Ein Kurz­trip durch Schein­wel­ten

Vier Jah­re nach ih­rem De­büt keh­ren Lev Ti­gro­vich mit ei­ner neu­en EP zu­rück. Die­se han­delt von Kon­troll­ver­lust, Il­lu­sio­nen und gros­sen Ge­füh­len – und ent­hält erst­mals ei­nen Song, der nicht auf Rus­sisch ge­sun­gen ist.

Von  David Gadze
Lev Tigrovich Press Photo 4 Lena Frei

FC St. Gal­len vs. FC Thun 1:1 – Kein Sie­ger zwi­schen den bes­ten zwei Teams der Sai­son

Im letz­ten Spiel der Sai­son trifft der FC St.Gal­len auf den neu­en Schwei­zer Meis­ter aus Thun - ei­nen Sie­ger gibt es nicht.

Von  SENF Kollektiv
Senf

Phy­sik und er­schöpf­te Ma­schi­nen

Ca­li­ne Aoun in­ter­es­sie­ren die Mo­men­te der Ver­än­de­rung, die Über­gän­ge und Zu­stän­de. Ih­re Aus­stel­lung in Kunst­mu­se­um und Kunst­hal­le Ap­pen­zell wird zum En­de der sechs­mo­na­ti­gen Lauf­zeit ei­ne an­de­re sein als zu Be­ginn. 

Von  Kristin Schmidt
Kunsthalle Appenzell Caline Aoun 03 High Res RGB

Un­ter­schrift als Re­li­quie

Der 1100. To­des­tag von Wi­bora­da – In­klu­sin, Stadt­hei­li­ge und Pro­jek­ti­ons­flä­che – ist zur­zeit The­ma viel­fäl­ti­ger Ak­ti­vi­tä­ten. Zu den High­lights ge­hört ei­ne mut­mass­li­che Un­ter­schrift, zu be­sich­ti­gen in der Aus­stel­lung im St.Gal­ler Re­gie­rungs­ge­bäu­de.

Von  Peter Müller
Unterschriften2

Gastkommentar

Kul­tur­jour­na­lis­mus – ei­ne kul­tur­po­li­ti­sche Not­wen­dig­keit

Von  Johannes Sieber
Johannes sieber

Schü­ler:in­nen auf den Spu­ren Wi­bora­das

An­na Beck-Wör­ner hat ein Wi­bora­da-Un­ter­richts­heft er­ar­bei­tet. Im Pos­ten­lauf, der durch St.Gal­len führt, kön­nen Schü­ler:in­nen an­hand von Wi­bora­das Le­bens­weg lehr­plan­kon­form The­men wie Ge­mein­schaft, Le­bens­form, Bü­cher oder Iden­ti­tät er­ar­bei­ten.

Von  Kathrin Reimann
2605 Wyborada Laura Tura Crossing

Stras­sen­kunst als Ent­schleu­ni­gung

Am Wo­chen­en­de bringt das Auf­ge­tischt-Fes­ti­val wie­der über 100 Stras­sen­künst­ler:in­nen aus al­ler Welt in die Gas­sen der Stadt St.Gal­len. Wir ha­ben mit Dai­a­na Min­ga­rel­li vom Duo Dai­a­na Lou über die Ei­gen- und Be­son­der­hei­ten des Bus­king ge­spro­chen.

Von  Philipp Bürkler
Daiana Lou

Heavy Psych Sounds Fest

Fes­ti­val der schwe­ren Gi­tar­ren­klän­ge

Von  David Gadze
Weedpecker 25 BW 6 50

Ro­ter Tep­pich und ro­te Li­ni­en

Der pein­li­che bis in­halts­lee­re Auf­tritt des Tech-Fa­schis­ten Cur­tis Yar­vin hat die Be­richt­erstat­tung über das dies­jäh­ri­ge St.Gal­len Sym­po­si­um do­mi­niert. Am Mon­tag ha­ben – vor al­lem geis­tes­wis­sen­schaft­li­che – Ex­po­nent:in­nen der HSG in ei­nem öf­fent­li­chen Ge­spräch ver­sucht, Yar­vins lan­gen Schat­ten zu ver­we­deln.

Von  Roman Hertler
3 F1 A3554 web

Was­ser, Drag und Vir­gi­nia Woolf

Die St.Gal­ler Thea­ter­kom­pa­nie Roh­stoff zeigt am 22. und 23. Mai ihr ak­tu­el­les Thea­ter­stück in der Kel­ler­büh­ne. Wie in ei­nem Rausch er­zählt Or­lan­do* von Ge­schlech­ter­nor­men, Grenz­auf­lö­sun­gen und Ver­wand­lun­gen. 

Von  Vera Zatti
LUX 9420 JPG 1500 by Leni O

Kolumne: Heppelers Bestiarium

Im Bi­ber­re­gen

Von  Jeremias Heppeler