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Wintis Glücksfall

Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang

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Mu­sik­fest­wo­chen, Tech­nora­ma, Schüt­zen­wie­se, Pün­ten, Spun­ten und Ku­rier:in­nen­dienst mit Las­ten­ve­los. Big Zis, Vik­tor Gi­a­cob­bo, Be­ni Thurn­heer, Rue­di Wid­mer. Win­ter­thur ist na­tür­lich mehr als sei­ne Aus­hän­ge­schil­der. Und es braucht schon ei­ne ge­hö­ri­ge Por­ti­on Mie­se­pe­trig­keit, um die Eu­lach­stadt, die ur­ba­nes Flair und Dorf­cha­rak­ter trotz 120’000 Ein­woh­ner:in­nen ver­bin­det, nicht sym­pa­thisch zu fin­den.

Dass Win­ter­thur heu­te weit­hin als Kul­tur­stadt wahr­ge­nom­men wird, hat un­ter an­de­rem mit sei­ner Ge­schich­te zu tun. Ei­ne Mu­se­ums­stadt war sie schon im­mer, und ge­fühlt hat­ten einst auch die Fa­brik­ar­bei­ter:in­nen al­le­samt ein Kul­tur­abo. Die 1980er-Jah­re ver­lie­hen der zeit­ge­nös­si­schen Kunst und Mu­sik ei­nen ent­schei­den­den Schub. Ab den 1990er-Jah­ren er­stark­ten Klub- und an­de­re al­ter­na­ti­ve Frei­zeit­kul­tu­ren. Der 2013 ge­schlos­se­ne Block 37 auf dem Sul­zer­are­al galt lan­ge als gröss­te Ska­te­hal­le Eu­ro­pas. In kul­tu­rel­ler Hin­sicht er­wie­sen sich die aus­ge­dien­ten Fa­brik­hal­len an zen­tra­ler La­ge als Glücks­fall für Win­ter­thur. Die Stadt und ih­re Be­woh­ner:in­nen wuss­ten die­ses wert­vol­le Er­be der In­dus­tria­li­sie­rung ge­schickt und um­sich­tig um­zu­nut­zen. Zu­erst füh­ren uns die Leu­te vom «Coucou» nicht ganz zu­fäl­lig zum La­ger­platz auf dem Sul­zer­are­al.

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In den 2000er-Jah­ren stand der Ver­kauf des La­ger­plat­zes im Raum. Ge­mein­sam such­ten das hier ein­ge­mie­te­te Kraft­feld und wei­te­re Mie­ter:in­nen ge­eig­ne­te In­ves­tor:in­nen. In der Bas­ler Stif­tung Abend­rot wur­den sie fün­dig. 2009 kauf­te die­se das Are­al und ver­hin­der­te da­mit ei­ne Über­bau­ung. Auf den rund 50’000 Qua­drat­me­tern liess die Stif­tung vie­le der mitt­ler­wei­le eta­blier­ten Kul­tur­be­trie­be und ge­mein­schaft­lich ge­nutz­ten Ein­rich­tun­gen be­stehen, sa­nier­te sanft, wo nö­tig, und schuf neu­en Wohn­raum.

Star­ke Kul­tur­lob­by 

«An­ge­sichts der Gen­tri­fi­zie­rungs­pro­zes­se in Win­ter­thur ist es ei­ne Ent­las­tung, dass wir ei­ne Ei­gen­tü­me­rin ge­fun­den ha­ben, die die In­ter­es­sen der Mie­ter:in­nen be­rück­sich­tigt», sagt Al­eks Se­ka­nić. Wir tref­fen sie und ih­re Kol­leg:in­nen von der Kraft­feld-Be­triebs­grup­pe, Mat­thi­as Men­zi und Pau­la Hsu, im ge­müt­li­chen Bis­tro Por­tier. Die Gar­ten­beiz am Ein­gang des Are­als wird eben­falls vom Kraft­feld be­trie­ben. Das «Krafti» ist ei­ner der vier wich­tigs­ten Klubs der Stadt – nebst Al­ba­ni, Salz­haus und Gas­werk, die sich mit dem Kraft­feld im Ver­ein On­Thur or­ga­ni­sie­ren und un­ter an­de­rem ei­nen ge­mein­sa­men Ver­an­stal­tungs­ka­len­der füh­ren.

Wie so oft, wenn es um Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen geht, kom­men wir bald auf das The­ma Geld und För­de­rung zu spre­chen. «In sei­ner Grün­dungs­zeit wur­de das Kraft­feld eh­ren­amt­lich be­trie­ben. In­zwi­schen sind al­le Mit­ar­bei­ten­den ent­löhnt», sagt Pau­la. Das Kraft­feld hat ei­nen Ei­gen­fi­nan­zie­rungs­grad von fast 90 Pro­zent. Wie in an­de­ren Klubs der Schweiz spü­re man auch im Kraft­feld Ver­än­de­run­gen auf dem Mu­sik­markt so­wie im Aus­geh­ver­hal­ten seit Co­ro­na. Jun­ge kom­men nur spär­lich nach, das eins­ti­ge Stamm­pu­bli­kum ist mit dem Klub ge­al­tert – das Kraft­feld fei­ert 2026 sei­nen 30. Ge­burts­tag. 

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Gros­ses Geld ver­die­nen lässt sich mit die­ser Aus­gangs­la­ge nicht. 2024 half ein Crowd­fun­ding, das post­pan­de­mi­sche Fi­nanz­loch zu stop­fen. Das Mi­ni­mal­ziel von 60'000 Fran­ken wur­de fast ums Drei­fa­che über­trof­fen – über 1’000 Per­so­nen und In­sti­tu­tio­nen spen­de­ten dem Kraft­feld 177’000 Fran­ken. Ei­nen bes­se­ren Be­leg für das kul­tu­rel­le Selbst­ver­ständ­nis der Win­ter­thu­rer:in­nen gibt es nicht.

Zur Spra­che kommt auch die Kul­tur­lob­by, die als Ver­ein or­ga­ni­siert ist und seit Jah­ren ent­schei­den­de Ver­net­zungs­ar­beit leis­tet. Über On­Thur sind die Klubs in der Lob­by ver­tre­ten und kön­nen so ih­re spe­zi­fi­schen An­lie­gen in die Po­li­tik tra­gen. Noch im­mer ge­hen in Win­ter­thur drei Vier­tel der städ­ti­schen Kul­tur­aus­ga­ben an die gros­sen, eta­blier­ten Häu­ser: Kunst­mu­se­um, Thea­ter, Tech­nora­ma, Mu­sik­kol­le­gi­um. Den Rest des Ku­chens tei­len sich al­le an­de­ren. 

In­ner­halb der Kul­tur­lob­by, zu der auch die gros­sen Häu­ser zäh­len, pflegt man ei­nen ver­söhn­li­chen Ton. Man will ein­an­der nichts weg­neh­men. Aber mehr öf­fent­li­che För­de­rung der Klei­nen könn­te de­ren Le­ben ent­schei­dend er­leich­tern. «Wenn man vor al­lem da­mit be­schäf­tigt ist, stän­dig dem Geld hin­ter­her­zu­ren­nen, ver­liert man ir­gend­wann die Freu­de an der kul­tu­rel­len Ar­beit», sagt Mat­thi­as.

Ki­no mit Blick nach Os­ten 

Ei­nen Kat­zen­sprung vom Por­tier ent­fernt, gleich ne­ben dem Kraft­feld, steht das Ca­meo, das ein­zi­ge Pro­gramm­ki­no Win­ter­thurs. Lei­te­rin Li­lia­ne Hol­lin­ger emp­fängt uns. Auf der klei­nen Ve­ran­da vor dem Ein­gang, wo in der Wo­che un­se­res Be­suchs im Ju­ni die Lein­wand für die Open­air-Vor­stel­lun­gen steht, set­zen wir uns auf Gar­ten­stüh­le. 

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Li­lia­ne be­rich­tet uns zu­erst von der Ge­schich­te des Ca­meo, das frü­her Film­foy­er hiess und 2015 von ei­ner Hand­voll Win­ter­thu­rer Ci­ne­ast:in­nen um den ehe­ma­li­gen städ­ti­schen Ju­gend­be­auf­trag­ten Rolf Heus­ser ge­grün­det wur­de. Von Be­ginn weg ha­be man im­mer auch et­was nach Os­ten ge­schielt: Zu­erst war die Idee, in der be­nach­bar­ten Hal­le 181 ein Mehr­spar­ten­haus zu rea­li­sie­ren wie die Lok­re­mi­se in St.Gal­len, wo Thea­ter, Kunst und Ki­no un­ter ei­nem Dach ver­eint sind. Ge­baut wur­de das Ca­meo dann als Ki­no­kis­te un­ter ein be­stehen­des In­dus­trie­dach.

In Win­ter­thur macht man ähn­li­che Er­fah­run­gen wie beim Ki­nok in St.Gal­len: Wäh­rend die gros­sen Ci­ne­plex-Ki­nos im­mer mehr Pu­bli­kum an die Strea­ming­diens­te ver­lie­ren, läuft es in den klei­ne­ren, lie­be­voll ku­ra­tier­ten Pro­gramm­ki­nos bes­ser. «2025 hat­ten wir wie­der ei­nen neu­en Zu­schau­er:in­nen­re­kord», be­rich­tet Li­lia­ne. «Un­ser Pro­gramm ist ni­schig», er­klärt sie. «Do­kus lau­fen im­mer gut, vor al­lem, wenn sie ei­nen Re­gio­nal­be­zug ha­ben.»

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Was sagt sie zum Zu­stand der «Kul­tur­stadt» Win­ter­thur? Kul­tur­po­li­tisch mang­le es manch­mal am Vi­sio­nä­ren, die Spar­po­li­tik des bür­ger­lich do­mi­nier­ten Stadt­par­la­ments ver­hin­de­re gros­se Ideen, fin­det Li­lia­ne. Den­noch: Die al­ten In­dus­trie­ge­bäu­de wer­den neu ge­nutzt, das Sul­zer­are­al gilt als gu­tes Bei­spiel. Und das An­ge­bot sta­gnie­re nicht, es ent­ste­he auch im­mer wie­der Neu­es, zum Bei­spiel in Quar­tie­ren. Li­lia­ne ver­weist auf das Neu­he­gi-Quar­tier und den Cam­po, den ak­tu­ell zwi­schen­ge­nutz­ten und künf­ti­gen neu­en Sitz der löb­lich en­ga­gier­ten, aber nicht im­mer un­um­strit­te­nen Stif­tung für Kunst, Kul­tur und Ge­schich­te (SKKG).

Der knap­pe Zeit­plan (und der all­ge­mei­ne Ap­pe­tit) ver­hin­dern ei­ne wei­te­re Ver­tie­fung der Ge­sprä­che mit Li­lia­ne. Zum Abend­essen ge­hen wir rü­ber zum Ro­sen-Dö­ner, der letz­tes Jahr auf dem Sul­zer­are­al ei­ne Fi­lia­le er­öff­nen konn­te. Die frisch ge­ba­cke­nen Ta­schen­bro­te dür­fen hier nicht un­er­wähnt blei­ben.

Frei­er Kunst­gar­ten 

Ge­stärkt spa­zie­ren wir über die Wy­land­brü­cke Rich­tung Salz­haus, hin­ter dem wir in ei­nen Kel­ler hin­ab­stei­gen. Die drit­te Sta­ti­on un­se­res Win­ti­be­suchs ist das Oxyd. Der freie Kunst­raum ist 2019 von Wülf­lin­gen ins Zen­trum ge­zo­gen. Am lan­gen Holz­tisch, dem Mar­ken­zei­chen des Oxyd, emp­fängt uns Grün­der An­di Frit­schi, Ob­jekt- und Kon­zept­künst­ler, heu­te zu­stän­dig fürs «Ge­schichts­wis­sen» im Oxyd.

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Er ge­hö­re noch zur letz­ten Ge­ne­ra­ti­on, die kei­nen Hoch­schul­ab­schluss ha­be mit­brin­gen müs­sen, um aus­zu­stel­len. Vor et­wa vier­zig Jah­ren sei das «Ku­ra­to­ren­tum» auf­ge­kom­men. Die Grün­dung der selbst­or­ga­ni­sier­ten, spä­ter in Oxyd um­ge­tauf­ten Werk­hal­le am Bahn­hof Wülf­lin­gen im Jahr 1992 war ei­ne Re­ak­ti­on dar­auf. «Mit Künst­ler:in­nen zu­sam­men die Aus­stel­lung am Tisch zu pla­nen und zu dis­ku­tie­ren, ist et­was an­de­res, als wenn man das ein­fach ei­ner Ku­ra­to­rin oder ei­nem Ku­ra­tor über­lässt.» Dem heu­ti­gen Kunst­be­trieb at­tes­tiert An­di ei­ne ge­wis­se Span­nungs­lo­sig­keit. «Die Leu­te wol­len ums Ver­re­cken aus­stel­len. Aber wer sich da­für ver­biegt und sei­ne künst­le­ri­sche Frei­heit ver­kauft, ist ver­lo­ren.» Im Ge­spräch schwingt beim Alt-68er da und dort et­was Nost­al­gie mit. Den­noch ha­be er kei­ne Mü­he ge­habt, die Lei­tung des Oxyd beim Um­zug in jün­ge­re Hän­de zu über­ge­ben. Er be­tont: «Die Jun­gen er­fin­den ih­re ei­gen­stän­di­ge, neue Oxyd-Ge­schich­te.»

Wir hät­ten uns noch lan­ge mit An­di über man­geln­den Mut in der Kunst­för­de­rung, Ver­bin­dun­gen zur St.Gal­ler Kunst­sze­ne oder die «Win­ter­thu­rer Er­eig­nis­se» in den 1980er-Jah­ren un­ter­hal­ten kön­nen. Auch hät­te man ger­ne noch län­ger dar­über ge­strit­ten, ob jun­ge Künst­ler:in­nen heu­te über­haupt noch po­li­tisch sind. Doch wir müs­sen lang­sam zu ei­nem En­de kom­men. (Zu­dem ist die WM-Af­fi­che Schweiz–Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na be­reits an­ge­pfif­fen, was bei ei­ner klei­nen Min­der­heit in der Sai­ten- wie der Coucou-Frak­ti­on leich­te Ner­vo­si­tät aus­löst.) 

Ger­ne ei­ne Schei­be Win­ti 

Was uns an Win­ti be­son­ders auf­ge­fal­len ist, ist die Selbst­ver­ständ­lich­keit, mit der hier klei­ne und gros­se, pri­va­te und öf­fent­li­che In­itia­ti­ven zu­sam­men­fin­den und da­mit ein sehr bun­tes, le­ben­di­ges Kul­tur­le­ben schaf­fen. Ei­ne gros­se Rol­le spie­len da­bei die vor­han­de­nen Räu­me, hier im Be­son­de­ren, wie ein­gangs er­wähnt, die ar­chi­tek­to­ni­schen Über­bleib­sel der In­dus­tria­li­sie­rung.

Aber oh­ne das En­ga­ge­ment ei­ner Viel­zahl von Men­schen kann selbst der schöns­ten Fa­brik­hal­le kein neu­es Le­ben ein­ge­haucht wer­den. Ähn­li­che Ver­su­che gibt es hin und wie­der auch in St.Gal­len, ak­tu­ell et­wa mit dem Pool im Os­ten der Stadt, wo sich die freie Tanz- und Thea­ter­sze­ne end­lich ih­ren lang ge­heg­ten Wunsch nach ei­nem ei­ge­nen Haus er­fül­len will. Aber – wie so oft in St.Gal­len – wer­den sol­che Pro­jek­te durch Ein­spra­chen aus­ge­bremst. 

In Win­ter­thur scheint ge­ne­rell ein kul­tur­freund­li­che­rer Geist zu herr­schen. Das be­weist die stark ver­netz­te, nicht lär­men­de, da­für um­so fun­dier­ter ar­gu­men­tie­ren­de Kul­tur­lob­by; das be­wei­sen aber auch die Pro­jek­te der SKKG oder der Stif­tung Abend­rot, die ge­willt sind, ei­ne ge­mein­wohl­ori­en­tier­te Stadt­ent­wick­lung mit dem nö­ti­gen Klein­geld zu un­ter­füt­tern. Von die­sem Zu­sam­men­spiel krea­ti­ver Ein­zel­leis­tun­gen und gross ge­dach­tem Mä­ze­na­ten­tum wür­den wir uns in der Gal­len­stadt ger­ne ei­ne di­cke Schei­be ab­schnei­den. 

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne ha­ben sich zu­sam­men­ge­tan, um sich über ih­re Städ­te aus­zu­tau­schen: Das Win­ter­thu­rer «Coucou», das Lu­zer­ner «Null 41» und Sai­ten. Dar­aus ist ei­ne Ar­ti­kel­se­rie ent­stan­den, wel­che reih­um die je­wei­li­gen Kul­tur­sze­nen und lo­ka­len Be­son­der­hei­ten un­ter­sucht und ver­gleicht. Sai­ten wur­de von den Win­ter­thu­rer:in­nen ein­ge­la­den, die Lu­zer­ner:in­nen ha­ben St.Gal­len be­sucht. Bei­de Ar­ti­kel über die je­weils an­de­re Stadt bil­den die­sen Schwer­punkt. Der Ar­ti­kel der Win­ter­thu­rer:in­nen über Lu­zern er­scheint on­line.

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

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Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
Peter Kamm Kunst am Bau Erweiterungsbau Paedagogische Hochschule Kreuzlingen

Die Stick­ma­schi­ne steht still

In vie­len Aus­ser­rho­der Dör­fern klap­per­ten frü­her Web­stüh­le und spä­ter Stick­ma­schi­nen. In­zwi­schen sind sie al­le ver­stummt. Der Film Das En­de ei­ner Ära por­trä­tiert die Sti­cker Wal­ter Son­der­eg­ger Se­ni­or und Ju­ni­or aus Re­he­to­bel und setzt der Bran­che ein Denk­mal.

Von René Hornung,
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Nur das Jetzt zählt

Der Schwei­zer Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics über­lässt in sei­nem neu­en Film Das un­end­li­che Jetzt Men­schen, die mit De­menz le­ben, die Büh­ne. Ein Ex­pe­ri­ment mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Sto­rytel­ling, auf das es sich ein­zu­las­sen lohnt.

Von Vera Zatti,
Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights

Das Kro­ko­dil schnappt wie­der zu

Die Schwei­zer Rock­le­gen­den Kro­ko­dil ha­ben kürz­lich ihr neu­es Al­bum Bey­ond The Eye ver­öf­fent­licht. Ur-Kro­ko­dil Dü­de Dürst schwärmt von der En­er­gie der 2019 wie­der­be­leb­ten Band – und hat noch lan­ge nicht ge­nug. Am Frei­tag spie­len sie in der Gra­ben­hal­le.

Von Pius Frey und David Gadze,
Krokodil 2026 pd

24/7 Traumacore

Heat Girl Sum­mer

Von Mia Nägeli,

Kunst in Oberuzwil

Spu­ren der Hei­mat

Von Vera Zatti,
Dieses

Musik

Mehr als Jazz im Kult­bau

Von Richard Butz,
GP Trio MF90302 k

«Die Wahr­neh­mung nicht be­die­nen, son­dern schär­fen»

Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

Von Philipp Bürkler,
Bassilikum 04

Mo­bi­li­täts­al­li­anz nimmt Fahrt auf

Die Mo­bi­li­täts­al­li­anz Ost­schweiz will Pend­ler:in­nen zum Um­stieg vom Au­to auf Bus, Bahn und Ve­lo be­we­gen. Bei den zehn be­tei­lig­ten Gross­un­ter­neh­men lässt be­reits je­de fünf­te Per­son das Au­to am Mor­gen ste­hen. Nun sol­len 500 wei­te­re Fir­men fol­gen. 

Von Philipp Bürkler,
Mobilitaetsallianz 1 philipp buerkler

Tu­bes, Pipe­lines, Cords

Au­gus­tin Re­be­tez macht kei­ne hal­ben Sa­chen. Sei­ne Kunst ist aus­ufernd und dicht zu­gleich. Er ent­wi­ckelt an­spie­lungs­rei­che Bild­wel­ten – ak­tu­ell in der Kunst­hal­le Ar­bon.

Von Kristin Schmidt,
Augustin Rebetez key visual Kunsthalle Arbon Augustin Rebetez