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Mobilitätsallianz nimmt Fahrt auf

Firmenparkplätze sollen künftig möglichst leer bleiben. Dann können sie auch umgenutzt werden. (Bilder: pbu) 

Firmenparkplätze sollen künftig möglichst leer bleiben. Dann können sie auch umgenutzt werden. (Bilder: pbu) 

«Ich bin frü­her täg­lich mit dem Au­to zur Ar­beit ge­fah­ren», sagt Phil­ip Grei­ser. Et­wa zwölf bis fünf­zehn Mi­nu­ten dau­er­te die sechs Ki­lo­me­ter lan­ge Fahrt zwi­schen sei­nem Wohn­ort Mar­bach und sei­nem Ar­beits­platz in Heer­brugg. Er ha­be sich frü­her nicht vor­stel­len kön­nen, das Au­to am Mor­gen ein­fach zu Hau­se ste­hen zu las­sen. Oh­ne Au­to zur Ar­beit? Wie bit­te soll das ge­hen?

Heu­te sieht das an­ders aus. Ob­wohl die­sel­be Stre­cke mit dem öf­fent­li­chen Ver­kehr ei­ni­ge Mi­nu­ten län­ger dau­ert, nimmt Grei­ser in­zwi­schen an vier oder fünf Ta­gen pro Wo­che Bus und Bahn.

Die zu­sätz­li­che Fahr­zeit stört ihn kaum. Im Bus kann er am Mor­gen sei­nen Ge­dan­ken nach­ge­hen, Pod­casts hö­ren oder ein­fach noch et­was vor sich hin träu­men, statt sich über Bau­stel­len und an­de­re Ver­kehrs­teil­neh­men­de auf­zu­re­gen. «Man kommt viel ent­spann­ter an», sagt Grei­ser. Ganz oh­ne Ein­schrän­kun­gen ge­he es al­ler­dings nicht: «Man gibt schon et­was an Fle­xi­bi­li­tät ab. Das muss ei­nem be­wusst sein.»

Philip Greiser (links) und Dominik Traxler gehören zu den rund 500 SFS-Mitarbeiter:innen in Heerbrugg (von total etwa 1700), die vom Auto auf den ÖV oder aufs Velo umgestiegen sind. 

Philip Greiser (links) und Dominik Traxler gehören zu den rund 500 SFS-Mitarbeiter:innen in Heerbrugg (von total etwa 1700), die vom Auto auf den ÖV oder aufs Velo umgestiegen sind. 

Sein Ar­beits­kol­le­ge Do­mi­nik Trax­ler ist noch ei­nen Schritt wei­ter ge­gan­gen. Der Be­reichs­lei­ter in der Pro­duk­ti­on ar­bei­te­te ei­ni­ge Zeit für das­sel­be Un­ter­neh­men in den USA. Vor sei­ner Ab­rei­se ver­kauf­te er sein Au­to – und ver­zich­te­te nach sei­ner Rück­kehr dar­auf, ein neu­es zu kau­fen. Seit zwei Jah­ren lebt Trax­ler nun oh­ne ei­ge­nes Au­to und ist auf den ÖV um­ge­stie­gen. «Man muss sich halt nach dem Fahr­plan rich­ten. Man kann nicht je­der­zeit los­fah­ren», sagt er. Bei gu­tem Wet­ter fährt er so­gar mit dem Ve­lo zur Ar­beit.

SFS hat 400 Park­plät­ze ab­ge­baut 

Trax­ler und Grei­ser ar­bei­ten bei­de am Haupt­sitz des in­ter­na­tio­nal tä­ti­gen In­dus­trie­kon­zerns SFS in Heer­brugg. Das Un­ter­neh­men pro­du­ziert Kom­po­nen­ten un­ter an­de­rem für die Au­to­mo­bil-, Elek­tro­nik-, Bau- und Me­di­zi­nal­tech­nik­in­dus­trie und be­schäf­tigt am Stand­ort rund 1700 Per­so­nen. 

Die bei­den ge­hö­ren zu den mitt­ler­wei­le et­wa 500 Mit­ar­bei­ten­den, die mehr­heit­lich oh­ne Au­to zur Ar­beit kom­men. Vor rund zwei Jah­ren führ­te SFS da­für ein be­trieb­li­ches Mo­bi­li­täts­kon­zept ein. Das Ziel: we­ni­ger Au­to­ver­kehr und we­ni­ger Park­plät­ze auf dem Fir­men­are­al. 

Rund 400 Park­plät­ze sind ge­mäss dem Un­ter­neh­men seit­her ver­schwun­den. Auf ei­nem Teil der frei­ge­wor­de­nen Flä­che be­fin­det sich nun der Aus­sen­be­reich des Per­so­nal­re­stau­rants. «Die­ser Be­reich wur­de die­sen Som­mer re­ge ge­nutzt», sagt Chris­ti­na Bur­ri, Lei­te­rin des Per­so­nal­we­sens und zu­stän­dig für Nach­hal­tig­keits­fra­gen bei SFS. 

Vom Ha­cka­thon zur Al­li­anz

SFS ist Teil ei­ner vom Kan­ton St.Gal­len in­iti­ier­ten Mo­bi­li­täts­al­li­anz Ost­schweiz, der un­ter an­de­rem Fir­men wie Büh­ler, VAT, Lei­ca Geo­sys­tems oder die Thur­gau­er Kan­to­nal­bank an­ge­hö­ren. Die Al­li­anz bringt Un­ter­neh­men, Ver­kehrs­ver­bün­de, Trans­port­un­ter­neh­men und Be­hör­den zu­sam­men. Ihr ge­mein­sa­mes Ziel: Den Au­to­be­rufs­ver­kehr zu re­du­zie­ren und da­durch den CO₂-Aus­stoss zu sen­ken.

Der Kan­ton St.Gal­len hat seit 1990 zwar die CO₂-Emis­sio­nen in den meis­ten Be­rei­chen sen­ken kön­nen, beim mo­to­ri­sier­ten Ver­kehr ent­wi­ckeln sie sich aber in ge­nau die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung. «Das ist ein Rie­sen­pro­blem, des­halb woll­ten wir ei­nen neu­en Weg ge­hen. Da muss man mu­tig sein und et­was ver­su­chen», er­klärt die St.Gal­ler Bau- und Um­welt­di­rek­to­rin Su­san­ne Hart­mann vor den Me­di­en. Der Pen­del­ver­kehr sei für den Kan­ton die wich­tigs­te Mass­nah­me, um die Treib­haus­ga­se zu sen­ken.

An der Medienkonferenz zieht die Mobilitätsallianz Ostschweiz Bilanz – und spricht von einem Erfolg: Michel Pfirter, Geschäftsführer Ostwind, Ueli Stückelberger, Präsident Verband öffentlicher Verkehr, Regierungsrat Beat Tinner, Regerungsrätin Susanne Hartmann, Marc Stoffel von 42Hacks und Christina Burri, Personalchefin bei SFS (von links nach rechts). 

An der Medienkonferenz zieht die Mobilitätsallianz Ostschweiz Bilanz – und spricht von einem Erfolg: Michel Pfirter, Geschäftsführer Ostwind, Ueli Stückelberger, Präsident Verband öffentlicher Verkehr, Regierungsrat Beat Tinner, Regerungsrätin Susanne Hartmann, Marc Stoffel von 42Hacks und Christina Burri, Personalchefin bei SFS (von links nach rechts). 

Die St.Gal­ler Re­gie­rung be­auf­trag­te des­halb die auf Mo­bi­li­täts­kon­zep­te spe­zia­li­sier­te Ge­nos­sen­schaft 42Hacks aus Tro­gen, das Pend­ler:in­nen­ver­hal­ten zu un­ter­su­chen und zu ver­än­dern. Wäh­rend ei­nes sie­ben­tä­gi­gen «Ha­cka­thons» such­te 42Hacks nach Mög­lich­kei­ten, die Mo­bi­li­tät in­ner­halb von fünf Jah­ren spür­bar zu ver­än­dern, oh­ne da­für neue Stras­sen oder Bahn­stre­cken zu bau­en. Es ent­stand die Idee, Fir­men, Ver­kehrs­ver­bün­de und Be­hör­den dau­er­haft zu­sam­men­zu­brin­gen, um ge­mein­sam ei­ne Ver­kehrs­ver­än­de­rung her­bei­zu­füh­ren, er­klärt Marc Stof­fel, Mit­grün­der von 42Hacks. 

So kön­nen die Un­ter­neh­men ih­ren Mit­ar­bei­ter:in­nen bei­spiels­wei­se An­rei­ze bie­ten, auf Bus, Bahn oder Ve­lo um­zu­stei­gen. An­ge­stell­te wie Trax­ler und Grei­ser von SFS pro­fi­tie­ren von kos­ten­lo­sen oder ver­bil­lig­ten ÖV-Abon­ne­ments, die sie auch in der Frei­zeit nut­zen kön­nen – so­gar in Tei­len Vor­arl­bergs und Liech­ten­steins.

Rund 20 Pro­zent sind schon um­ge­stie­gen 

Stof­fel zieht nun nach zwei Jah­ren – ei­ner Art Test­pha­se – ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz. Rund 20 Pro­zent al­ler Mit­ar­bei­ter:in­nen der be­tei­lig­ten Fir­men, al­so et­wa 1600 Per­so­nen, ver­zich­te­ten be­reits auf das Au­to. «Wir sind sehr stolz dar­auf, dass in­zwi­schen je­de fünf­te au­to­fah­ren­de Per­son aufs Ve­lo oder den ÖV ge­wech­selt hat», so Stof­fel. 

42Hacks will die Re­duk­ti­on des Au­to­ver­kehrs mit ei­ner Kom­bi­na­ti­on aus da­ten­ba­sier­ter Ana­ly­se, künst­li­cher In­tel­li­genz und kon­kre­ten Mass­nah­men er­reicht ha­ben. Kon­kret wur­de ana­ly­siert, wo das gröss­te Po­ten­zi­al auf Ver­än­de­rung des Pend­ler­ver­kehrs bei den Mit­ar­bei­ter:in­nen liegt. «Wir ha­ben auf Fir­men­area­len Ka­me­ras in­stal­liert, um die Be­we­gun­gen der Au­tos zu mes­sen.» Das sei in die­ser Form bis­her ein­zig­ar­tig, so Stof­fel.

Denn vie­le bis­he­ri­ge Mo­bi­li­täts­kon­zep­te wür­den vor­wie­gend auf Men­schen fo­kus­sie­ren, die oh­ne­hin be­reits mit dem ÖV oder dem Ve­lo un­ter­wegs sei­en. Die Mo­bi­li­täts­al­li­anz wol­le da­ge­gen ge­zielt Au­to­fah­rer:in­nen zum Um­stei­gen be­we­gen und die Wir­kung mess­bar ma­chen. Des­halb zählt sie nicht nur die von den Fir­men an Mit­ar­bei­ter:in­nen ab­ge­ge­be­nen ÖV-Abon­ne­men­te, son­dern er­fasst mit Ka­me­ras die tat­säch­li­che Zahl der ein- und aus­fah­ren­den Fahr­zeu­ge auf den Fir­men­park­plät­zen und über­prüft so, ob der Au­to­ver­kehr tat­säch­lich zu­rück­geht. «Das sind nicht ir­gend­wel­che Um­fra­ge­wer­te, son­dern tat­säch­lich Mess­wer­te», sagt Stof­fel.

Ent­schei­dend sind je­doch nicht nur die Da­ten. 42Hacks spricht ge­zielt mit Mit­ar­bei­ter:in­nen, die bis­her mit dem Au­to zur Ar­beit fah­ren. In Work­shops wird ge­fragt, was sich ver­än­dern müss­te, da­mit sie um­stei­gen: Fehlt am frü­hen Mor­gen ein Bus? Ist der Weg von der Hal­te­stel­le zum Be­trieb zu weit? Braucht es si­che­re Ve­lo­we­ge oder ei­ne Sha­ring-Sta­ti­on? «Wir ma­chen vor al­lem Ha­cka­thons mit Au­to­fah­rer:in­nen und fra­gen sie, was sie zum Um­stei­gen brau­chen.» 

Gra­tis­park­plät­ze als Aus­lauf­mo­dell 

Güns­ti­ge Abon­ne­men­te oder Gra­tis-GA al­lein rei­chen je­doch nicht aus, um Men­schen zum Um­stei­gen zu be­we­gen. Es braucht auch ei­ne Art Zwang. Das Pro­blem: Noch im­mer stel­len vie­le Un­ter­neh­men kos­ten­lo­se Park­plät­ze zur Ver­fü­gung. Das müs­se sich än­dern, sagt der Ber­ner Ueli Stü­ckel­ber­ger, Prä­si­dent beim Ver­band öf­fent­li­cher Ver­kehr. «Die Zeit des Gra­tis-Park­plat­zes ist lang­sam vor­bei.»

Was al­so tun? Die Ein­füh­rung von Park­platz­ge­büh­ren lö­se in ei­nem Un­ter­neh­men oft zu­nächst Wi­der­stand aus, so Stü­ckel­ber­ger. Er ver­weist je­doch auf Städ­te, in de­nen der ÖV-An­teil ge­ra­de we­gen des knap­pen Park­platz­an­ge­bots be­son­ders hoch sei: «In der Stadt Zü­rich kom­men schon fast al­le mit dem ÖV, weil es fast gar kei­ne Park­plät­ze mehr gibt.»

Park­platz­ge­büh­ren al­lein reich­ten je­doch nicht, be­tont Stü­ckel­ber­ger. Wer das Au­to ste­hen las­sen soll, brau­che ei­ne ver­läss­li­che und mög­lichst di­rek­te ÖV-Al­ter­na­ti­ve. Ge­ra­de bei In­dus­trie­be­trie­ben mit Schicht­ar­beit müss­ten die Fahr­plä­ne auf die Ar­beits­zei­ten ab­ge­stimmt wer­den.  

«Der Kli­ma­wan­del lässt sich nicht mehr leug­nen. Er ist nun hof­fent­lich auch in den Köp­fen der Po­li­ti­ker:in­nen in Bern an­ge­kom­men.»

Susanne Hartmann, St.Galler Regierungsrätin

Wie sich das ÖV-An­ge­bot an die Be­dürf­nis­se ei­nes Be­triebs an­pas­sen lässt, zeigt He­alth Ost­schweiz (HOCH). Der Spi­tal­ver­bund mit rund 8000 Be­schäf­tig­ten ist neu Teil der Al­li­anz. Für Mit­ar­bei­ter:in­nen in der Früh­schicht wur­de der Fahr­plan ei­ner Bus­li­nie in der Stadt St.Gal­len be­reits an­ge­passt, da­mit sie ih­ren Ar­beits­platz auch zu Rand­zei­ten mit dem ÖV er­rei­chen kön­nen.

Der Weg zwi­schen Haus­tür, Hal­te­stel­le und Ar­beits­platz müs­se be­rück­sich­tigt wer­den, so Stü­ckel­ber­ger. «Das muss nicht im­mer nur der ÖV sein.» Für die ers­te und letz­te Etap­pe kä­men auch das Ve­lo, Fuss­we­ge oder Sha­ring-An­ge­bo­te in­fra­ge. Ent­schei­dend sei, dass der ge­sam­te Ar­beits­weg at­trak­tiv und be­zahl­bar sei.

Neue Mög­lich­kei­ten für Are­al­ent­wick­lun­gen

Ne­ben der Ein­spa­rung von CO₂ soll sich die Al­li­anz für den Kan­ton St.Gal­len aber auch fi­nan­zi­ell loh­nen. Zu­sätz­li­che Fahr­gäs­te brin­gen Ost­wind hö­he­re Ein­nah­men. Da­mit sinkt der un­ge­deck­te An­teil der Be­triebs­kos­ten ei­ner Bahn, den Kan­ton und Bund mit so­ge­nann­ten Ab­gel­tun­gen nor­ma­ler­wei­se über­neh­men müs­sen. Die­se Rech­nung geht al­ler­dings nur auf, so­lan­ge für die zu­sätz­li­chen Pend­ler:in­nen kei­ne kost­spie­li­gen neu­en Ver­bin­dun­gen ge­schaf­fen wer­den müs­sen.

Auch für die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men geht es nicht al­lein nur um Kli­ma­schutz. Park­plät­ze be­an­spru­chen wert­vol­les Bau­land. «Das bie­tet Un­ter­neh­men neue Mög­lich­kei­ten in der Are­al­ent­wick­lung», sagt et­wa Volks­wirt­schafts­di­rek­tor Beat Tin­ner. Die frei­wer­den­den Flä­chen er­öff­nen den Fir­men Mög­lich­kei­ten, ih­re Area­le an­ders zu nut­zen und sind des­halb auch wirt­schaft­lich von Be­deu­tung. Lei­ca Geo­sys­tems bei­spiels­wei­se will auf ei­ner bis­he­ri­gen Park­platz­flä­che ei­nen In­no­va­ti­ons­bau mit neu­en Ar­beits­plät­zen er­rich­ten. Bei SFS ent­stand ein neu­er Aus­sen­be­reich für die Mit­ar­bei­ten­den. 

500 wei­te­re Un­ter­neh­men sol­len hin­zu­kom­men 

Bis­lang stützt sich die Mo­bi­li­täts­al­li­anz vor al­lem auf gros­se, be­kann­te Un­ter­neh­men. Das sei Ab­sicht, sagt Marc Stof­fel von 42Hacks. Sie dien­ten als «Leucht­tür­me», schaff­ten Sicht­bar­keit und be­schäf­tig­ten ge­nü­gend Men­schen, da­mit neue Bus­ver­bin­dun­gen und an­de­re An­ge­bo­te wirt­schaft­lich wür­den.

Nun soll die Al­li­anz in die Brei­te wach­sen. In­ner­halb der nächs­ten fünf Jah­re sol­len rund 500 wei­te­re Un­ter­neh­men da­zu­kom­men. Auch die Kan­to­ne Thur­gau und Ap­pen­zell Aus­ser­rho­den zei­gen nach An­ga­ben der Mo­bi­li­täts­al­li­anz In­ter­es­se. 

«Un­se­re Am­bi­ti­on ist, zu­sam­men mit den üb­ri­gen Ost­schwei­zer Kan­to­nen am An­ge­bot und an den Mög­lich­kei­ten der Mo­bi­li­täts­al­li­anz zu ar­bei­ten und so künf­tig wei­te­re ÖV-Nut­zen­de zu ge­win­nen», sagt Re­gie­rungs­rat Tin­ner. Das Ziel sei es, auch mitt­le­re und klei­ne­re Un­ter­neh­men von die­sem Pro­jekt zu über­zeu­gen. Tin­ner glaubt so­gar, die Mo­bi­li­täts­al­li­anz sei ein Vor­bild für die gan­ze Schweiz. «Ich bin über­zeugt, dass das Pro­jekt auch schweiz­weit auf gros­sen Wi­der­hall stos­sen wird.»

«Man muss es wol­len» 

Für Phil­ip Grei­ser ist der Um­stieg in­zwi­schen All­tag. Sein Ar­beits­weg dau­ert zwar ei­ni­ge Mi­nu­ten län­ger, da­für kommt er ent­spann­ter an. Ganz von selbst ge­schieht ein sol­cher Wech­sel al­ler­dings nicht. «Man muss es wol­len», sagt er. Doch es braucht auch Ver­bin­dun­gen, die funk­tio­nie­ren, be­zahl­ba­re Abon­ne­men­te und Un­ter­neh­men, die be­reit sind, das kos­ten­lo­se Par­kie­ren in­fra­ge zu stel­len.

Dass die Mo­bi­li­täts­al­li­anz erst jetzt Fahrt auf­nimmt, ob­wohl die Erd­er­wär­mung seit Jahr­zehn­ten be­kannt ist, will Su­san­ne Hart­mann nicht als Ver­säum­nis des Kan­tons gel­ten las­sen. St.Gal­len un­ter­neh­me be­reits viel ge­gen den Kli­ma­wan­del. Gleich­zei­tig zei­gen die Hit­ze des Som­mers 2026, die aus­ge­trock­ne­ten Bä­che und der tie­fe Pe­gel des Bo­den­sees, wie drin­gend wei­te­re Mass­nah­men sind. «Der Kli­ma­wan­del lässt sich nicht mehr leug­nen. Er ist nun hof­fent­lich auch in den Köp­fen der Po­li­ti­ker:in­nen in Bern an­ge­kom­men», so die Re­gie­rungs­rä­tin.

Die bis­he­ri­gen Er­fol­ge der Al­li­anz zei­gen, dass sich das Pen­del­ver­hal­ten ver­än­dern lässt. Ob aus ein­zel­nen Leucht­turm­pro­jek­ten je­doch ei­ne tat­säch­li­che Ver­kehrs­wen­de ent­steht, hängt nicht al­lein vom Wil­len der Be­schäf­tig­ten ab. Auch Po­li­tik, Un­ter­neh­men, Ver­kehrs­be­trie­be und die ge­sam­te Ge­sell­schaft müs­sen die neu­en Be­din­gun­gen da­für schaf­fen.


mo­bi­li­taets­al­li­anz.ch

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