Zwischennutzungen und der Mangel an Atelierräumen sind ein Dauerthema in der Stadt St.Gallen. Für einmal gibt es aber «good news» zum kontroversen Thema: Die medisuisse, die AHV-Ausgleichskasse der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte und Chiropraktoren mit Sitz in St.Gallen, stellt das in ihrem Eigentum befindliche Gebäude Frongartenstrasse 9 im Sinne einer Zwischennutzung ab sofort für kulturelle Zwecke zur Verfügung.
Im Gebäude an der Frongartenstrasse war bis Mitte 2014 das italienische Konsulat einquartiert. Nach der Schliessung des Konsulats kaufte die medisuisse das Gebäude und bot es der Stadt St. Gallen zur kostenfreien Zwischennutzung für soziale oder kulturelle Zwecke an.
In Zusammenarbeit mit der städtischen Fachstelle Kultur haben das Kulturmagazin Saiten, Nextex sowie Kulturschaffende aus dem Umfeld des Werkhauses 45 zum Zweck der Zwischennutzung den Verein «Das Konsulat» gegründet. Der Gebrauchsleihevertrag ist vorerst befristet bis Ende 2017. Die medisuisse knüpft die Leihdauer an die Planung für den Bau des neuen Bürogebäudes, das sie anstelle des bestehenden Gebäudes für den Eigenbedarf erstellen wird.
Die Zwischennutzung löst Raumprobleme für Kulturschaffende und für den Ausstellungsort Nextex: Der Projektraum muss die bisherige Lokalität am Blumenbergplatz verlassen und trifft an der Frongartenstrasse ideale Bedingungen für das Ausstellungsprogramm an. Die erste Ausstellung «Raunächte» von Stefan Inauen, Kasia Maksymowicz und Michael Zellweger wird bereits am 15. Dezember eröffnet.
Weitere Auskünfte: Philip Stuber, Co-Präsident Verein «Das Konsulat», E-Mail: info@daskonsulat.ch
In den oberen Stockwerken steht eine Reihe von Atelier- und Büroräumlichkeiten zur Verfügung. Sie werden von Kulturschaffenden genutzt, die sich um das Werkhaus 45 an der Haggenstrasse in St.Gallen Bruggen zusammengefunden haben. Dieses hatte die Stadt den Betreibenden im Sommer 2016 für einen Monat als Arbeits- und Produktionsort vermietet; die temporäre Ateliersituation an der Frongartenstrasse stiess jetzt auf ebenso grosses Interesse wie die damalige kurzzeitige Werkhaus-Idee.
Das Kulturmagazin Saiten schliesslich verlässt nach rund sechsjähriger Präsenz an der Schmiedgasse den «schönsten Erker der Stadt» und zieht an den neuen provisorischen Standort. Das Saiten-Team sieht darin die Chance, das Netzwerk der kreativen Kräfte in der Stadt zu stärken. Zudem wächst zusammen, was bereits früher zusammengehörte: Nextex und Saiten hatten sich bereits am Oberen Graben (2003-2008), im Exex unweit der Frongartenstrasse, danach am Blumenbergplatz (bis 2010) und an der Schmiedgasse (bis 2013) die Räumlichkeiten geteilt.
Im Januar 2017 wird «Das Konsulat» feierlich eröffnet, inklusive Schalterhalle für kulturkonsularische Angelegenheiten.
Mehr zu den Inhalten der Nutzung und zur Kontroverse um die Schliessung des Italienischen Konsulats: hier und hier.
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
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An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.