Kategorie
Autor:innen
Jahr

Metzger, Engel, Himmel und Tante Bergs Rosengebüsch

Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung

2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

Sai­ten fragt mich an, ob ich ei­ne Wür­di­gung schrei­ben wür­de für Ani­ta, und das ma­che ich ger­ne, weil ich Ani­ta als Per­son, als Künst­le­rin, als Kunst­ver­mitt­le­rin sehr schät­ze. Ein biss­chen Schiss hab ich na­tür­lich auch, denn wie soll ich Ani­ta Zim­mer­mann in 8000 Zei­chen mit mei­nen Wor­ten ge­recht wer­den? 

Ich be­gin­ne zu schrei­ben und mer­ke bald: Ich brau­che Bil­der. So vie­le Pro­jek­te Ani­ta schon ge­macht hat, so un­ver­schämt we­nig spuckt mir das World Wi­de Web da­zu aus. Das ein­zi­ge, was ich ma­chen kann, ist: Ani­ta fra­gen. Ein paar Stun­den spä­ter steht sie mit ei­nem Com­pu­ter un­ter dem Arm vor mei­ner Tür. «Hier, wähl doch am bes­ten sel­ber aus!»

Nun sit­ze ich al­so vor Ani­tas Rech­ner, das Aben­teu­er be­ginnt. Beim Auf­star­ten lä­chelt mir ein ge­zeich­ne­tes, stern­äu­gi­ges Ge­sicht­chen ent­ge­gen. Ich schlies­se Brow­ser-, E-Mail- und Whats­app-Fens­ter und öff­ne den Bil­der­ord­ner. Ru­brik: Zu­letzt ge­si­chert. Es geht vom Jetzt ins Zu­rück oh­ne chro­no­lo­gi­sche Ga­ran­tie und mit vie­len Aus­las­sun­gen. Die Da­ten­si­che­rung en­det mit Auf­nah­men aus dem Pro­jekt Schild­krö­ten­herz, das ge­gen En­de 2018 ent­stan­den ist und wäh­rend des «Heim­spiels» 2018/19 im Kunst­mu­se­um St.Gal­len zu se­hen und zu hö­ren war. 

(Bild: Archiv Anita Zimmermann)

(Bild: Archiv Anita Zimmermann)

Ein aus gut zwan­zig Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­den be­stehen­der Chor taucht aus dem Be­cken des Volks­ba­des auf und singt, vor Näs­se trie­fend, ein grie­chi­sches Lie­bes­lied. Es schwappt mir knapp zehn Jah­re Ar­chiv­ma­te­ri­al ent­ge­gen. Das passt gut, denn Ani­ta ken­ne ich auch nicht viel län­ger. Und auch die­ser re­la­tiv kur­ze Zeit­raum bie­tet mehr als ge­nug an nicht Zu­sam­men­fass­ba­rem.

Ei­ne scharf­sin­ni­ge und di­rek­te Kri­ti­ke­rin 

2014 or­ga­ni­sier­te ich ge­mein­sam mit Da­nie­la Stolpp ei­ne ers­te Aus­stel­lung. Vor der Ver­nis­sa­ge hat­te ich je­de Nacht den­sel­ben Alb­traum: Ich spa­zier­te so laut wie falsch sin­gend durch ein Dorf und be­merk­te erst viel zu spät, dass über­all die Fens­ter of­fen­stan­den. Al­le konn­ten mit­hö­ren. Bis zu die­sem Zeit­punkt war ich mit dem woh­li­gen Ge­fühl un­ter­wegs ge­we­sen, im Py­ja­ma spa­zie­ren zu kön­nen, oh­ne dass mich je­mand zur Kennt­nis nimmt. Und nun war mein Ta­ten­drang grös­ser ge­wor­den als mei­ne Freu­de am Un­sicht­bar­sein. 

«A(nita)–Z(imermann)»

Fes­te soll man fei­ern, wie sie fal­len. Run­de erst recht. Zum 70. Ge­burts­tag der St.Gal­ler Künst­le­rin, Netz­wer­ke­rin und Ver­mitt­le­rin Ani­ta Zim­mer­mann or­ga­ni­siert ei­ne Pro­jekt­grup­pe (Ueli Vogt, De­ni­se We­der, Jac­ques Er­lan­ger und Li­se­lot­te Hun­zi­ker-Kraes­sig) un­ter dem Ti­tel «A–Z» ver­schie­de­ne Ak­tio­nen, mit de­nen sie Zim­mer­mann ehrt. 

«Ihr krea­ti­ves Uni­ver­sum ist viel­schich­tig und kom­plex, es fällt schwer, sich ei­nen Über­blick zu ver­schaf­fen», heisst es im Pro­jekt­be­schrieb. «A–Z» soll die­se Viel­falt zei­gen und der Öf­fent­lich­keit in neu­er Form zu­gäng­lich ma­chen. Es sei der Ver­such, ei­ne Syn­op­se ih­res Werks und ih­rer Tä­tig­kei­ten zu er­stel­len um da­durch den le­ben­di­gen Pro­zess, der Ani­ta Zim­mer­manns ein­zig­ar­ti­ge Her­an­ge­hens­wei­se an Kunst, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ver­net­zung auf­zu­zei­gen.

«A–Z» glie­dert sich in drei Teil­pro­jek­te: «A–Zsyn­op­se» ist ei­ne «ver­glei­chen­de Aus­le­ge­ord­nung» in der Haupt­post St.Gal­len (Wett­be­werbs­raum im 3. Ober­ge­schoss), al­so ei­ne Art Schau aus­ge­wähl­ter Wer­ke; sie dau­ert von Frei­tag, 11. Sep­tem­ber, bis Sonn­tag, 27. Sep­tem­ber. «A–Zwir­bel» ist ei­ne Aus­stel­lung von Pla­ka­ten, die ins­ge­samt 19 Künst­ler:in­nen Zim­mer­mann ge­wid­met ha­ben. Die Pla­ka­te sind von Mon­tag, 14. Sep­tem­ber, bis Frei­tag, 25. Sep­tem­ber, am Korn­haus­platz und in der Gu­ten­berg­stras­se beim St.Gal­ler Haupt­bahn­hof zu se­hen. Im De­zem­ber er­scheint dann «A–Zi­ne», ei­ne auf 300 Ex­em­pla­re li­mi­tier­te Pu­bli­ka­ti­on mit Bei­trä­gen von Ur­su­la Bad­rutt, Co­rin­ne Schatz, Kris­tin Schmidt, Fio­na Lus­ti, An­di Gi­ger und Gi­an­ni Jet­zer. Aus­ser­dem dau­ert noch bis Mon­tag, 14. Sep­tem­ber, das Pro­jekt «Metz­ger und En­gel», ei­ne Be­flag­gung der Metz­ger- und der En­gel­gas­se in der St.Gal­ler Alt­stadt im Sin­ne ei­ner Car­te blan­che von Ani­ta Zim­mer­mann.

Im Som­mer­ate­lier in der Re­mi­se Wein­fel­den fin­det der­weil von Sams­tag, 29. Au­gust, bis Sams­tag, 19. Sep­tem­ber, die Aus­stel­lung «… der Him­mel ge­hört mir …» statt. Zim­mer­mann ist wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten der Aus­stel­lung an­we­send. (dag)


a-bis-z.org 

Kurz vor der Aus­stel­lungs­er­öff­nung fürch­te­te ich mich schreck­lich vor der dro­hen­den Kri­tik der an­geb­lich nicht exis­tie­ren­den Kunst­sze­ne. Ich war mir si­cher, dass es sie gab, al­so die Kri­tik, aber sie kam ein­fach nicht zu mir. Das war noch viel schlim­mer.

Dann kam Ani­ta. Sie fand die Aus­stel­lung schreck­lich pro­vin­zi­ell und über­haupt schreck­lich. Ge­nau vor die­ser Faust hat­te ich mich ge­fürch­tet, hat­te mich ir­gend­wie dar­auf ge­freut und schwank­te da­nach meh­re­re Ta­ge zwi­schen Er­schüt­te­rung und Em­pö­rung. So be­gann un­se­re Freund­schaft. Ich lern­te Ani­ta von An­fang an als scharf­sin­ni­ge und di­rek­te Kri­ti­ke­rin ken­nen und schät­zen. So viel zum Metz­ger. 

Zeich­nen als Selbst­ge­sprä­che mit Fe­der und Tu­sche

Zu­rück ins Bild­ar­chiv: Schö­ne Stadt­tau­ben­por­träts. Der Schä­del ei­nes «re­zen­ten afri­ka­ni­schen Lö­wen», Lö­wen bei der Jagd, Lö­wen im Ru­del. Es geht opu­lent wei­ter: Ani­ta glei­tet in ih­rem zart­ro­sa Pis­ten­bul­ly-Kleid durch die Gas­sen Ve­ne­digs. Et­was we­ni­ger ele­gant ge­klei­det, den­noch gut ge­launt: Chris­ti­an Mei­er, Son­ja Rüegg und Tho­mas Stüs­si. Ca­ra­vag­gio, Anish Ka­po­or. Aus­ge­tausch­tes, selbst Ge­se­he­nes. Ge­zeich­ne­te, zeich­nen­de Hän­de. Da­ne­ben Smi­lies, Wä­sche­klam­mern. Ei­ne ge­zeich­ne­te Hand, die ei­ne Wä­sche­lei­ne zeich­net. Ei­ne Hand, die ih­ren Zei­ge­fin­ger in ei­ne Tas­se Kaf­fee tunkt.

(Bild: Archiv Anita Zimmermann)

(Bild: Archiv Anita Zimmermann)

Ani­ta ist Zeich­ne­rin und ihr Zeich­nen er­le­be ich als Zau­be­rei. Es ist die Ma­gie des Ge­schich­ten­er­zäh­lens, die Ma­gie der Wie­der­ho­lung. Da tau­chen sie im­mer wie­der auf: die klei­nen, mir so ver­trau­ten Ge­sich­ter, die klei­nen Ge­spens­ter. Manch­mal lä­cheln sie. Da sind Af­fen, tan­zen­de Kin­der, im­mer wie­der Hän­de. 

Ani­ta be­zeich­net das Zeich­nen selbst als «schö­ne Selbst­ge­sprä­che» mit Fe­der und Tu­sche. «Zeich­nen pas­siert im Kopf.» Es geht nicht um den fer­ti­gen Bo­gen, son­dern dar­um, Wel­ten zu er­fas­sen, ab­zu­tas­ten, neue Wel­ten auf­zu­tun.

Ich scrol­le an Sät­zen wie «Wir kom­men al­le in den Him­mel», aber auch «Der Him­mel ge­hört mir» vor­bei. Rot­licht­bil­der aus dem «Grau­en Him­mel» und hals­bre­che­ri­sche Ab­fahr­ten am kleins­ten Ski­ge­biet der Welt. Der Ski­lift, Chris­ti­an ziem­lich glück­lich, Tho­mas wahr­schein­lich auch, aber das sieht man nicht so gut, weil er ge­ra­de schwung­voll ein Loch in den Hang haut. Son­ja ist ge­ra­de am Te­le­fon mit ir­gend­ei­ner Holz­lat­te un­ter dem Arm. Por­träts der Frei­wil­li­gen vom Gar­ten­bau­amt, aus der Nach­bar­schaft, tä­ti­ge Men­schen. 

Statements aus der Kunstszene zu Anita Zimmermann

Ins­ge­samt 19 Künst­ler:in­nen eh­ren Ani­ta Zim­mer­mann zu ih­rem 70. Ge­burts­tag mit ei­ner Pla­kat­ak­ti­on, die in der St.Gal­ler In­nen­stadt zu se­hen sein wird. Wir ha­ben die Kunst­schaf­fen­den um ein kur­zes State­ment zur Ju­bi­la­rin ge­be­ten. Hier ei­ne (fast kom­plet­te) Aus­wahl. 

 

Chia­ra Ge­no­va:

«Ani­ta schafft mit ih­rer Ar­beit Or­te, an de­nen Kunst, Aus­tausch und Ge­mein­schaft selbst­ver­ständ­lich zu­sam­men­fin­den. Pro­jek­te wie der ‹Gei­le Block› oder der ‹Hil­ti­bold› zei­gen, wie wich­tig un­ab­hän­gi­ge Kul­tur­pro­jek­te ne­ben In­sti­tu­tio­nen sind. Sie ma­chen St.Gal­len le­ben­di­ger und in­spi­rie­ren mich in mei­ner ei­ge­nen Ar­beit in Kol­lek­ti­ven, selbst zu­gäng­li­che Räu­me für Kunst und Be­geg­nung zu schaf­fen.»

 

Bir­git Wid­mer:

«Ani­ta ist mir ei­ne fan­ta­sie­vol­le, sen­si­ble, auf­merk­sa­me Künst­ler­freun­din. In St.Gal­len ist ihr Al­ter Ego Lei­la Bock ei­ne Aus­nah­me­erschei­nung. Sie ist laut, hat Vi­sio­nen und setzt die­se mit un­er­müd­li­chem Elan und Be­geis­te­rung um. Ih­re Kunst­pro­jek­te ha­ben ein gros­ses Echo im Pu­bli­kum aus sämt­li­chen Be­völ­ke­rungs­schich­ten. Ani­ta und Lei­la ha­ben Mut.»

 

Ste­fan Roh­ner:

«Die ‹Gei­len Blö­cke› wa­ren für mich im­mer sehr wich­ti­ge Aus­stel­lungs­mög­lich­kei­ten. Ich war bei al­len da­bei und konn­te raum­grei­fen­de In­stal­la­tio­nen rea­li­sie­ren. Das mach­te echt Spass. Ani­ta be­riet mich auch bei der Um­set­zung, auch das schätz­te ich. Die­se ‹Gei­len Blö­cke› sind für die lo­ka­le Kunst­sze­ne ex­trem wich­tig.»

 

U5-Kol­lek­tiv:

«Für Ani­ta Zim­mer­mann und ihr Pu­bli­kum gilt: Wer nicht hört, muss se­hen. Und wer sieht, er­kennt ihr Tun.»

 

Son­ja Rüegg:

«Sie ist ei­ne Ma­che­rin, pu­re En­er­gie, sie wir­belt auf und reisst ein. Ihr Mut, ih­re Kon­se­quenz und ih­re Hal­tung in­spi­rie­ren mich. Ih­re Sicht­wei­se auf die Kunst be­rei­chert mich. Mit ih­rem En­ga­ge­ment macht sie die Ost­schwei­zer Kunst­sze­ne sicht­bar und hält sie le­ben­dig – seit Jahr­zehn­ten, und zwar rich­tig geil. Dan­ke Ani­ta! Dan­ke Lei­la Bock!» 

 

Ma­ri­an­ne Rin­der­knecht:

«Ani­ta be­wun­de­re ich für ih­re un­glaub­li­che En­er­gie und ih­ren be­din­gungs­lo­sen Ein­satz für die Kunst. Es ist be­ein­dru­ckend, wie sie die re­gio­na­le Kunst­sze­ne för­dert und im­mer wie­der neu Aus­stel­lungs­mög­lich­kei­ten schafft. Ani­ta ist ei­ne ex­tre­me Ma­che­rin, Um­set­ze­rin und Ver­net­ze­rin … und im­mer fliesst Herz­blut. Mit Ani­ta wer­den Ideen grös­ser, wil­der und ver­rück­ter – und wenn der Flow stimmt, ist die Zu­sam­men­ar­beit ein­fach su­per, su­per, SU­PER.»

 

Mo­re­na Bar­ra:

«Ani­ta Zim­mer­mann in ih­rem Blau­mann und ihr Dal­ma­ti­ner ge­hö­ren für mich schon fast zum Stadt­bild. Ih­re Prä­senz gibt mir ein gu­tes Ge­fühl, denn ich weiss: Da ist je­mand, der ak­ti­vis­tisch in der Kunst­sze­ne der Stadt mit­mischt. Sie eckt an, drückt den Fin­ger in die Wun­de, zeigt auf, was fehlt, und er­zeugt be­wusst Rei­bung. Ih­re Be­harr­lich­keit be­ein­druckt mich.

Die Ar­beit von Ani­ta Zim­mer­mann und ih­rer Kunst­fi­gur Lei­la Bock fin­de ich wich­tig, weil sie aus­ser­halb be­stehen­der Struk­tu­ren Räu­me schafft, in de­nen sich Kunst­schaf­fen­de aus­tau­schen, ver­net­zen, kre­ieren und aus­stel­len kön­nen. Und das auf ei­ne sehr di­rek­te und nah­ba­re Art, oh­ne da­bei an Qua­li­tät oder Hal­tung zu ver­lie­ren.»

 

Chris­ti­an Mei­er:

«Ich bin ja der fes­ten Über­zeu­gung, dass es meh­re­re von ihr ge­ben muss. Wie wä­re es sonst mög­lich, dass sie mit­ten in der Hoch­pha­se ei­nes kom­ple­xen Pro­jekts, wo sie sich auch ver­aus­gabt, ne­ben­bei noch drei an­de­re stemmt und trotz­dem nie an Ver­spielt­heit ein­büsst. In­ter­es­san­ter­wei­se sind auch al­le von ih­nen die lie­bens­wür­digs­ten, sper­ri­gen Rotz­löf­fel, die ich ken­ne!»

 

Bar­ba­ra Si­gner:

«Ich er­in­ne­re mich, wie ich Ani­ta 1991 im Kunst­ki­osk bei der Tal­sta­ti­on der Müh­legg­bahn be­geg­net bin, den sie zu­sam­men mit an­de­ren Künst­ler:in­nen er­öff­net hat­te. Da war ich 9 Jah­re alt. Ani­ta hat mich schon da­mals fas­zi­niert. Ich fin­de es to­tal be­ein­dru­ckend, mit wel­cher En­er­gie sie im­mer wie­der neue Pro­jek­te auf die Bei­ne stellt und so neue Mög­lich­kei­ten für die Künst­ler:in­nen-Com­mu­ni­ty schafft. Bra­vo!» 

 

Eli­sa­beth Nem­b­ri­ni:

«Be­harr­lich, lei­den­schaft­lich – für schrä­ge Ideen, ge­gen be­schei­de­ne Pro­jek­te, für ein Le­ben in der Stadt St.Gal­len, ge­gen Ver­ein­nah­mung, für die Kul­tur­sze­ne, ge­gen den Ju­gend­wahn, für neu er­ober­te Räu­me, ge­gen Hin­der­nis­se, für un­kom­pli­zier­te Um­nut­zun­gen, für Künst­le­rin­nen und Künst­ler, für ih­re Dal­ma­ti­ne­rin ... das ist für mich Ani­ta Zim­mer­mann.»

 

Bea Dö­rig:

«Kom­pro­miss­los schafft sie ein­zig­ar­ti­ge Grup­pen­aus­stel­lun­gen oh­ne The­men­dik­tat. Da­mit plä­diert sie für ab­so­lu­te Frei­heit und Selbst­be­stim­mung der Künst­ler:in­nen. Ge­nau die­se Hal­tung macht Ani­tas Wir­ken für mich so be­son­ders.»

 

Hans Schwei­zer:

«Ani­ta Zim­mer­mann hat es ge­schafft, die Stadt mit Kul­tur­or­ten zu über­zie­hen: ‹Gei­ler Block›, ‹die Klau­se›, ‹Hil­ti­bold›, ‹Grau­er Him­mel›. Je­der Ort of­fen für Künst­ler:in­nen und Pu­bli­kum und ei­ne Freu­de für Ani­ta.»

 

Mo­ni­ca Ger­mann und Da­ni­el Lo­ren­zi:

«Ani­ta Zim­mer­mann ge­hört zu den be­deu­tends­ten zeit­ge­nös­si­schen Künst­le­rin­nen. Sie hat ei­ne völ­lig neue und ei­gen­stän­di­ge Kon­zept­kunst ent­wi­ckelt, die von ihr 100 Pro­zent self­ma­de ge­plant und um­ge­setzt wird. So­zia­le Plas­tik, in der ge­sell­schaft­lich re­le­van­te The­men wie Nach­hal­tig­keit und Kli­ma­wan­del (kleins­tes Ski­ge­biet der Welt), fe­mi­nis­ti­sche An­lie­gen (Lei­la Bock) oder der Fo­kus auf das Re­gio­na­le hoch pro­fes­sio­nell ei­nem brei­ten Pu­bli­kum zu­gäng­lich ge­macht wer­den. 

Als klas­sisch aus­ge­bil­de­te Künst­le­rin be­herrscht sie Skulp­tur, Zeich­nung, Ma­le­rei und Film sou­ve­rän und kom­bi­niert die­se leicht­füs­sig oder setzt sie als En­vi­ron­ment für gi­gan­ti­sche Pro­jek­te ein. Al­les von ihr selbst in über­wäl­ti­gen­der Schaf­fens­kraft hand­ma­de.»

 

Ka­ta­lin Deér:

«An Ani­ta Zim­mer­mann:
Im Le­ben Kunst ma­chen
Lust En­er­gie Hand­lungs­kraft
Er­fin­dungs­ga­be
Ich be­wun­de­re und fürch­te sie» 

 

Fla­vio Ho­del:

«Es gibt kei­ne an­de­re Per­son, die mit sol­chem Elan das re­gio­na­le Kunst­schaf­fen sicht­bar macht. Wer Ani­ta Zim­mer­manns Pro­jek­te ver­folgt und die ‹Gei­len Blö­cke› be­sucht, weiss, wie viel­fäl­tig, hoch­ste­hend und span­nend die Ost­schwei­zer Kunst­sze­ne ist. Im klas­si­schen Kunst­be­trieb gibt es da­für lei­der im­mer we­ni­ger Raum, wes­we­gen die Ar­beit von Ani­ta Zim­mer­mann im­mer wich­ti­ger wird.» 

 

An­drea Vo­gel:

«Sie will Show, sie macht Show! Scheu vor Auf­wand kennt sie nicht und schafft da­durch im­mer gan­ze Uni­ver­sen vor al­lem für die Show an­de­rer Künst­ler:in­nen. Manch span­nen­de, oft ei­gens für die spe­zi­el­len Or­te kon­zi­pier­ten Ar­bei­ten und Hap­pe­nings wür­de es oh­ne Ani­tas ali­as Lei­la Bocks Ta­ten­drang und Kraft­akt nicht ge­ben. Dan­ke Ani­ta – und let the show go on!»

 

Ara­mis Na­var­ro:

«‹Geiiil, aber di letsch­tä sie­be­nedachtzg Zei­che ghö­ret mir.› Das war ih­re Ant­wort, als ich wie­der mal mit Ani­ta am Mit­tags­tisch sass – ei­ner un­se­rer wich­tigs­ten Be­geg­nungs­platt­for­men, die es in letz­ter Zeit lei­der nicht mehr so oft gab, wie ich mir das wün­schen wür­de. Wie sehr wün­sche ich dir ei­ne:n Mit­tags­tisch­ge­sprächs­mit­be­woh­ner:in, wie Ani­ta es für mich ist. Be­geg­nun­gen, bei de­nen es, re­tro­spek­tiv be­trach­tet, we­ni­ger um die Nah­rung im Bauch geht als um die geis­ti­ge Be­rei­che­rung – viel­leicht ganz im Sin­ne des «pa­ne degli an­ge­li», des En­gels­brots aus Dan­tes Werk Con­vi­vio (deutsch: Das Gast­mahl): der weit­aus wich­ti­ge­ren Nah­rung. Der himm­li­schen.

Ani­ta sagt oft, ich sei der bes­te Koch. ‹Das ist Ge­schmacks­sa­che›, ant­wor­te ich je­weils. Die Far­be des Him­mels hin­ge­gen lässt sich ganz ob­jek­tiv be­ur­tei­len. Und die­ser ist über dem Städt­lein St.Gal­len ganz be­son­ders blau, seit ihn Ani­ta in Be­sitz ge­nom­men hat­te. Und viel­leicht ist es mit die­sem Text ja wie mit dem Him­mel: Er wird erst dann rich­tig schön, wenn ich am En­de die letz­ten sie­ben­und­acht­zig Zei­chen Ani­ta über­las­se: ‹Und ich schi­cke ge­nau die­se sie­ben­und­acht­zig Zei­chen jetzt wei­ter di­rekt in den Him­mel.›» 

 

Tho­mas Stüs­si:

«Als Ani­ta 2015 den ers­ten ‹Gei­len Block› in Rot­mon­ten or­ga­ni­sier­te, lern­te ich sie gra­de rich­tig ken­nen. Und ich wuss­te, dass sie et­was schlecht hört, aber sie gab ei­nem das gu­te Ge­fühl ver­stan­den zu wer­den, so­dass die­se Ein­schrän­kung nicht wei­ter ins Ge­wicht fiel. Erst an der Er­öff­nung wur­de mir klar, dass sie prak­tisch gar nichts hört und sie die­se gross­ar­ti­ge Aus­stel­lung, zu der ge­ra­de dut­zen­de Leu­te her­an­ström­ten, oh­ne Ge­hör auf die Bei­ne ge­stellt hat­te. Die­se Kraft, trotz al­len Schwie­rig­kei­ten gross zu den­ken und es dann auch noch durch­zu­zie­hen, be­ein­druckt mich im­mer wie­der.»

Das schafft Ani­ta: Leu­te ein­bin­den, die sonst mit Kunst nicht so viel am Hut ha­ben. Durch ei­ne ge­mein­sa­me Be­schäf­ti­gung, ei­nen ge­mein­sa­men Ort, auch ei­ne ge­mein­sa­me Spra­che fin­den. «Al­lein den­ken ist kri­mi­nell.» Die­ser Satz des Künst­ler­du­os Chia­ren­za & Hau­ser, auch ti­tel­ge­bend für Clau­dia Will­kes Do­ku­men­tar­film über Les Rei­nes Pro­chai­nes, hing schön ge­rahmt an ei­ner weis­sen Wand an der Schnee­berg­stras­se und scheint pro­gram­ma­tisch für al­les, was Ani­ta macht.

Die Ost­schweiz be­ben und le­ben las­sen

Im Fo­to­ar­chiv: Im­mer wie­der «Hil­ti­bold», But­ter­blu­me, noch mehr Hun­de, Hun­de­fut­ter, Spa­ghet­ties­sen im «Him­mel Hel­ve­tia» (ir­gend­et­was ist im­mer am Ko­chen), noch mehr Freund:in­nen, Ueli Vogt se­ri­ös (?), Ma­ri­an­ne Rin­der­knecht auf ei­ner Park­bank mit ei­ner le­bens­gros­sen Je­sus­fi­gur, «die Klau­se». KI-ge­ne­rier­te Kitsch­bil­der mit Vö­geln, Ha­sen und an­de­rem Ge­tier. Dum­plings mit Ha­sen­köpf­chen. Ani­ta als rau­chen­de Ärz­tin. Ren­de­rings von zy­lin­dri­schen For­men, die im­mer wie­der auf­tau­chen: als ge­gos­se­ne Brun­nen­skulp­tur vor dem Bun­des­ge­richt, als auf­ein­an­der­ge­türm­te Lam­pen­schir­me, ein Kind, dass sich spie­le­risch tan­zend um sei­ne ei­ge­ne Ach­se dreht. Ani­ta als leicht über­schmink­te Gran­de Da­me, die auf ei­nem Bü­ro­stuhl sitzt und zen­tra­ler Teil des Amts­ka­rus­sells ist. 

Anita Zimmermann bei der Installation des «Hiltibold» an der Goliathgasse. (Bild: Archiv Anita Zimmermann)

Anita Zimmermann bei der Installation des «Hiltibold» an der Goliathgasse. (Bild: Archiv Anita Zimmermann)

Man­chen ist Ani­ta Zim­mer­mann ein biss­chen too much. Aber es braucht auch ei­ni­ges, um die Ost­schweiz aus ih­rem hoch­ge­leb­ten Prag­ma­tis­mus her­aus­zu­schüt­teln. Und Ani­ta tut viel da­für, dass die Ost­schweiz ein biss­chen bebt und lebt. Be­le­ben, das be­deu­tet nicht ein­fach Spass ha­ben im Ru­del, son­dern das ge­mein­sa­me Er­bau­en, das Er­öff­nen, das ge­gen­sei­ti­ge Er­mög­li­chen. Das sel­ber Teil wer­den von et­was, das viel­leicht schon da ist, das viel­leicht nur sicht­bar ge­macht wer­den muss, das raus muss. 

Für mehr Sicht­bar­keit der Kunst, für mehr Aus­stel­lungs­flä­chen für Kunst­schaf­fen­de, die in der Ge­gend ar­bei­ten – da­für setzt sich Ani­ta mit viel Kraft ein. Das tut sie mit Wor­ten und be­son­ders mit Aus­stel­lun­gen, mit Pro­jek­ten. Es fehlt an Mög­lich­kei­ten, und zwar über­all. 

Lei­la Bock: Al­ter Ego und Auf­trag­ge­be­rin 

Aus die­sem Miss­stand ist ihr Al­ter Ego Lei­la Bock ent­stan­den, die seit 2015 zahl­rei­che Pro­jek­te ins Le­ben ge­ru­fen hat. Vom ers­ten «Gei­len Block» in Rot­mon­ten bis zu «Der Him­mel ge­hört mir», «En­gel und Metz­ger». Wo­her kommt die En­er­gie, die all dies mög­lich macht? Ani­ta er­klärt es so: «Lei­la Bock ist mei­ne Auf­trag­ge­be­rin und ich muss ein­fach al­les ma­chen, was sie sagt.» In die­ser Zwei­sam­keit liegt die Kraft, all die­se un­glaub­li­chen Pro­jek­te zu be­wäl­ti­gen. 

2609 Anita Zimmermann SAI2602 1532 C WEB

Es ist kaum zu glau­ben, wie die bei­den (Ani­ta und Lei­la) die vie­len gros­sen und klei­nen Schrit­te schaf­fen, die zwi­schen ei­ner über­ir­di­schen Idee und ei­ner voll­brach­ten Tat­sa­che ste­cken. Plötz­lich ste­hen ir­gend­wo neue Tü­ren of­fen in Rot­mon­ten, an der Go­li­ath­gas­se, der En­gel- und Metz­ger­gas­se, in Tro­gen, in Ar­bon. Sie trägt viel, die­se Lei­la. Aber sie kommt nie al­lein. Ani­ta trägt und an­de­re tra­gen mit. So viel zum En­gel. 

Vor et­wa ei­nem Jahr ent­deck­te ich mit mei­nem Sohn As­trid Lind­grens Lot­ta. Ich konn­te nicht an­ders, als mir die­se Lot­ta als Ani­ta vor­zu­stel­len, nur et­was klei­ner. Al­les an­de­re stimmt: Der über­le­bens­si­che­re Blick nach vor­ne, denn der nächs­te Sprung ins kal­te Un­ge­wis­se steht kurz be­vor. Lot­ta kann näm­lich al­les. Sie kann so­gar das viel zu gros­se Ve­lo von Tan­te Berg mop­sen, da­mit die Krach­ma­cher­stras­se hin­un­ter­brau­sen und na­tür­lich kopf­über in Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch lan­den. Dann schrei­en und sich auch ein biss­chen schä­men. Nicht fürs Schei­tern, aber fürs Ve­lo­mop­sen. Am Schluss kann sie na­tür­lich Ve­lo­fah­ren, die­se Ani­ta – für im­mer. So viel zum Him­mel. 

An­ge­la Kur­at­li, 1984, ist Gra­fi­ke­rin und Kunst­his­to­ri­ke­rin. Sie lebt und ar­bei­tet in Wald AR und Fri­bourg. Von 2016 bis 2021 war sie Co-Prä­si­den­tin der Vi­sa­r­te Ost, von 2021 bis 2025 lei­te­te sie die Ge­schäfts­stel­le. Aus­ser­dem rea­li­sier­te sie di­ver­se Aus­stel­lungs­pro­jek­te in der Props­tei St.Pe­ter­zell und für den Pro­jekt­raum Next­ex (heu­te Au­to). Seit 2021 ist sie Stif­tungs­rä­tin der Aus­ser­rho­di­schen Kul­tur­stif­tung und der Schle­sin­ger Stif­tung.

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
2609 Staetevergleich 4 D3 A9291

Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
B 8

«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
IMG 5826 Paul Trummer 2

Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
IMG 1558

Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
IMG 0757 2

FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze

WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
6085807

FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

Saiten 2609 Cover 01